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Fröhliche Weihnachten!

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. (Joh 1,14)
Nikola Schmutzler
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Nikola Schmutzler
© privat

Bethlehem, das Thermometer zeigt um die 25 Grad. Auf dem Basar hat ein Fleischer in der Sonne seine Ware ausliegen, ein paar Fliegen fühlen sich angezogen, einige Hände betasten das Fleisch, eine Spur geronnenen Blutes zieht sich bis zum Rand der Auslage. Laut wird um Preise gefeilscht, es ist hektisch und betriebsam.

Basar – so heißt Fleisch auf Hebräisch. Soll sie etwa so sein, die göttliche Herrlichkeit? Wie Fleisch auf dem Basar? Nein, das ist bestenfalls unhygienisch. Fleisch und Herrlichkeit? Das schließt sich gegenseitig aus. Oder nicht?

So soll sie sein, die göttliche Herrlichkeit! Im Stall in Bethlehem kommt kein göttlich strahlender Knabe zur Welt »schöner und holder als Engel es sind«, sondern ein schrumpeliges Baby voller Blut und Käseschmiere. Die Windeln sind nicht »reinlich«, sondern voll, aber das fällt in einem Stall nicht weiter auf.

Wir haben uns die Weihnachtsgeschichte schön gemacht, sie herrlich ausgeschmückt – mit Krippenszenen, vielen Lichtern und Weihrauchduft. Zu Recht, denn es ist herrlich, dass Gott Mensch wird; es ist der Anfang der Geschichte Gottes mit uns. Auch wenn die Geburt im Stall von Bethlehem mit irdischer Herrlichkeit nur wenig gemein hat. Gott wird ganz Mensch, ohne Tricks und doppelten Boden, er hat sich kein Hintertürchen offengehalten. Er lebt ein echtes Menschenleben – das Wort ward Fleisch: Basar: laut, hektisch, manchmal unhygienisch, am Ende tödlich.

Wir haben uns Weihnachten schön gemacht, es herrlich ausgeschmückt – zu Recht! Denn Jesus Christus gibt seine göttliche Herrlichkeit dran und wird wahrer Mensch. Er eröffnet uns damit den Weg zum Vater, er eröffnet uns damit den Blick auf und den Weg in die himmlische Herrlichkeit! Deshalb gilt für uns: Fröhliche Weihnachten!

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3 Lesermeinungen zu Fröhliche Weihnachten!
Matthias Schollmeyer schreibt:
22. Dezember 2017, 13:31

Gott wollte Gabriel nicht länger schonen
und legte ihm die Sternenkarten vor.
„Such heim die Erde mir, ich will belohnen

Maria. Sage ihr mein Wort in´s Ohr.“
Der Engel stieg hinab und auf der Stelle
ward angeklopft im kleinen Dorf am Tor.

Grad kam das Mädchen von der Brunnenquelle,
und hatte ernst gelesen in dem Buch.
Von blauer wunderbarer Wasserwelle,

da saß am Hause englischer Besuch …
„Was willst du, Fremder, hier bei mir, dem Weibe?“
Und barg ihr Angesicht vor ihm im Tuch.

„Ich suche“, sprach der Engel „eine Bleibe
für Gottes Wort in eurer wirren Welt.
Bei dir in deinem makellosen Leibe

scheint mir ein Heim zu winken für den Held.
So grüße ich dich nun! Sei voll der Gnade,
verwandle dich in Gottes Ackerfeld.

Indem ich dir am Ohr SEIN Wort ablade,
wird aller Welt das Glück und Gottes Gnade.“

Hoch schlug dem Weib im Hals das warme Herze.
„Was ist das für ein Gruß?“ die Kleine denkt.
„Was meint er mit dem sonderbare Scherze,

der sich wie Rätselwort hernieder senkt.
Maria bin ich, Josephs nur Vertraute –
hab niemals einem Manne mich verschenkt.“

Der Engel zeigt die weiße Lilienraute:
„Begnadete, verzeih! Gott ist mit dir!
Du wirst dich runden wie der Bauch der Laute,

ein Kind gebären unter Sternen hier.
Den Knaben freilich musst du Jesus nennen.
Der Schöpfer selber will es, glaube mir:

Dein Sohn wird einst zum Gott, man wird ihn kennen.“
Maria flüstert: „Ich – des HERREN Magd?
Beweise bitte ich dich mir zu nennen …

Gelächelt hat der Engel und gesagt:
„Du kennst Elisabeth, die Ururalte?
Besuche sie. Zwar ist es sehr gewagt,

doch riss der HERR ihr auf des Schicksals Falte,
dass ihr Sohn Deinem Schuh und Riemen halte.

Gert Flessing schreibt:
22. Dezember 2017, 21:22

Die Weihnachtsgeschichte ist schön. Man muss sie nicht schön machen. Sie ist so schön, wie jedes neu geborene Leben, das sich in diese Welt hinein quakt. Sicher, es ist nicht so reinlich, wie es Mütter heut gern hätten. Aber es ist Leben. Leben ist schön, denn es ist Geschenk.
Als Johannes schreibt, ist der, der damals in Bethlehem in eine Krippe gebettet wurde, schon seinen Kreuzweggegangen und aus dem leeren Grab heraus zum Vater zurück gekehrt.
Deshalb ist dieser Satz, den ich liebe, höchste Theologie.
Hier schreibt einer, der die Anfänge der Kirche erlebte, um was es geht. "Gott wird Mensch, die Mensch zugute..."
Logos und sarx, ER und wir. Die Ewigkeit und die (Ver)Endlichkeit. Gott ist sich, als die ewige, schöpferische Vernunft, nicht zu schade, Dreck zu werden. Sarx ist ja die ganze weltliche, den Begierden ausgesetzte und dem Tode verfallene Hülle unserer Existenz.
Was ist es denn, das den, der mit seiner Vernunft das Universum erdachte und baute, zu uns trieb und treibt? "Also hat Gott die Welt geliebt..."
Hier haben wir es wieder, dieses Geschenk. Es ist das Geschenk des neuen Lebens, das uns Gott greifbar nahe kommen lässt. Gewiss in einem Kind und vielleicht nicht hygienisch rein und normal geboren, unter Schmerzen, nicht vom kalten Stahl geholt.
Aber wer, als Mutter, als Vater, diese zwei Hände Leben je in den Armen hielt, der weiß, was Herrlichkeit ist.
So nah ist Gott. Das ist Weihnacht. Da schaden auch ein wenig Jubel, ein paar Engel Chöre und ein bisschen Glanz nicht.
Im Gegenteil. Dadurch leuchtet noch etwas von der Freude, die es wohl auch in diesem Stall gab, zu uns rüber.
Gert Flessing

L. Schuster schreibt:
26. Dezember 2017, 22:10

Mehrere tausend Menschen werden in diesem Winter im Freien nächtigen. Die Macher der Hamburger Obdachlosenzeitung „Hinz und Kunzt“ warnten zuletzt immer wieder vor einer wachsenden Verelendung der Menschen ohne Leistungsanspruch. Nicht nur die Menschen aus den EU, sondern auch viele Deutsche. Obdachlose kranke, wie die uneinsichtigen und verängstigten Schizophrenen die noch vor Jahren die die Justiz durch Zwangseinweisungen in die Psychiatrie von der Straße holten lässt man ihren langsamen meist anonymen Suizid zu bzw. als dann unbekannte Tote zu. Meist nicht mal in einer Regionalzeitung erwähnt. "Fröhliche Weinachten!"

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