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Dresdner Gedenkstätte Sophienkirche mit britischem Nagelkreuz

epd
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  • Bischof Christopher Cocksworth (l.) und der frühere sächsische evangelische Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider © Steffen Giersch

    Bischof Christopher Cocksworth (l.) und der frühere sächsische evangelische Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider © Steffen Giersch

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Nach zehnjähriger Bauzeit soll die Gedenkstätte Sophienkirche-Busmannkapelle in Dresden im Herbst fertiggestellt werden. Die Gesamtkosten von rund 3,5 Millionen Euro seien nahezu gedeckt, sagte der ehemalige sächsische Landeskonservator, Gerhard Glaser, am Montag in Dresden. Zuletzt hatte die Gedenkstätte vom Bund 874.000 Euro aus Geldern des ehemaligen SED-Vermögens erhalten. Glaser ist Stiftungsrat der Bürgerstiftung, die als Bauherr fungiert.

Die Bauarbeiten hatten 2009 begonnen. Sie verzögerten sich jedoch mehrfach wegen fehlender finanzieller Mittel sowie aus bautechnischen Gründen. Noch vor der Fertigstellung erhielt die Gedenkstätte am Dienstag ein Nagelkreuz aus dem britischen Coventry.

Wie der frühere sächsische evangelische Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider sagte, wurde das Kreuz wohl zum ersten Mal an eine öffentliche Einrichtung übergeben. Bisher hatten dieses Symbol für Versöhnung und Frieden weltweit nur Kirchgemeinden erhalten. Die Verantwortlichen in Coventry wollten jedoch die Vergabe des Nagelkreuzes auch für öffentliche Einrichtungen öffnen.

Gedacht werde dabei zum Beispiel auch an Schulen, um die jüngere Generation zu sensibilisieren, sagte Bretschneider. Das etwa 60 mal 40 Zentimeter große Kreuz für die Busmannkapelle sei in Coventry geweiht worden. Es werde in der Dresdner Gedenkstätte an einer Wand angebracht, einen Altar werde es dort nicht geben.

Die Kapelle werde auch nicht geweiht, sagte Bretschneider, der ebenfalls Stiftungsrat der Bürgerstiftung ist und sich seit Jahren ehrenamtlich für die Gedenkstätte engagiert. Neben Gesprächen und weiteren Veranstaltungen sollen in dem Neubau aber regelmäßig Friedensgebete stattfinden.

Die gotische Sophienkirche war einst die älteste Kirche der Stadt. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und in der DDR auf Geheiß der kommunistischen Regierung Anfang der 1960er Jahre abgetragen. Für die Gedenkstätte ist die Busmannkapelle, die um 1400 angebaut worden war, abstrahiert nachgestaltet worden. Sie wird von einem gut 14 Meter hohen Glasbau umgeben. Im Keller entstand ein Raum der Stille.

Glaser betonte zur zukünftigen Nutzung, die Gedenkstätte werde nicht nur an die Sophienkirche erinnern und Mahnung für alle Kriegsopfer sein. Es sei auch geplant, aktiv Friedensarbeit zu leisten. Vorgesehen ist zudem eine kleine Dauerausstellung. Im letzten Bauabschnitt werde bis Herbst das Sockelgeschoss ausgebaut. Einen Eröffnungstermin für die Gedenkstätte gibt es aber noch nicht.

Die Stadt Dresden hatte den Bau mit rund 830.000 Euro unterstützt, die Landeskirche mit rund 250.000 Euro. Zudem sammelte die Fördergesellschaft der Gedenkstätte für die Sophienkirche mehr als 300.000 Euro an Spenden. Aus dem früheren SED-Vermögen seien insgesamt etwa zwei Millionen Euro geflossen, sagte Bretschneider.

Das Nagelkreuz wird am Dienstag auf der Baustelle der Gedenkstätte von dem anglikanischen Bischof, Christopher Cocksworth, überreicht. Das Kreuz aus drei nachgebildeten Zimmermannsnägeln der zerstörten Kathedrale von Coventry ist das christliche Symbol für die Idee der Versöhnung der Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Von Coventry aus hatte die weltweite Versöhnungsarbeit der Nagelkreuzgemeinschaft begonnen. In Dresden gibt es bisher vier sogenannte Nagelkreuzzentren, dazu gehören die Frauenkirche und die Kreuzkirche.

Die Busmannkapelle, ein früherer Anbau der Sophienkirche, ist nach dem Dresdner Bürgermeister Lorenz Busmann benannt. Coventry und Dresden verbindet eine 60-jährige Städtepartnerschaft.

Weitere Informationen:
www.busmannkapelle.de

Ort:
Gedenkstätte Sophienkirche-Busmannkapelle, Wilsdruffer Str. 24, 01067 Dresden

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