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De Maizière hält nichts von Ziel der Gleichheit aller Religionen

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© A. Kühne

In der Debatte um mehr Rechte für muslimische Religionsgemeinschaften in Deutschland kann nach Ansicht von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) das Ziel nicht Gleichheit sein. Freiheit bedeute, vorhandene Unterschiede zuzulassen, sagte er am Donnerstag bei einer Tagung zum Staatskirchenrecht in Berlin. Judentum, Islam und Christentum seien auf unterschiedliche Weise in Deutschland verwurzelt. Beim Umgang damit sollte man sich am Grundsatz der Gleichbehandlung orientieren, aber keine Gleichheit durchsetzen.

"Ich glaube nicht, dass echte Freiheit dann herrscht, wenn vollkommende Gleichheit hergestellt wird", sagte der Minister. In seine Zuständigkeit fallen die vertraglichen Regelungen des Staates mit den Kirchen auf Bundesebene. De Maizière verhandelt zudem in der Deutschen Islamkonferenz mit den muslimischen Verbänden über deren institutionelle Verankerung in Deutschland.

De Maizière betonte, er wolle keine Werbung für das Christentum machen, auch wenn er sich selbst dazu bekenne. "In meinem Dienstzimmer hängt ein Kreuz", sagte er. Das Christentum präge das Land seit Jahrhunderten und habe im Alltag immer noch diesen Einfluss.

Das Verhältnis zu den Religionen bestimme nicht der Staat allein, auch bei der Frage, was an religiösen Traditionen akzeptiert werden kann und was nicht, sagte de Maizière. Es müsse von der Gesellschaft ausverhandelt werden. Für die Diskussion forderte er, sich am "Gebot zur eigenen Haltung" zu orientieren, um Grenzen der Toleranz gegenüber Religionen zu definieren.

Das Bundesinnenministerium lud anlässlich des Reformationsjubiläums Experten zu einer Tagung zu den aktuellen Herausforderungen im Staatskirchenrecht ein. Auf dem Programm standen unter anderem Organisationsfragen und Religion in der Schule.

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober dieses Jahres 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der überlieferte Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte. 

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1 Lesermeinungen zu De Maizière hält nichts von Ziel der Gleichheit aller Religionen
Gert Flessing schreibt:
31. März 2017, 19:48

Vor dem Gesetz sind alle gleich. Auch alle Religionen.
Das ist das bemerkenswerte an der zwei Reiche Lehrer. Das Reich des Irdischen, das von der Politik repräsentiert wird, hat dafür zu sorgen, das jeder seinen Glauben ausüben darf, insofern er nicht im Widerspruch zu den allgemeinen Regeln der Gesellschaft steht.
Ich freue mich, das im Dienstzimmer des deutschen Innenministers ein Kreuz hängt.
Das hindert ihn jedoch nicht, auch die anderen Religionen mit dem Respekt zu behandeln, den sie verdienen.
Etwas anderes ist es, wenn man danach fragt, wie man persönlich Religion betrachtet.
Da wird ein Christ, so hoffe ich, sehr deutlich sagen, das allein Jesus Weg, Wahrheit und Leben ist. Nur durch ihn kommt man zu Vater.
Dieses klare, persönliche Bekenntnis ist heute, so empfinde ich es jedenfalls, nötiger, denn je.
Gert Flessing

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