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"Jeder intelligente Katholik ist auch protestantisch"

Der Politiker Heiner Geißler hat sich intensiv mit Martin Luther beschäftigt
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© By Inforadio (Self-photographed) [Public domain], via Wikimedia Commons

Der ehemalige Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit, Heiner Geißler, hat sich intensiv mit Martin Luther beschäftigt. In einem Interview im neuen SONNTAG  (Ausgabe Nr. 44 vom 30. Oktober) stellt der Katholik seine Sicht auf den Reformator dar.

Mit dem Ablass habe Luther ein zentrales Problem, die Verbindung von Religion und Geld sowie Glauben und Kapital, angesprochen. Geißler schlussfolgert: "Die Kirche müsste mehr Widerstand leisten gegen die Entwicklungen auf der Erde, die nicht von christlichen Werten hergeleitet, sondern vom Kapital bestimmt werden. Luther würde sagen, warum wehrt ihr euch nicht gegen den Absolutismus des Kapitals, so wie ich mich damals gegen den Unfehlbarkeitsanspruch der Kurie gewehrt habe?"

Dass Luther das Zölibat abgeschafft, das Scheidungsrecht und die Frau im Priesteramt eingeführt hat, würdigt der Politiker als Verdienst. "Die katholische Kirche hinkt der evangelischen Kirche 500 Jahre hinterher, was das Zölibat und die kirchlichen Ämter für Frauen angeht", sagt Geißler. Und Luther argumentiere folgerichtig, dass das gemeinsame Abendmahl unverzichtbar sei, wenn alle getaufte Christen sind.

Auf die Frage, warum er sich mit Martin Luther beschäftigt, antwortet Geißler: "Jeder intelligente Katholik ist in seinem Innern auch protestantisch."

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VERÖFFENTLICHT AM 27.10.2016 Artikel drucken

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