Kümmern statt Klatschen – Diakonie ruft zur Mitarbeit in Heimen auf

(epd)
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© Uta Herbert / pixelio.de

"Das Virus kennt keine Feiertage und keine Pause": Angesichts einer zugespitzten Lage in Pflege- und Wohnheimen haben die evangelische Landeskirche und die Diakonie in Mitteldeutschland Freiwillige zur Mitarbeit aufgerufen. Mit der Kampagne "Kümmern statt Klatschen" sollen Menschen gewonnen werden, die dort helfen, wo Unterstützung dringend gebraucht werde, heißt es in einer am Sonntag in Halle verbreiteten Erklärung des Bischofs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, und des Vorstandsvorsitzenden der Mitteldeutschen Diakonie, Christoph Stolte.

Gesucht würden Männer und Frauen, die pflegerische Erfahrung oder einen sozialen Beruf erlernt haben beziehungsweise als Mitarbeitende in der Gastronomie Hygienezertifikate nachweisen können. Für potenzielle Helfer sei eine Internet-Plattform eingerichtet worden. Die Einrichtungen vor Ort würden über die benötigte Unterstützung, ob Helfer geeignet seien, wo sie eingesetzt würden und gegebenenfalls auch über die Art der Anstellung und der Entlohnung entscheiden. Stolte sprach von einzelnen Einrichtungen, in denen aktuell mehr als zwei Drittel der Mitarbeitenden krankgemeldet seien.

Die Zahl der Infektionen steige täglich an. "Beifall klatschen war gestern, jetzt brauchen wir helfende Hände, Menschen, die mit zupacken, um die Arbeit in den stationären Einrichtungen zu entlasten", bat er um Unterstützung. Die Mitarbeitenden in den sozialen Einrichtungen der Diakonie hätten in den neun Monaten Pandemie erheblich Überstunden geleistet, oftmals in Schutzausrüstung. In einigen Häusern werde seit Wochen in kräftezehrenden Zwölf-Stunden-Schichten gearbeitet. Viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien physisch und psychisch erschöpft und würden selbst krank. Dazu kämen Quarantänen und die Sorge um die Betreuung der eigenen Kinder. Es müsse ohne zusätzliche Hilfe damit gerecht werden, dass es an den Weihnachtsfeiertagen zu Besuchseinschränkungen kommen kann, erklärte Stolte. "Wir werden uns auf Enttäuschungen einstellen müssen und hoffen auf ein großes Verständnis auf allen Seiten." Es hänge alles daran, wie viele Mitarbeitende in den kommenden Tagen im Dienst sein könnten.

Für Bischof Kramer ist der Aufruf kurz vor dem Fest eine "Herzensbitte". Die Mitarbeitenden in den Einrichtungen bräuchten nicht nur dankbaren Respekt, sondern jetzt spürbare Hilfe und Entlastung, erklärte er: "Wir wollen Einrichtungen in Not und hilfsbereite Menschen zusammenbringen". Damit Hilfswillige und Einrichtungen schnell zueinanderfinden könnten, werte ein Kampagnenteam die im Internet bereitgestellten Kontaktformulare aus, erläuterte ein Diakonie-Sprecher. Das Team kümmere sich darum, je nach den vorliegenden Voraussetzungen der Hilfswilligen eine passende Einrichtung in der Nähe finden. Dazu würden die Daten täglich ausgewertet. Per E-Mail und am Telefon werde dann gemeinsam beraten, wo die angebotene Hilfe am besten eingesetzt wird, so der Sprecher.

Die Diakonie Mitteldeutschland ist für die soziale Arbeit der EKM und der Evangelischen Landeskirche Anhalts zuständig. In ihren mehr als 1.700 Einrichtungen und Diensten sind rund 30.000 Mitarbeitende beschäftigt. Internet www.diakonie-mitteldeutschland.de/kuemmern-statt-klatschen

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