Landessynode berät Gesetze im Schnelldurchlauf

Keine Diskussion über Gesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt – Sechs Gesetzesvorlagen in weniger als einer Stunde beraten
Uwe Naumann (mit epd)
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Die Landessynode kommt zu ihrer verschobenen Frühjahrstagung im Haus der Kirche zusammen. © Uwe Naumann

Die sächsische Landessynode hat am Samstagvormittag ihre Tagung in der Dresdner Dreikönigskirche fortgesetzt. In weniger als einer Stunde wurden sechs Gesetzesvorlagen zum ersten Mal gelesen und beraten. Auf dem Programm standen unter anderem ein Gesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens sowie die Einführung eines neuen Gottesdienstbuches. Beim »wichtigen Thema« sexualisierte Gewalt, wie die Synodale Johanna Fabel meinte, gab es keine Diskussion. Dabei ist das ein Bereich, der in der Landeskirche erst kürzlich neu strukturiert wurde und noch einige Aufgaben bereithält. Laut Hans Peter Vollbach gab es in der Vergangenheit 17 Fälle sexualisierter Gewalt in der Landeskirche, die im Rahmen einer Studie der EKD mit den Landeskirchen derzeit aufgearbeitet werden. Beim neuen Gottesdienstbuch wurde vor allem die Frage diskutiert, ob eine Altarausgabe des Buches nur noch digital vorhanden sein soll oder ob extra eine Altarausgabe gedruckt werden soll. Derzeit gebe es nach Angaben des Synodalen Gaston Nogrady nur eine Handausgabe. Das Landeskirchenamt soll nun die Kosten für eine Altarausgabe prüfen.

Neben kleineren Gesetzesänderungen wurde auch die Änderung der Verfassung beraten, um befristet bis 2024 auf allen Ebenen der Landeskirche digitale und hybride Gremiensitzungen zu ermöglichen. 

Vor der Mittagspause wird derzeit über ein »Wort der Landessynode zu Verständis und Praxis des Abendmahls« beraten. Dabei gibt es einige Synodale, die von ihrer Abendmahlspraxis zum Beispiel mit Einzelkelchen und in digitaler Form berichten.

Das Kirchenparlament, das in der Regel zweimal im Jahr zusammentritt, tagt seit Freitag in der Dresdner Dreikönigskirche. Am ersten Tag kamen die 80 Synodalen ausschließlich in Ausschüssen zusammen. Am Samstag und Sonntag tagt die Synode im Plenum. Auf der coronabedingt verkürzten Präsenztagung wird außerdem der Bericht des Diakonischen Werkes erwartet.

Zur evangelischen Landeskirche in Sachsen gehören derzeit rund 663.000 Mitglieder in rund 550 Kirchgemeinden. Die Synode ist das gesetzgebende Organ.

Die Tagung ist im Livestream im Internet zu verfolgen. Gäste sind aufgrund des Hygienekonzeptes nicht zugelassen.

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