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"Ein feste Burg": Gauck wünscht sich Reformationslied und "Über sieben Brücken musst du gehn"

Abschiedszeremonie heute im Schloß Bellevue
epd/so
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Scheidender Bundespräsident Joachim Gauck
© Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel

Bundespräsident Joachim Gauck wird am 17. März von der Bundeswehr mit einem Großen Zapfenstreich im Park von Schloss Bellevue verabschiedet. Insgesamt rund 600 Gäste werden erwartet, darunter Vertreter der Verfassungsorgane, Mitglieder des Diplomatischen Korps sowie Wegbegleiter des Bundespräsidenten. Auch etwa 300 ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger werden auf Wunsch des Bundespräsidenten anwesend sein.

Beim Großen Zapfenstreich wird das berühmte Reformationslied "Ein feste Burg ist unser Gott" erklingen. Der Choral von Reformator Martin Luther steht als dritter Titel auf der Wunschliste für das militärische Zeremoniell am Freitag in Berlin, wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamts am Donnerstag bestätigte. Außerdem wünscht sich das scheidende Staatsoberhaupt die Stücke "Freiheit, die ich meine" und "Über sieben Brücken musst du gehen".

"Ein feste Burg ist unser Gott" ist quasi die Hymne der Protestanten. In Gottesdiensten zum Reformationstag wird sie in aller Regel gesungen. In dem Lied geht es um Gottvertrauen und den Streit mit dem Teufel, den "altbösen Feind", wie es darin heißt. Wegen des kämpferischen Textes wurde der Choral aber oft auch für militärischen Zusammenhänge umgedeutet. Beim Zapfenstreich zu hören sein wird die Kantaten-Komposition von Johann Sebastian Bach (1685–1750).

In einem Interview mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte Gauck, der selbst evangelischer Pfarrer war, mit dem Choral habe seine Faszination für Luther und die Reformation begonnen. Als relativ kleiner Junge habe er erlebt, wie eine ganze Gesellschaft aus Angst Anpassungsmechanismen entwickelte. "Und dann lernte ich in der Christenlehre: 'Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not' – das war stark", sagte Gauck. Das habe ihm Selbstvertrauen gegenüber den Herren dieser Welt vermittelt, sagte der in der DDR aufgewachsene Gauck.

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober dieses Jahres 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483–1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

Gauck scheidet nach fünfjähriger Amtszeit an diesem Wochenende aus dem höchsten Staatsamt. Am kommenden Mittwoch soll Frank-Walter Steinmeier im Reichstagsgebäude als Bundespräsident vereidigt werden.

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