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Herz zeigen

epd
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Altarraum der Frauenkirche Dresden
Jahreslosung 2017: „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Ez 36,26 © Foto: Stiftung Frauenkirche/Jürgen Vetter

Mit einem festlichen Gottesdienst zur Jahreslosung für 2017 startete Frauenkirchenpfarrer Feydt ins neue Jahr und ermunterte zu einem beherzten Blick auf Veränderungen.

„Ich persönlich empfinde eine große Ungewissheit. Und ich bin wohl damit nicht allein“, so Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt in seiner Neujahrspredigt. Aus vielen Herzen sei das Vertrauen gewichen. Daher müsse ein Neujahrswunsch lauten: „Fassen wir uns ein Herz und gehen wir es beherzt an: mit mehr Vertrauen, mit etwas mehr Mut.“

Angesichts der angespannten weltpolitischen Situation, aber auch der Herausforderungen im Alltag sei die Herzlichkeit oftmals einer Unbarmherzigkeit gewichen. Gott aber sage uns zu, dass dies nicht so bleiben müsse. Jeder kann sein Herz erneuern und öffnen. „Ein neues Herz ist ein erneuertes Herz. Ein Herz, das ich bereit bin zu zeigen.“ Dies täten bereits so viele Menschen u.a. in Dresden, die der Aufforderung, Herz zu zeigen und nicht Hass und Hetze offenherzig folgten.

Von der biblischen Botschaft gehe Ermutigung und Zuversicht aus. „Gott sagt uns am Beginn des neuen Jahres zu, dass er uns verwandeln will“, so der Frauenkirchenpfarrer. Alle hätten die Chance, zu einem neuen Herz und einer neue Geisteshaltung zu kommen. „Das von Gott berührte Herz, ein neues Herz ist ein kraftvolles und starkes Herz. Es kann Spannungen aushalten und dennoch friedfertig bleiben. Es hat keine Angst vor Veränderungen und kann dennoch gelassen und unverzagt sein.“

Der Gottesdienst wurde gestaltet vom neuen Pfarrer-Team der Frauenkirche, dem Kammerchor und dem ensemble frauenkirche unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert, Frauenkirchenorganist Samuel Kummer und Trompeter Joachim Schäfer sowie drei Menschen, die ihre ganz persönliche Sicht einbrachten. Prof. Ludwig Güttler, dem die Frauenkirche sprichwörtlich ans Herz gewachsen und der im aktuellen Jahr Reformationsbotschafter ist, beschrieb die Frauenkirche als Ort der Herzensbildung. Mit Herz und Gottes Geist ließen sich viele Dinge bewegen. Kriminalrat Oliver Malchow erinnerte daran, dass auch unerwartete Lebenswendungen mit Herz und Glauben bewältigt werden können. Seit einem Herzinfarkt lebt er mit einer künstlichen Herzpumpe und erlangte zu persönlich tiefgreifend veränderten Lebensansichten. Jenny Neumann, derzeitig Bundesfreiwillige bei der Stiftung Frauenkirche Dresden, beschrieb ihre Zerrissenheit zwischen der Verunsicherung durch und der Freude über Veränderungen.

Den Gottesdienst feierten 700 Menschen in der Frauenkirche und Hunderttausende am Bildschirm mit, denn das ZDF übertrug den geistlichen Neujahrsgruß wieder live. Seit 2007 kommt der ZDF-Neujahrsgottesdienst aus der Dresdner Frauenkirche. Festliche Musik und die Einladung, das neue Jahr mutig und im Vertrauen auf Gott zu beginnen, prägen diesen Gottesdienst. In diesem Jahr eröffnete er die Reihe der evangelischen ZDF-Fernsehgottesdienste, die im Jahr 2017 im Zeichen des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ stehen.

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3 Lesermeinungen zu Herz zeigen
Gert Flessing schreibt:
05. Januar 2017, 16:00

Nein! Nicht ICH fasse mir ein Herz. Gott berührt mein Herz.
Aber dazu muss das ICH schweigen.
Ja, wir brauchen, als christen, als Gemeinden, als Kirche ein Herz, das Kraft gewinnt und sich stärken lässt. Aber das geschieht nicht durch uns.
"Es ist gut, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade." (Hebräerbrief)
Es ist Gott, der mir, der uns diese Gnade geben kann. Wenn er das tut, folgt für uns die Frage, welchen Weg er uns gehen heißt. Antwort wird er uns durch sein Wort geben und gewiss nicht durch tagespolitische Gegebenheiten. Freilich stellt er uns, mit festem Herzen, das von ihm und nur ihm geprägt ist, mitten in diese tobende Welt, als friedfertige Menschen, die Spannungen aushalten und gelassen das Evangelium leben.
Weil Gott uns die Kraft gibt, nicht, weil wir uns ein Herz gefasst haben.
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
06. Januar 2017, 7:58

Ja, manche Menschen meinen eben, alles selbst in die Hand nehmen zu können! Wie man sieht, sind sogar Pfarrer darunter. Danke für die Klarstellung!

Konrad Piehler schreibt:
06. Januar 2017, 8:33

Herr Flessing, Pfr. Feydt hat lediglich einen Wunsch geäußert. Ich weiß nicht, woher Sie diesen Unsinn nehmen, daß geschwiegen werden muß, damit Gott unser Herz berührt. Ich kenne diese Bibelstelle nicht. Aber vielleicht könnten Sie das mal auf sich selbst anwenden: einfach mal schweigen. Vielleicht berührt Gott dann auch Ihr Herz.

Tageslosung

Tu, was dir vor die Hand kommt; denn Gott ist mit dir.

(1.Samuel 10,7)

Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

(Kolosser 3,17)

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