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Internationales Auschwitz-Komitee kritisiert Facebook

epd
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Kritik an Facebook
© Alexander Klaus/pixelio.de

Das Internationale Auschwitz-Komitee wirft dem sozialen Netzwerk Facebook eine Mitbeteiligung an der Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas vor. Der Umgang des sozialen Netzwerks mit Hasskommentaren sei skandalös und nach wie vor völlig unzureichend, kritisierte der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner, am Donnerstag in Berlin. Wenn laut einer Untersuchung nicht einmal 50 Prozent der bei Facebook auflaufenden Hasskommentare von dem Unternehmen gelöscht werden, bedeute dies, dass Facebook weiterhin massiv an der Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas nicht nur in Deutschland beteiligt ist.

Angesichts dieses Umgangs mit Hasskommentaren sei die Arroganz von Facebook zunehmend unerträglich und gefährlich. "Offensichtlich nehmen die Verantwortlichen bei Facebook weder den Bundesjustizminister noch den deutschen Gesetzgeber besonders ernst", so der Komitee-Vizepräsident. An Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) appellierte das Auschwitz-Komitee, "schnellstens und konsequent alle gesetzlichen Möglichkeiten zu nutzen, Facebook hier Grenzen aufzuzeigen."

Darüber hinaus sei es höchste Zeit für eine neue europäische Initiative, dem Hass im Netz massiv zu begegnen, bevor er noch häufiger als bisher in rohe Gewalt gegen andere Menschen umschlage. "Europa sollte sich auch in dieser Hinsicht seiner Geschichte erinnern", warnte Heubner.

Der Bundesjustizminister hatte am Donnerstag ein Jahr nach der Gründung der Task Force gegen Hassbotschaften im Internet mit Blick auf Facebook eine ernüchterte Bilanz gezogen. "Das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben", sagte Maas. Am 15. Dezember 2015 hatte er sich mit den großen Internetunternehmen als Mitglieder einer Task Force darauf verständigt, Hassbotschaften im Netz binnen 24 Stunden zu löschen.

Laut einem im September veröffentlichten Bericht, den die Task Force in Auftrag gegeben hatte, löschte Facebook aber nur 46 Prozent der gemeldeten strafbaren Inhalte. Youtube löschte demnach rund zehn Prozent und Twitter nur eine von hundert Hassbotschaften. Besser war die Quote nur, wenn sich bekannte Akteure direkt an das Unternehmen wendeten, wie der Test von "jugendschutz.net" ergab.

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3 Lesermeinungen zu Internationales Auschwitz-Komitee kritisiert Facebook
Gert Flessing schreibt:
16. Dezember 2016, 11:12

Jeder kennt diese Kommentare.
Aber ich frage mich, ob sie die Ursache für eine "Verrohung" der Gesellschaft sind, oder eher eine Folge.
Wenn ich mich durch Facebook wurstle, dann begegnet mir dort ein Querschnitt unserer Gesellschaft.
Waren es vor einiger Zeit eher jüngere Menschen, so ist es jetzt doch vor allem von Menschen "gesetzteren Alters" frequentiert.
Also eher jenseits der dreißig.
Es gibt dort manchen Frust, der abgeladen wird.
Aber es gibt auch vieles, was einfach nur von dem erzählt, was Menschen erleben und erfahren.
Es ist nicht alles druckreif. Aber mitunter ersetzt es doch das "Kneipengespräch", das, vor allem auf dem Lande, kaum noch möglich ist, weil die Dorfkneipen (und nicht nur die), weitgehend verschwunden sind.
Ich erlebe gerade Facebook auch als einen ort, an dem Menschen Freude und Kummer teilen, an dem getröstet und ermutigt wird.
Natürlich auch als einen Ort, an dem unqualifiziert manches der Tastatur entflieht und man nur den Kopf darüber schütteln kann.
Doch bevor ich, als Staat, nach Zensur schreie, sollte ich die Menschen, die noch "normal" sind, ermutigen, dort, wo eine Sprache der Unvernunft gepflegt wird, mit Vernunft dagegen zu halten.
Das dürfte effektiver als große Löschkampangen sein.
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
16. Dezember 2016, 20:56

Ja, da stellt sich wiedermal die Frage nach Ei und Hun!

Thomas aus Leipzig schreibt:
20. Dezember 2016, 20:12

Und wieder wird eine Sau durch's Dorf Getrieben. Was ist ein Hasskommentar? Und wer bestimmt, was ein Hasskommentar ist. Eine Antwort der Redaktion würde mich brennend interissieren!

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(Jesaja 60,20)

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(1.Petrus 1,3)

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