Erzgebirgs-Idylle von Rechten bedroht?

(epd/so)
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Zwönitz, Rechte, Neonazis, Erzgebirge, Marco Wanderwitz, Anti-Corona-Proteste
Demonstration am 31. Juli in Zwönitz. © Andre März

Mehrere hundert Menschen haben gegen anhaltende Aktivitäten von Neonazis und Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen in Zwönitz im Erzgebirge demonstriert. Bei der Demonstration unter dem Motto »Schicht im Schacht – faschistische Normalität durchbrechen« am Samstag sei es zu mehreren Störversuchen von Anhängern der rechtsextremen Szene gekommen, teilte die Polizei in Chemnitz mit. An der vom Aktionsnetzwerk »Leipzig nimmt Platz« unterstützten Demonstration nahmen nach Polizeiangaben knapp 300 Menschen teil. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund 320 Beamten im Einsatz.

Der kleine Ort Zwönitz sei inzwischen »Wallfahrtsort für organisierte Neonazis geworden«, betonte das Aktionsnetzwerk. Rechtsextreme Tendenzen würden seit Jahren kleingeredet und Vorfälle beschönigt, »um das Idyll Erzgebirge zu bewahren«.

CDU-Politiker Marco Wanderwitz, der erst im Juli ein Wahlkreisbüro in Zwönitz eröffnet hat, will diesen Vorwurf so nicht stehen lassen. »Dass die Problematik in Zwönitz ›kleingeredet‹ wird, ist nicht mein Eindruck. Dass die Probleme insgesamt in Sachsen eher größer als kleiner sind im bundesdeutschen Vergleich, wissen wir leider alle«, erklärt der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer gegenüber dem SONNTAG.

»In der Tat ist es so, dass Zwönitz seit Längerem von vor allem auswärtigen Rechtsradikalen heimgesucht wird.« NPD, »Freie Sachsen«, »Pro Chemnitz«, III. Weg, AfD u. a. spielten dabei eine unrühmliche Rolle, so Marco Wanderwitz. Zwönitz gehört seit 2002 zu seinem Wahlkreis. Er kenne die Region und sehe auch Engagement auf der anderen Seite. »Die Botschaft von Kommunalpolitik, Unternehmern, Ehrenamtlern und den Menschen in Zwönitz ist klar: Man will keine rechtsradikalen Aufmärsche oder Umtriebe im Ort«, erklärt der Hohenstein-Ernstthaler. »Man will allerdings eben auch nicht zum ›Stellvertreter-Schlachtfeld‹ werden.«

Der Erzgebirgsort war zuletzt immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil rechte Gruppen gegen Corona-Auflagen demonstrierten.

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