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Kirchenbezirk Aue setzt auf Toleranz

Superintendent Bankmann will weitere Aktionen anstoßen
epd
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Nach einer Gewalttat gegen einen ehrenamtlichen Kirchenmitarbeiter im erzgebirgischen Aue will der evangelisch-lutherische Kirchenbezirk Aue sein Engagement für Frieden und Respekt verstärken. Denkbar seien regelmäßig stattfindende Friedensgebete, sagte der Superintendent Dieter Bankmann am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das sei aber erst eine Idee und müsse mit den Kirchgemeinden noch besprochen werden.

Vorstellen können er sich auch, dass Kirche in den öffentlichen Raum geht, auf Anlässe bezogen etwa für Mahnwachen oder andere Aktionen. Bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung bei einer Weihnachtsfeier für Bedürftige und Einsame war am Heiligabend ein 51-jähriger Kirchenmitarbeiter durch einen Messerstich schwer verletzt worden. Am vergangenen Samstag versammelten sich rund 500 Menschen zu einem Friedensgebet in der St.-Nicolai-Kirche in Aue.

Hintergrund war neben der Gewalttat eine für diesen Tag unter anderem von der NPD angekündigte Kundgebung in Aue. Die Attacke gegen den ehrenamtlichen Mitarbeiter mutmaßlich von einem Syrer hatten Rechtsextremisten für ihre Zwecke missbraucht. Unter anderem warnten sie vor "Überfremdung und deren Auswirkung".

Das Friedensgebet am Samstag sollte laut dem Superintendenten nicht als Gegenveranstaltung verstanden werden. "Wir wollten sehr bewusst keine Kerzendemonstration nach außen tragen und keine Provokation", sagte Bankmann dem epd. Zugleich bestätigte er den Erhalt von Hetzmails. "Ich werde darauf nicht antworten", so Bankmann.

Die Weihnachtsfeier hatte im Pfarrhaus der Kirchgemeinde St. Nicolai in Aue stattgefunden. Der bei der Gewalttat schwer verletzte Helfer hatte zuvor einen Streit zwischen Migranten schlichten wollen. Ein 53-jähriger Syrer sitzt als Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Gegen weitere Tatverdächtige wird ermittelt.

Nach einer Notoperation befindet sich der Mitarbeiter laut Bankmann wieder auf dem Weg der Besserung. Zwei weitere Menschen wurden leicht verletzt.

Die evangelisch-lutherische Gemeinde St. Nicolai in Aue warnt auf ihrer Homepage vor einer Instrumentalisierung der Tat. "Wir verwahren uns dagegen, diese Straftat zum Anlass zu nehmen, alle Fremden als potenzielle Gewalttäter zu betrachten", heißt es dort.

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