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Junkermann freut sich auf neue Tätigkeit

epd
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© EKMD

Die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann hält ihre fehlende DDR-Biografie nicht für ein Manko für ihre künftige Tätigkeit. Junkermann soll nach ihrem Ausscheiden aus dem Bischofsamt ab September 2019 an der Universität Leipzig die neue Forschungsstelle »Kirchliche Praxis in der DDR. Kirche (sein) in Diktatur und Minderheit« leiten. »Viele sehen meine West- wie Ost-Erfahrung als eine sehr gute Voraussetzung«, sagte die aus Baden-Württemberg stammende evangelische Theologin der in Weimar erscheinenden Mitteldeutschen Kirchenzeitung »Glaube+Heimat« (Ausgabe zum 2. Dezember). »Es braucht jemanden, der auch ein wenig Distanz mitbringt, der die Unterschiede zwischen west- und ostdeutscher Prägung in Kirche und Theologie nüchtern abschätzen kann.«

Junkermann fügte hinzu: »Meine Erfahrungen aus zehn Jahren Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) geben mir die nötige Nähe.« Sie freue sich wirklich sehr auf die Aufgabe, fast oder ganz vergessene Schätze aus der Zeit als Minderheitskirche in einer Diktatur heben zu können, sagte die Bischöfin. Sie habe die Entscheidung, an die Universität nach Leipzig zu gehen, auch aus familiären Gründen getroffen. Die Idee, nach dem Ende ihrer Amtszeit im August 2019 in ein Pfarramt zu wechseln, habe sie verworfen, da sie bis zum Beginn ihres Ruhestandes in dreieinhalb Jahren dort kaum hätte Fuß fassen können.

Ihre Bezüge bekommt die Landesbischöfin nach der Entpflichtung weiter von der mitteldeutschen Kirche. Die Sachkosten für die Forschungsstelle in einer Gesamthöhe von 95.000 Euro teilen sich laut der Kirchenzeitung die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) und die Union Evangelischer Kirchen (UEK).

Ein Nachfolger für Junkermann im Bischofsamt wird gegenwärtig gesucht. Er soll auf der Frühjahrstagung des Kirchenparlaments im kommenden Mai gewählt werden. Die 61-Jährige wollte ihr Amt ursprünglich um etwa vier weitere Jahre bis zum Erreichen ihrer Pensionsgrenze ausüben, fand aber in der Kirchenleitung dafür nicht die nötige Unterstützung.

Quelle
VERÖFFENTLICHT AM 29.11.2018 Artikel drucken

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