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EKD-Ratsvorsitzender ruft zu gegenseitigem Beistand auf

(epd)
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Bedford-Strohm Beistand Ostern Aufruf
© Günter Havlena/pixelio.de

Das Osterfest ist im Zeichen der Coronavirus-Pandemie mit zahlreichen digitalen Gottesdiensten und großer räumlicher Distanz zu den Gläubigen gefeiert worden. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, rief in seiner Osterpredigt zu Zuversicht und Solidarität in der Corona-Krise auf. Das Osterfest sei Ausdruck einer weltumspannenden Gemeinschaft des Vertrauens, die Menschen auch in Zeiten von Angst und Zweifel trage, sagte Bedford-Strohm, der aus München in den Gottesdienst im Berliner Dom zugeschaltet wurde. An dem Gottesdienst nahmen im Internet bis zu 1.000 Gläubige teil. Wer auf die Osterbotschaft der Auferstehung Jesu vertraue, solle sie "mit seinem Herzen und mit seinen Händen" bezeugen, sagte der bayerische Landesbischof. Bedford-Strohm rief zu gegenseitigem Beistand auf, "indem wir aufeinander achten, indem wir mit anderen zusammen ihr Leiden aushalten, indem wir denen helfen, deren materielle Existenz wegzubrechen droht, indem wir Menschen aus Flüchtlingslagern endlich herausholen, in denen eine humanitäre Katastrophe droht, indem wir weltweite Solidarität mit den Ärmsten und Verletzlichsten zeigen".

Das Leben sei derzeit "geprägt von erschreckenden Bildern aus Bergamo, Madrid und New York von überquellenden Intensivstationen und immer mehr Toten", betonte der Repräsentant von rund 21 Millionen Protestanten: "Wir sehnen uns danach, dass die Sorge um die zerstörerische Wirkung des Virus, die bis zur Lähmung fast des gesamten öffentlichen Lebens geführt hat, endlich keinen Grund mehr hat."

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, betonte, die Pandemie führe der Menschheit ihre Verletzlichkeit, Verwundbarkeit und Hilflosigkeit vor Augen. Die Osterbotschaft jedoch stehe für ein neues Leben nach dem Leiden, schrieb Stäblein zum Osterfest im Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag).

Der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch betonte in seiner Osterpredigt, in der Corona-Krise sei eine "große neue gesellschaftliche Solidarität" zu erkennen. "Jetzt, wo unser aller Freiheit massiv eingeschränkt ist, zeigt sich plötzlich, wie viel Solidarität es doch noch in unserer Gesellschaft gibt", betonte Koch. Dies sei eine der "schönen Entdeckungen mitten in dieser schrecklichen Pandemie".

Die Krise sollte nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Chance gesehen werden, mahnte der Theologe. Während die Globalisierung bislang ungebremst voranzuschreiten schien, gebe es nun im Zuge von Lieferengpässen verstärkt kritische Stimmen. Damit bestehe die Chance, dass Risiken und Probleme der Globalisierung stärker in den Blick rücken und intensiver darüber nachgedacht werde, "wo sinnvoll nachjustiert werden könnte".

Koch rief zugleich dazu auf, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Während in armen Ländern "unter teils menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen billige Güter für den europäischen Markt produziert" würden, leiste sich der wohlhabende Teil der Welt Überfluss unter anderem mit "übervollen Kleiderschränken" als "Ergebnis jahrelanger Hamsterkäufe". Die "Krise des Osterfestes" mit leerem Grab und Auferstehung Christi mahne, sich auch den heutigen Krisen zu stellen.

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