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Kretschmer kritisiert negativen Blick auf deutsche Einheit

»Es ist das beste Deutschland, das wir je hatten.«
epd
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© Sächsische Staatskanzlei/Pawel Sosnowski

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) beklagt eine Schieflage bei der Beurteilung der deutschen Einheit in den ostdeutschen Bundesländern. »Nie ging es uns in den neuen Ländern so gut, nie war unsere Lebenserwartung so hoch und nie stand uns die Welt so offen wie heute«, sagte Kretschmer der in Düsseldorf erscheinenden »Rheinischen Post« (Mittwoch). Die Diskussion habe aber »eine Schlagseite ins Negative bekommen«, kritisierte der CDU-Politiker. »Das müssen wir wieder geraderücken. Wir müssen die Freude zurückgewinnen.«

Der 3. Oktober sei »immer wieder die Gelegenheit, dankbar zu sein für soziale Marktwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie«, betonte Kretschmer. Die deutsche Einheit sei die größte patriotische Leistung des Landes: »Im Westen haben Menschen auf Wohlstandszuwachs verzichtet, in Ostdeutschland hat sich der überwiegende Teil der Bevölkerung ein neues Leben aufgebaut.« Das müsse an einem solchen Tag gewürdigt werden.

Die heutigen Herausforderungen hätten sich die DDR-Bürger vor 1990 nur wünschen können, erklärte der sächsische Regierungschef. »Miesepetern sage ich: Es ist das beste Deutschland, das wir je hatten.« Persönlich sei er immer noch »glücklich und ergriffen« von der Wiedervereinigung: »Sie ist das größte Wunder in meinem Leben – neben der Geburt meiner Söhne.«

Deutschland blickt in diesem Jahr auf 28 Jahre Wiedervereinigung zurück. Der Tag der Deutschen Einheit wird mit einem dreitägigen Bürgerfest gefeiert. Für Mittwoch waren ein ökumenischer Gottesdienst und ein Festakt mit den Spitzenvertretern der Verfassungsorgane in Berlin geplant.

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9 Lesermeinungen zu Kretschmer kritisiert negativen Blick auf deutsche Einheit
Johannes schreibt:
04. Oktober 2018, 17:56

Nachdem, was ich in der Ausbildung für den Gehobenen Dienst von dem Dozenten einer westdeutschen 'VerwaltungsFHS gelernt habe, steht seit Erhard die soziale Marktwirtschaft auf vier Säulen. Eine davon ist die Vollbeschäftigung (D.h. Eine Arbeitslosigkeitsquote unter 2,5 %). Also, da diese Säule fehlt, ist die Marktwirtschaft nicht mehr sozial, sondern unter eine den Gesetzen des Kapitalismus stehende Marktwirtschaft. Der Markt aber ist nicht in der Lage, gleichen Lohn für gleiche Arbeit in Ost und West, gleiche Rente für Ost und West, gleiche Erzieherschlüssel in den Kindergärten Ost und West usw. zu regeln. Deshalb fehlen uns noch die "blühenden Landschaften", die viele Leute in Ost mit ihrem Wahlverhalten herbeilocken wollten. Noch ist noch nicht ganz zusammengewachsen, was zusammengehört. Lasst uns für die WEITERVEREINIGUNG kämpfen.
Johannes Lehnert

Beobachter schreibt:
05. Oktober 2018, 13:04

Ja, das ist wichtig, als Ossi haben wir das ja schließlich gelenrt! Kämpfe wir für den Frieden, die Freiheit, den Sozialismus, die Internationale, Solidarität,..., bis der Kommunismus gesiegt hat! "Brüder zur Sonne...!" "Venceremos"

Johannes schreibt:
08. Oktober 2018, 18:33

Lesen sollte man können! Ich sprach von einem Dozenten einer westdeutschen Verwaltungsfachhochschule... Und in meiner Bibel steht: Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; das habe ich nicht in der Schule, sondern in der Sonntagsschule gelernt... "So wirst du die Krone des Lebens tragen..."

Beobachter schreibt:
09. Oktober 2018, 12:29

Ja , lesen sollte man(Sie) können , Herr Johannes. I
Ich habe nicht auf das geantwortet, was man versuchte, Ihnen einzutrichten! Sondern auf das, was Sie daraus schließen. Ich denke mal "Deshalb fehlen uns noch die "blühenden Landschaften", die viele Leute in Ost mit ihrem Wahlverhalten herbeilocken wollten. Noch ist noch nicht ganz zusammengewachsen, was zusammengehört. Lasst uns für die WEITERVEREINIGUNG kämpfen." oder zumindest der letze Satz, stammt nicht vom Dozenten, sondern ist auf Ihrem Mist gewachsen?

Johannes schreibt:
10. Oktober 2018, 9:37

Vielleicht haben Sie die gestrige Berichterstattung zum Lichtfest in Leipzig gesehen oder gehört. Da war es durchaus Volkes Meinung, dass die Vereinigung längst nicht ganz vollzogen ist. Was ist also daran falsch, um die WEITERVEREINIGUNG zu kämpfen?
fragt Johannes Lehnert

Beobachter schreibt:
10. Oktober 2018, 13:25

Kämpfen ist für mich einb negativ besetzter DDR-Begriff, da muß wir doch für alles kämpfen sogar für den Frieden. Hat sich mir nie erschlossen, wie das gehen sollte und wie Kampf und Frieden zusammenpassen sollen.
Sie werden es nicht glauben, aber zufällig habe ich im MDR den Bericht gesehen. Er war sehr selektiv und kurz. Wahrscheinlich bewußt, damit man nicht auch nur ansatzweise auf die beachtenswerten Äußerungen von Däubler-Gmelin zur Einschätzung der aktuellen "Politik" eingehen zu müssen!
Positiv kam aber sogar ganz kurz rüber, daß es Menschen (Bürgerechtler!) gibt, die damals wie heute mit dem selben Ruf auf der Straße waren und sind!

Johannes schreibt:
14. Oktober 2018, 18:08

Dass Sie den Begriff wegen ihres DDR-Traumas negativ besetzt haben, Verehrstester ist Ihr gutes Recht. Das Sie, daraus folgernd, anderen die Glaubwürdigkeit absprechen, ist es nicht. - Im Übrigen habe ich Sie zweimal darauf hingewiesen, dass der Begriff mir nicht aus der DDR-Liturgie, sondern aus der Sonntagsschule erwachsen ist. Ihn hat nicht Lenin, Stalin, Ulbricht oder Honecker erfunden; er wurde schon von Paulus als Synonym für aktives Laufen auf dem rechten Weg des Glaubens verwendet.
Mit freundlichem Gruß
Johannes Lehnert

Britta schreibt:
06. Oktober 2018, 14:14

Ludwig Erhard war allerdings auch klug genug, die Bundeswehr aus dem Vietnamkrieg rauszuhalten. Der US-Dollar wurde damals bis in die 70er Jahre durch massive Einkäufe von Rüstungsgütern aus den USA durch die Bundesrepublik massiv gestützt (Quelle: DIE ZEIT 2003)
Heute: die Bundeswehr kann zwar die Grenzen ihrer eigenen Heimat angeblich nicht schützen gegen illegale Invasion, ist aber in verschiedenen Gebieten auf der Welt mit oder ohne UN-Mandat mit von der Partie - der Tabubruch erfolgte mit dem Kosovokrieg, (infolge dessen durch die Unterstützung der Mullahs das von Sebien abgetrennte Kosovo moslemisch wurde und Bosnien weitestgehend auch) unter einer rot-grünen Regierung. Zudem werden fleißig, egal wer die Regierung stellt, Waffen an autokratische Regimes wie Saudi-Arabien und die Türkei, deren erklärtes Ziel die Islamisierung des bösen Westens ist, geliefert. Sozusagen wie die Kanonen des ungarischen Meisters, die die Zerstörung der Stadtmauern Konstantinopels erst ermöglichten. Bei der eigenen Armee funktioniert hingegen kaum noch was.
Nachdem vor 3 Jahren die Kanzlerin immer wiederholte, daß es nun 70 Jahre Frieden und Wohlstand in Europa gab und daß es kein Anrecht auf sowas gibt, hatte ich damals schon ein diffus-ungutes Gefühl, was zunehmend durch Fakten bestätigt wird. Und wenn jetzt nicht bald eine Wende geschafft wird, dann wird Herr Gillo, der ehemalige süchsische Ausländerbeauftragte, Recht behalten, der schon vor Jahren mit großer Selbstverständlchkeit verkündete, daß 2035 mehr Ausländer in unserem Land leben werden als Deutsche, und wenn man dann überlegt, daß die meisten der ersteren Moslems sind, dann kann man - besonders als christliche Frau - die heutige Situation nur als Ruhe vor dem Sturm begreifen. Da kann man sich von etwas vergänglichem Wohlstand (spätestens mit Erhalt des Rentenbescheides ist diese Illusion vorbei) nicht ablenken lassen, daß wir gerade dabei sind, die Zukunft unserer Kinder in verantwortungsloser Weise zu verspielen.

Gert Flessing schreibt:
08. Oktober 2018, 11:48

Ich mag weder "Besserwessis" noch "Jammerossis". Das wir ein Land sein dürfen, ist, für mich, sehr gut und ein schönes Gefühl, dieses Land, ohne hemmende Grenzen, bereisen zu können.
Auf welche "blühenden Landschaften" warten denn manche Leute noch? Wenn ich durch Sachsen fahre, sehe ich vielfältige Erfolgsgeschichten. Ich sehe schöne Dörfer und gepflegte Städte. Jedenfalls da, wo nicht "Grafittikünstler" das alles zunichte gemacht haben. Ich erlebe, wenn ich einen Urlaubsabstecher mache, Hotels und Pensionen, die sich, mit vielem, aus den alten Bundesländern, nicht nur messen können.
Ich sehe auch, das viel Arbeit da ist und ich erlebe Handwerker, deren Auftragsbücher so voll sind, dass sie es kaum bewältigen können.
Sie haben Nachwuchssorgen. Dann sehe ich junge Leute, die, herrlich bunt, gepierct und tätowiert, früh schon mit ner Pulle Bier an der Ecke lungern, anstatt, jene Zukunft zu ergreifen, die ihnen, von unseren Handwerkern geboten wird.
Wir leben in einem Vaterland, wie es besser nicht geht, denn auch diese Freiheit, zum Nichtsnutz, ist gegeben.
Klar kann jeder ein Haar in der Suppe finden. doch recht getan jedermann ist eine Kunst, die keiner kann.
Doch bevor man klagt, sollte jeder überlegen, was er tun kann, damit es besser wird.
Gert Flessing

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