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Erlaubt: Segen für homosexuelle Paare

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© Foto: hochzeitsfotograf/pixelio.de

Die Kirchenleitung der sächsischen Landeskirche hat auf ihrer Sitzung am 17. Oktober in Dresden beschlossen, dass Segnungen von Paaren in Eingetragener Lebenspartnerschaft im Einzelfall auch im Gottesdienst möglich sind, sofern Pfarrer sich hierzu bereit erklären. Das teilte das Landeskirchenamt am Dienstag mit.

Die Verantwortung dafür liege bei den Pfarrerinnen und Pfarrern. Sie hätten im Vorfeld die Beratung im Kirchenvorstand zu suchen. Werde eine Segenshandlung von Pfarrern verantwortet, ist sie ab Anfang nächsten Jahres nach der liturgischen Handreichung zur »Segnung von Paaren in eingetragener Lebenspartnerschaft« zu vollziehen. Diese Segenshandlung verstehe sich nicht als Trauung, so die Kirchenleitung, sondern als Segnung von Paaren in Eingetragener Lebenspartnerschaft, die damit ihren Willen zum Ausdruck bringen, eine Partnerschaft in Verlässlichkeit, in verbindlicher Treue und Verantwortung füreinander zu begründen.

Die Handreichung wurde durch eine sechsköpfige Arbeitsgruppe der Kirchenleitung seit Oktober letzten Jahres erarbeitet. In der Einleitung ihres Berichtes wird festgestellt, dass gegenwärtig ein gesamtkirchlicher Konsens hinsichtlich der Segnung Eingetragener Partnerschaften als öffentliche Kasualhandlung nicht möglich sei. Den unterschiedlichen Auffassungen werde aber gemäß dem Ergebnis des Gesprächsprozesses zum Schriftverständnis durch die Freigabe des Gewissens Raum gegeben und Schutz gewährt.

http://www.evlks.de/doc/Handreichung_Segnung_2016_web.pdf

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44 Lesermeinungen zu Erlaubt: Segen für homosexuelle Paare
Frank Martin schreibt:
18. Oktober 2016, 20:54

Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Respekt dafür in dieser Zeit. Leider bleibt es immer noch diskriminierend, daß wir unterscheiden zwischen Trauung für die einen und Segnung für die anderen. Es bleibt noch ein weiter Weg. Aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Schön, daß der jetzt auch in Sachsen gegangen wird.

Johannes schreibt:
20. Oktober 2016, 13:24

Lieber Frank-Martin, lieber Autor,

noch besser wäre es, wenn die Segnung umfassend beschrieben würde. Und dann müsst es wohl heißen:
"...in verbindlicher Treue und Verantwortung füreinander UND VOR GOTT zu begründen." Zumindest sehen das die um den Segen bittenden oder gebeten habenden gleichgeschlechtlich liebenden Paare, die ich kenne.

Freundlichst
Johannes

Thomas aus Leipzig schreibt:
18. Oktober 2016, 22:28

Ich bin froh über meinen Austritt!
Und die evangelische Landeskirche sollte einmal über das katholische Sakrament der Ehe nachdenken!
Natürlich gibt es viele medizinische Forschung, ich bin aber überzeugt, trotz medizinischer Forschung wird ein Mann kein Kind bekommen kann.
Es ist einfach nur spätrömische Dekadenz, wie das ein Leichtmatrose von der FDP richtig erkannt hat.
Und trotz all diesem Unfug, herzliche Grüße aus Leipzig
von Thomas

Beobachter schreibt:
19. Oktober 2016, 10:35

Lieber Thomas,
Du hast Recht, selbst das Römische Reich ist letztendlich durch solche Praktiken zu Drunde gegangen.
Schade um Deutschland. Daß "Kirche" da mitmacht ist ein Zeichen der Endzeit!

Thomas aus Leipzig schreibt:
23. Oktober 2016, 23:11

Lieber Beobachter,

an dieser Stelle fällt mir nur noch ein Satz aus einem der Evangelien ein:
Seid Befolger des Wortes und nicht bloß Hörer, indem ihr euch selbst betrügt", das war Jakobus.
Sie erklären die "Liebe" über alle Dinge. Die Liebe ist aber nur ein Teil des Glaubens. Es ist nicht die "freie Liebe" zu wem auch immer, es ist die Liebe zu unserm Vater, und der Vaterglaube ist der Inhalt unseres Glaubens.
Der Rest kommt dann ganz einfach von unten, von einem gefallenen Engel, der auch nur unseren Herrn ersetzen wollte. Insofern ist die schw... gesteuerte Amtskirche einfach nur ein Teil des Merkel-Regimes.
Herzliche Grüße aus Leipzig,
von Thomas

Beobachter schreibt:
24. Oktober 2016, 12:22

Öieber Thomas,
so ähnlich sehe ich es auch! Die "Liebe", die manche Leute meinen, ist mehr als lieblos! Als Christ kann ich doch nicht aus "Liebe" Sachen, die dem HERRN ein Gräuel sind, gut heißen und segnen.
Außerdem läßt man doch aus solcher "Liebe" andere ins Verderben=ewige Verdammnis rennen, obwohl man weiß, daß man sich, aus biblischer Sicht, mitschuldig macht!

SG schreibt:
19. Oktober 2016, 17:18

Warum soll die evangelische Kirche über ein katholisches Sakrament nachdenken?

Arndt Kretzschmann schreibt:
19. Oktober 2016, 11:06

Der Unterschied zwischen Trauung und Segnung dürfte für Laien kaum sichtbar sein. In der Handreichung zu Segnung gibt ein gemeinsames Versprechen, den Segen für das Paar ... Auch ich kann da keinen Unterschied zur Trauung erkennen.

Auf der Homepage der Landeskirche steht, dass "den unterschiedlichen Auffassungen (...) gemäß dem Ergebnis des Gesprächsprozesses zum Schriftverständnis durch die Freigabe des Gewissens Raum gegeben und Schutz gewährt" wird. Bisher bestand diese "Schutzvereinbarung" meiner Ansicht nach darin, dass 1. gegensätzliche Positionen ausgehalten werden mussten und 2. Gemeinden nach eingehender Beratung gleichgeschlechtlich lebende Pfarrerinnen das gemeinsame Wohnen mit PartnerIn im Pfarrhaus ermöglichen konnten. Dieser Kompromiss war hart erkämpft und in der Praxis oft schwer zu gestalten.

Der neue Beschluss der Kirchenleitung sprengt diesen Schutzraum. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden durch die Möglichkeit einer öffentlichen Segnung PRINZIPIELL theologisch legitimiert. Ein nicht unerheblicher Teil unserer Landeskirche wird das nicht mehr mittragen können. Das Gewissen der konservativen Christen gerät in Bedrängnis, weil die eigene Landeskirche eine für sie nicht annehmbare Position vertritt. Ich glaube nicht, dass man das als Freigabe und Schutz des Gewissens darstellen kann.

Im übrigen sind alle Pfarrerinnen und Pfarrer bei ihrer Einführung auf Schrift und Bekenntnisse verpflichtet worden (http://www.kirchenrecht-ekd.de/document/14992#s47000010). Gleiches gilt für Diakoninnen und Diakone. Da nun selbst die Kirchenleitung an dieser Stelle Abstriche macht (http://www.bekenntnisinitiative.de/images/downloads/sondervotum.pdf) möge dieses Gremium bitte erklären, ob und inwiefern die Mitarbeitenden noch daran gebunden sind bzw. welche Rolle "sola scriptura" und unsere Bekenntnisschriften überhaupt noch spielen.

Christoph schreibt:
19. Oktober 2016, 12:03

Wie ent-täuschend! Glaubt man wirklich, dass Gott seinen Segen dazu gibt?
Dann würde wohl auch der Schwanz mit dem Hund wedeln.

So vertreibt man die letzten "Getreuen" der konservativen Seite.
Aber dann ist´s wenigstens still.

Beobachter schreibt:
20. Oktober 2016, 8:31

Ja, so schafft sich "Kirche" ab, wenn man immer mehr der Treusten verliert!
Ist bleibt zu hoffen, daß Bekenntnisinitiative und LKG jetzt auch wirklich fest bleiben und wirkliche Konsequenzen ziehen!

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