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Konsumsoziologe: Toilettenpapier-Hamsterkäufe sind pathologisch

(epd)
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© Bärbel Gast / pixelio.de

Der Berliner Konsumsoziologe Kai-Uwe Hellmann sieht in den Toilettenpapier-Hamsterkäufen in der Corona-Krise ein »grenzwertiges, beinahe pathologisches Verhalten«. »Die Leute, die acht Packungen Klopapier kaufen, reagieren völlig überdreht. Die Wahrnehmung dieser Menschen hat mit der Realität nicht viel zu tun«, sagte Hellmann in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Angst vor Lebensmittel- oder Hygieneartikel-Knappheit sei nicht gedeckt durch den aktuellen Stand der Lebensmittelversorgung, die zurzeit offensichtlich nicht infrage steht.

»Wenn ein Teil der Bevölkerung wirklich denkt, dass er für Monate von Einkaufsmöglichkeiten völlig abgeschnitten sei, ist das aktuell noch unbegreiflich. Es ist nirgends erkennbar, dass wir auf dem Land oder in der Stadt eine echte Knappheit erleben werden«, sagte der Soziologe. Im Freizeitverhalten müssten sich die Menschen derzeit zwar einschränken, das korreliere aber nicht mit einer Warenknappheit.

Die Krisenkommunikation der Verantwortlichen wie auch die Medienberichte in der aktuellen Situation seien »weitestgehend vorbildlich«, erklärte der Wissenschaftler. An gesicherte Informationen über das Virus und die Gegenmaßnahmen zu kommen, sei nicht so schwierig. »Man kann sich jederzeit ein ungefähres Bild von der Situation machen«, sagte Hellmann.

Das Bedürfnis, Toilettenpapier zu hamstern, sei möglicherweise auf eine »etwas verquere Weltanschauung« zurückzuführen. Es gebe immer mehr Leute, die ihre eigene, sehr subjektive, auf sich reduzierte Wahrnehmung pflegen würden. Die erreiche man auch nicht mehr mit gesicherten Informationen und Nachrichten, da sie eine ganz eigene Bewertung der Vorgänge hätten: »Diese Menschen haben eine Vorstellung von der Zukunft, die ohne Fakten auskommt.« Die gleiche Beobachtung habe man in den vergangenen Jahren rund um die Diskussion um Fake News machen können, sagte der Wissenschaftler.

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