Landesbischöfin eröffnet digitale Landessynode im Norden

(epd)
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© Nordkirche

Mit einem Gottesdienst aus dem Schweriner Dom hat am Donnerstag die erste digitale Tagung der Landessynode (Kirchenparlament) der Nordkirche begonnen. Themen bis Freitagabend sind die Gleichstellung, Wahlen für überregionale Gremien, eine Verschiebung der Gehaltserhöhung für Pastoren und der Bericht von Bischöfin Kirsten Fehrs. Die ursprünglich geplante Haushaltsdebatte für 2021 wurde verschoben, weil die Nordkirche die neue Steuerschätzung abwarten will.

In der biblischen Apokalypse werde eine Katastrophe prophezeit, weil alles so weitergehe wie bisher, sagte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt in ihrer Predigt. "Dass alles immer so weiter geht, wird in immer größer werdenden Teilen der Erde von immer mehr Menschen als beängstigend erfahren, als bedrohlich für ihr Überleben, sogar als tödlich." Die Corona-Pandemie verstärke das noch. Die biblische Seher Johannes prophezeie kein Happy End. "Er sagt nicht: Am Ende wird alles gut. Sondern er sagt: Am Ende wird alles neu."

Die sozialen Ungerechtigkeiten würden schon lange "zum Himmel schreien", kritisierte die Landesbischöfin. Es würden gerade diejenigen besonders leiden, die ohnehin schon wenig zum Leben haben: Obdachlose, finanziell schwache Familien, Geflüchtete, Menschen am Anfang der globalen Lieferketten. Dass ein sich selbst regulierender Markt am Ende alles richtet, werde in der Pandemie als bittere Täuschung entlarvt. Dazu kämen die dramatischen Auswirkungen des von den westlichen Industrie-Nationen verursachten Klimawandels.

Synodenpräses Ulrike Hillmann sieht für die Zukunft gute Chancen, die Belastung der Synodalen durch digitale Tagungen zu verringern. Es könnten mehr Menschen für die kirchliche Gremienarbeit motiviert werden, wenn sie die Sitzungen auch von zu Hause aus verfolgen können, sagte sie vor der Synodentagung dem epd. Dies gelte vor allem für jüngere Synodale. Zudem sei es kostengünstiger und klimaschonender. Digitale Synoden sollte es allerdings nur für einzelne Tage oder Abende geben. Als Regelfall wünsche sie sich "reale Synoden".

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