Experte: Kredite keine Hilfe für den gemeinnützigen Sektor

(epd)
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Kredite keine Hilfe
© Thorben Wengert/pixelio.de

Der Zivilgesellschaft helfen die jetzt wegen der Coronakrise beschlossenen Darlehen für Vereine und Stiftungen nach Einschätzung des gemeinnützigen Beratungsinstituts Phineo nur wenig. "Kredite können zwar akute Finanzierungslücken schließen und Insolvenzen vorerst abwenden, sie müssen aber später zurückgezahlt werden", sagte der Gründer des Berliner Instituts, Andreas Rickert, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das sei für gemeinnützige Organisationen unmöglich, da sie keine finanziellen Rücklagen bilden dürften und Kredite daher nicht abtragen könnten. Darlehen könnten ihre finanzielle Situation sogar noch verschärfen.

Die Bundesregierung will über ein Sonderprogramm der staatlichen Förderbank KfW den gemeinnützigen Sektor mit einer Milliarde Euro für Kredite stützen. Das Geld soll über die Länder fließen und bis 2021 abgerufen werden können. Im KfW-Rettungsschirm war der zivilgesellschaftliche Sektor nicht berücksichtigt worden. Rickert betonte, der gemeinnützige Sektor stehe unter riesigem Druck: "Corona verstärkt soziale Probleme und verhindert gleichzeitig die dringend benötigte Arbeit mit und für Menschen." Organisationen oder Vereine, die sich durch eigene Einnahmen finanzierten, seien von Insolvenz bedroht. "Gemeinnützige Organisationen und Vereine sind systemrelevant, wenn es um gesellschaftlichen Zusammenhalt geht", betonte der Institutsleiter. Da gehe es um die Schwächsten in der Gesellschaft, um Integration, Bildung, Demokratieförderung und vieles mehr.

Die Größe der gemeinnützigen Branche werde oft unterschätzt: "Ihre Wirtschaftskraft ist vergleichbar mit der gesamten Baubranche in Deutschland. Sie beschäftigt rund 3,7 Millionen Menschen, ein riesiger Arbeitgeber im Land." Es habe sich früh gezeigt, dass die Zivilgesellschaft nicht mit den gleichen Maßnahmen wie die Wirtschaft gerettet werden könne, sagte Rickert: "Wirklich helfen können nur Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen."

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