0

Diakonieveranstaltung durch Rechtsextreme unter Druck

epd
  • Artikel empfehlen:
Plauen
Stadtansicht von Plauen © Marco Barnebeck (Telemarco)/pixelio.de

In Plauen droht eine Diakonieveranstaltung von Menschen mit Behinderung wegen einer zeitgleich angemeldeten Kundgebung der rechtsextremen Partei »Der III. Weg« zu platzen. Ein Akteur habe seine Teilnahme an dem Fest am Samstag aus Angst bereits zurückgezogen, sagte der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Auerbach, Sven Pruß-Delitsch, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag. Angesichts der Ereignisse vom 1. Mai in Plauen seien auch weitere Teilnehmer in Sorge, fügte er hinzu. Zunächst hatte die Chemnitzer »Freie Presse« online darüber berichtet.

Die geplante Veranstaltung am Freitag und Samstag ist laut Pruß-Delitsch Teil eines dreijährigen Projekts in Zusammenarbeit mit der Stadt Plauen. Dazu sei unter anderem ein Theaterstück eingeübt worden. Für Samstag haben Menschen mit Behinderungen auf dem Plauener Theaterplatz demnach ein »fröhliches Fest« unter Beteiligung von mehr als 20 Akteuren vorbereitet.

Wie das Landratsamt Vogtlandkreis dem epd bestätigte, hat »Der III. Weg« ebenfalls für Samstag im Stadtzentrum eine Kundgebung mit 50 bis 100 Teilnehmern angemeldet. Laut Pruß-Delitsch plant die Partei mehrere Stände mit Bezug zu den Europa- und Kommunalwahlen am Sonntag. »Die Angst ist real«, sagte der Diakonie-Geschäftsführer.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rief zur Unterstützung der Diakonieveranstaltung auf. »Das lassen wir uns nicht bieten«, schrieb er auf Twitter. »Wir stehen zusammen und schützen gerade auch unsere Mitmenschen mit Behinderungen«, fügte er hinzu und rief dazu auf, am Samstag an dem Straßenfest teilzunehmen. »In #Sachsen soll niemand Angst haben«, twitterte Kretschmer und ergänzte den Hashtag »#wirsindmehr«, der bei zivilgesellschaftlichem Protest gegen Rechtsextremismus in Chemnitz im September entstanden war.

Auch der Plauener Pfarrer der St. Johannis-Kirchgemeinde, Hans-Jörg Rummel, rief dazu auf, sich an dem Fest auf dem Theaterplatz zu beteiligen und jetzt erst recht ein deutliches Zeichen für Toleranz und Menschenfreundlichkeit zu setzen.

Pruß-Delitsch sagte dem epd, auch er hoffe, dass auch viele Plauener Bürger an dem Fest teilnehmen und ein Zeichen setzen werden. »Dass sich der Ministerpräsident dazu äußert und klar Stellung bezieht, freut uns sehr«, erklärte der Geschäftsführer.

Plauen ist eine Hochburg des »III. Wegs«. Immer wieder melden die Rechtsextremisten in der Stadt Aufmärsche und Demonstrationen an. Zuletzt hatte die Partei in Plauen mit einem Fackelaufzug am 1. Mai für Aufsehen gesorgt. Unter anderem wegen des teilweise genehmigten Gebrauchs von Pyrotechnik waren auch die zuständigen Behörden in die Kritik geraten.

Folgen Sie Sonntag Sachsen:

Aktuelle Veranstaltungen
  • , – Plauen
  • Orgelkonzert
  • St.-Johannis-Kirche
  • , – Dresden
  • Vortrag
  • Gemeindehaus Seidnitz
  • , – Leipzig
  • Orgelmusik am Mittag
  • Michaeliskirche
Audio-Podcast

Der Twitter-Sonntagticker
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Der Dresdner #Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt soll neuer #Superintendent in #Leipzig werden. Feydt werde sich… https://t.co/mNByBsB7QY
gestern
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Sachsens Landesbischof Carsten #Rentzing hat seine Mitgliedschaft in einer #Burschenschaft verteidigt –… https://t.co/V8EU7K7Vcj
vor 2 Tagen
Sonntag Sachsen @sonntagticker
#Leipzig eröffnet #Lichtorte - wie in der #Nikolaikirche. Es folgen nun an jedem Montag bis zum 9. Oktober weitere… https://t.co/cyCjhwEfiJ
vor 12 Tagen
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Sachsens Bischöfe #Rentzing und #Timmerevers zur Wahl/ Fotos unseres Fotografen aus dem Landtag gestern Abend… https://t.co/Z78bbUtQbd
vor 16 Tagen