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Depression: Folgen für Familie und Partnerschaft massiv

epd
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© Bernd Kasper/pixelio.de

Depressionen belasten einer Studie zufolge die Beziehungen der Erkrankten zu Partnern und Familienmitgliedern stark. 84 Prozent der depressiven Menschen ziehen sich aus sozialen Beziehungen zurück, wie aus der am Dienstag in Leipzig vorgestellten Erhebung der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und der Deutsche Bahn Stiftung hervorgeht. Knapp drei Viertel gaben zudem an, keine Verbundenheit mehr zu Menschen zu empfinden. Für das zweite »Deutschland-Barometer Depression« wurden 5.000 Frauen und Männer befragt.

Häufige Folgen der psychischen Krankheit seien Partnerschaftskonflikte und Trennung, heißt es in der Studie. 45 Prozent der Erkrankten hätten erlebt, dass ihre Beziehung wegen ihrer Depression auseinandergebrochen sei. »An Depression erkrankte Menschen verlieren den Antrieb, ihr Interesse und fühlen sich innerlich abgestorben, ohne Verbundenheit mit anderen Menschen oder ihrer Umwelt«, sagte Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe: »Sie ziehen sich zurück und sehen den gesamten Alltag wie durch eine schwarze Brille.« Depression sei deshalb oft die Ursache und nicht die Folge von Partnerschaftskonflikten.

Im Gegensatz dazu gebe es aber auch Beziehungen, die gestärkt aus eine Depression hinausgingen: 36 Prozent der Erkrankten gaben an, ihre Krankheit habe die Beziehung zum Partner vertieft und gefestigt. »Das gemeinsame Überstehen des großen Leidens, das die Depression verursacht, kann zu einem Zusammenwachsen führen«, erklärte Hegerl.

Für die Studie wurden auch Angehörige befragt. 73 Prozent gaben an, Schuldgefühle gegenüber ihrem erkrankten Partner zu entwickeln und sich für dessen Erkrankung und Genesung verantwortlich zu fühlen. Etwa jeder dritte Angehörige fühlt sich den Angaben zufolge schlecht über Depressionen informiert. 84 Prozent berichteten außerdem, sich von ihrem depressiven Partner unverstanden zu fühlen und Vorwürfe von ihm bekommen zu haben.

Vorstandsvorsitzender Hegerl riet Angehörigen, die Depression als Erkrankung zu akzeptieren und sich zu informieren. Ansonsten würden der Rückzug oder die fehlende Zuwendung des depressiven Partners falsch eingeordnet. Depression könne allerdings nicht allein mit Zuneigung behandelt werden, sondern erfordere medizinische Hilfe. »Es ist wichtig, dass Angehörige und Freunde ihre eigenen Belastungsgrenzen kennen und sich auch Unterstützung organisieren«, sagte er.

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