Freistaat bringt bisher rund 1400 Ukraine-Flüchtlinge unter

epd
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Staatskanzlei Dresden © Jerzy Sawluk / pixelio.de

Sachsen hat bisher 1.422 Geflüchtete aus der Ukraine in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes aufgenommen. Nicht zu vernachlässigen sei „eine beträchtliche Zahl“ von Ukrainerinnen und Ukrainern, die privat untergekommen seien, sagte Innenminister Roland Wöller (CDU) am Montag in Dresden. Konkrete Angaben könnten aber dazu noch nicht gemacht werden. Das Ministerium müsse sich erst einen Überblick verschaffen. Die Kriegsflüchtlinge, meist Frauen und Kinder sowie Männer über 60 Jahren, seien teilweise schwer traumatisiert, sagte Wöller. Der Freistaat rechne mit einem weiteren Zustrom aus der Ukraine. Derzeit seien noch 550 Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen für Menschen aus der Ukraine frei. Es würden aber noch weitere Unterkünfte geschaffen.

Bisher hat Sachsen 500 Geflüchtete übernommen, die zuerst in Berlin angekommen waren. Laut der Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, Regina Kraushaar, sollen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in der Erstaufnahmeeinrichtung in Leipzig-Mockau unterkommen. Ganz bewusst würden Ukrainerinnen und Ukrainer von anderen Geflüchteten getrennt. Damit sollen Konflikte vermieden werden, sagte Kraushaar. Nach der Entscheidung der Europäischen Union, für Ukrainerinnen und Ukrainer den Flüchtlingsstatus außerhalb eines Asylverfahrens zu gewähren, besteht für die Kriegsgeflüchteten keine Pflicht, sich in einer Erstaufnahmeeinrichtungen aufnehmen zu lassen und auch keine Wohnsitzverpflichtung. Ihnen werde Schutz und Aufenthaltsstatus gewährt, sagte Kraushaar.

Nach erfolgter Registrierung stünden den Geflüchteten Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu. Sie hätten dann auch die Erlaubnis, zu arbeiten. Wer privat untergekommen ist, könne sich in der Ausländerbehörde registrieren lassen. Die Kinder sollen Schulen besuchen können. Ukrainische Geflüchtete in den Erstaufnahmeeinrichtungen sollen laut Kraushaar möglichst schnell auf die Kommunen verteilt werden. Unter den Geflüchteten seien auch zahlreiche Heimkinder sowie behinderte Menschen. Für alle Ankommenden in Leipzig-Mockau soll es ein Corona-Impfangebot geben sowie eine medizinische Erstversorgung. „Es werden noch deutlich mehr kommen“, sagte Kraushaar. Prognosen könnten aber nicht abgegeben werden. Insgesamt gibt es in den sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen Kraushaar zufolge aktuell 1.417 freie Plätze. Wegen der Corona-Pandemie könnten die Unterkünfte aber nicht komplett belegt werden.

Wöller betonte, dass die Hilfsbereitschaft „in diesen dunklen Tagen“ auch in Sachsen groß sei. Auf einem am Freitag freigeschalteten Portal seien mehr als 900 Angebote von Privatpersonen und Organisationen zu Wohnraum, Betreuung und auch Dolmetscherleistungen eingegangen. Die Jüdische Gemeinde in Dresden gab indes bekannt, dass sie bereits dutzende Geflüchtete aus der Ukraine privat aufgenommen habe. Sie rechne mit weiteren Anfragen. Der Vorsitzende der Gemeinde, Michael Hurshell, sprach von einer großen Herausforderung für die Gemeinde. Etwa 95 Prozent der knapp 700 jüdischen Gemeindemitglieder in Dresden kämen aus der Ukraine oder Russland. In anderen Gemeinden sei das Verhältnis ähnlich.

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