Leipziger Bündnis wehrt sich gegen Corona-Proteste

Aktualisiert am Montag mit O-Tönen von Pfarrer i.R. Wolff und Gisela Kallenbach
(epd/so)
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Nikolaikirche Leipzig
Nikolaikirche – einer der Orte, wo eine Veranstaltung stattfindet © KFM/pixelio.de

Ein Bündnis aus Parteien und zivilgesellschaftlichen Initiativen will am Montag in Leipzig ein Zeichen gegen anhaltende gewaltsame Corona-Proteste setzen. Geplant seien 16 Corona-konforme Versammlungen in der Innenstadt, etwa auf dem Augustusplatz, dem Markt, am Neuen Rathaus, an der Thomaskirche und im Nikolaikirchhof, teilte das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ als einer der Initiatoren am Freitag mit.

In Leipzig sei kein Platz „für Verschwörungsmythen, Wissenschaftsleugnung, Antisemitismus und Menschenverachtung“. Unterstützt wird die Aktion von den Grünen, der SPD und den Linken sowie unter anderem von der Stiftung Friedliche Revolution und dem Bündnis „Aufruf 2019“. "Wir wollen nicht zulassen, dass eine Minderheit im öffentlichen Raum zunehmend Journalistinnen und Polizisten attackiert und dabei Symbole der demokratischen Revolution missbraucht, erklärte der Vorsitzende der SPD Leipzig, Holger Mann. Demokratiefeindinnen und -feinden müssten „endlich ihre Grenzen aufgezeigt werden“, erklärte die Sprecherin der Leipziger Grünen, Ulrike Böhm. Es sei „schlicht eine staatliche Bankrotterklärung, gewaltbereite Menschen, die die Regierung beleidigen und den Ministerpräsidenten verbal und auf Plakaten mit dem Tod bedrohen, ungehindert durch unsere Stadt laufen zu lassen“.

Pfarrer Christian Wolff schreibt auf seinem Blog: „Vor fünf Jahren haben wir es in Leipzig geschafft, die Rechtsnationalisten um Pegida/Legida von der Straße zu bringen. Jetzt versuchen die Rechtsextremisten die Corona-Krise zu nutzen, um ihr gefährliches Spielchen vom „Systemwechsel“ von Neuem zu beginnen. Die Gruppen heißen nicht mehr Legida, sondern Bewegung Leipzig, Freies Sachsen, III. Weg, Querdenken.“

Gisela Kallenbach, Initiatorin der „Leipziger Erklärung – Ihr seid nicht das Volk“ betont in dem Blog-Beitrag: „Nicht nur der Ruf unserer Stadt steht auf dem Spiel, wenn aus rechtsradikalen Kreisen für ein konzentriertes Treffen am nächsten Montag mobilisiert wird. Das bisher schon wahrnehmbare aggressive Auftreten der vermeintlichen Verfechter von Demokratie und Freiheit gefährdet den Frieden und die Gemeinschaft in unserer Stadt. … Es wird höchste Zeit, dass wir mit stillem Protest zeigen, dass eine Mehrheit in unserer Stadtgesellschaft für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheitsrechte der Gemeinschaft eintritt.“

In zahlreichen sächsischen Städten hatte es wiederholt Corona-Proteste gegeben, bei denen zum Teil Medienvertreterinnen und -vertreter attackiert und Polizistinnen und Polizisten angegriffen wurden. Wegen der hohen Infektionszahlen hatte Sachsen die Teilnehmerzahl auf zehn Personen beschränkt.

Aktion: Montag, 10. Januar 2022, ab 17.30 Uhr.

Treffpunkte für die Versammlungen sind: Augustusplatz (10 Gruppen á 10 Personen), Marktplatz, Nikolaikirchhof, Thomaskirchhof (Nord- und Südseite), jeweils ab 17.30 Uhr. Es gelten die Corona-Regeln: Maske tragen, Abstand halten.

Weitere Informationen:

https://wolff-christian.de/haltung-zeigen-am-montag-10-januar-2022-ab-17...

https://platznehmen.de/2022/01/06/das-ende-der-geduld/

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