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Leipziger Persönlichkeiten starten »Aufruf 2019« für Demokratie

epd
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Mit einem »Aufruf 2019« werben Leipziger Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Kirche für einen gesellschaftlichen Aufbruch. »Wir wollen gemeinsam Gesellschaft gestalten, statt Ängste zu verbreiten; Probleme lösen, statt Sündenböcke zu schaffen; Demokratie leben, statt sie auszuhöhlen«, teilten die Initiatoren am Dienstag in Leipzig schriftlich mit. Der Aufruf trete ein für ein weltoffenes Leipzig, ein demokratisches Sachsen und ein geeintes Europa. Details sollen demnach am Freitag auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden.

Zu den Unterzeichnern des Aufrufs zählen Leipzigs Oberbürgermeister Burkard Jung (SPD), »Prinzen«-Sänger Sebastian Krumbiegel und Erik Wolf vom Deutschen Gewerkschaftsbund Leipzig-Nordsachsen. Auch der langjährige Pfarrer der Leipziger Thomaskirche, Christian Wolff, seine Nachfolgerin Britta Taddiken und die Vorsitzende des Vereins Synagoge und Begegnungszentrum Leipzig, Gisela Kallenbach, zeichneten für den Aufruf verantwortlich.

Sie träten für sozialen Zusammenhalt durch gerechte Teilhabe an Bildung, Arbeit, Einkommen und Wohnen ein, schrieben die Initiatoren. Weiteres Anliegen sei es, die Integration von Flüchtlingen zu stärken sowie »die freiheitliche Demokratie, in der wir streiten, aber auch die Grundwerte unserer Verfassung« zu verteidigen. Dies sei nur zu erreichen, wenn sich viele Mitbürger für ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Menschen einsetzten, so die Initiatoren.

Internet:
www.aufruf2019.de

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22 Lesermeinungen zu Leipziger Persönlichkeiten starten »Aufruf 2019« für Demokratie
manfred schreibt:
26. Oktober 2018, 13:46

Lieber Max, ihr WIR nehme ICH mir nicht an.
Ich leben NICHT auf Kosten der ärmeren Länder.
Es sind die Unternehmen gemeinsam mit den entsprechenden Politikern.
Wer will denn Freihandelsverträge ohne Ende, sind es die einfachen Menschen oder eben die entsprechenden Interessengruppen?
Den Nachteil dieser Verträge sind IMMER die Menschen in diesen Entwicklungsländern.
Dazu gehören aber auch die entsprechenden Häuptlinge, welche ihr eigenes Volk ausnehmen (auch gläubige Häuptlinge).
Soviel Zeit muss schon sein.

Marcel Schneider schreibt:
27. Oktober 2018, 15:24

Hallo Britta,
nun haben Sie ja schon zweimal erwähnt, dass ältere Patienten keine Termine mehr in den Abendstunden wollen. Ich dachte mir: das teste ich mal!
Ich habe am Freitag eine ältere Dame gebeten, für mich bei einer Chemnitzer Arztpraxis im Yorckgebiet anzurufen. Sie solle sagen, sie hätte gerne einen Termin für Ende November, abends 17:45 Uhr.
Legende: A-Ältere Dame, B-Sprechstundenhilfe
A: Hallo, ich hätte gerne einen Termin für Ende November, um 17:45 Uhr wäre gut.
B: Hm, wir schließen aber um 18:00 Uhr.
A: Na da passt doch 17:45 Uhr gut.
B: Sie sind wohl nicht von hier? Was jetzt immer abends so los ist.
A: Meinen Sie die Kinder mit den Laternen? Na bald ist Martinsfest.
B: Schon gut. Ich würde jedenfalls meinen Eltern nicht empfehlen, abends im Dunkeln noch rauszugehen. Also 17:45 Uhr?
A: Ja, wie ich sagte. Ich kann auch bei einem anderen Arzt anrufen, wenn es nicht passt.
B: Nein, es passt. Sie sind ja alt genug. Also sagen wir den...Ende...

Die Sprechstundenhilfe überträgt ihre Ängste auf den Anrufer und wirkt irritiert, als es nicht zur Gegenübertragung, zur Rückkopplung kommt. Sie versucht es noch mal, das diffuse Gefühl der Angst vor irgendetwas (vor was, kann sie gar nicht benennen), zu übertragen, aber es klappt nicht.
Am anderen Ende sitzt ja auch eine Christin, der Jesus gesagt hat: "Fürchte dich nicht!".
Ich finde, das Experiment hat sich gelohnt!

Britta schreibt:
01. November 2018, 11:23

Lieber Herr Schneider,
wir suggerieren Patienten sicher nicht, daß es zu gefährlich ist, in unsere Praxis (die im Übrigen nicht im Yorckgebiet liegt) zu kommen. Die Wiedergabe der Aussagen älterer Patienten in meiner Sprechstunde, auch wenn es nicht zu Ihrer Realitätswahrnehmung gehört, lasse ich mir jedoch (natürlich streng im Rahmen der DsGVO) nicht verbieten. Zumal ich selbst entsetzt über diese Zustände, die zu diesen Ängsten bei den Leuten, denen wir den Aufbau unseres Landes verdanken, führen, bin.
Was mir an Ihrem fiktiven Dialog auffällt:
1. woher wissen Sie eigentlich, daß die Sprechstundenschwester, die Sie haben anrufen lassen, eine Christin ist?
2. Falls die Patientin damit droht, woanders hinzugehen, kenne ich bei den Kassenarztkollegen niemanden, der sie aufhalten würde.
3. Falls es eine Hautarztpraxis war, dann halte ich Termine für Ende November für Wunschdenken in Chemnitz.
4. "Sie sind wohl nicht von hier" - die meisten Ärzte achten jetzt darauf, daß die Patienten aus dem eigenen Sprengel kommen, was u.a. an der Telefonnummer zu sehen ist.
5. Und das gilt mittlerweile in Chemnitz i.d.R. unabhängig vom Versicherungsstatus!
Alles in allem also eine bemerkenswerte Geschichte!

Beobachter schreibt:
01. November 2018, 13:09

Ja, eine "großartige" Geschichte! Eher wohl ein Märchen, das eindeutig aufzeigt, wei weit ihr Schreiber von der aktuellen Realität entfernst lebt und denkt?

Beobachter schreibt:
24. Oktober 2018, 22:38

Große Aufgaben stehen bevor! Unsere Grundwerte verteidigen, auch gegen Schariagesetze? Na dann mal zu!

Marcel Schneider schreibt:
25. Oktober 2018, 8:34

Hallo Britta,
es ist nicht nur so, dass sich die Ränder radikalisieren. Sie tun das auch, und das möchte ich Ihnen so zurückspiegeln.
Als ich Ihre Äußerung gelesen habe, war ich erschrocken über die starken Emotionen, die sich dahinter verbergen, vor allem der Hass, die Unmenschlichkeit, der Zynismus und die tendenziöse, einseitige Darstellung der Flüchtlingsfrage.
Stellen Sie sich bitte vor, Abraham aus der Bibel hätte Ihnen einen Brief geschrieben.

"Hallo! Die meisten haben meinen Namen schon gehört: Abraham. Und meine Frau heißt Sara. Wir hätten eine lange Geschichte zu erzählen, aber ich will’s kurz machen. Unsere Heimatstadt war Ur, am unteren Euphrat gelegen. Dort gab es am Ende des babylonischen Weltreiches Unruhen. Das Leben war unsicher geworden. Eines Tages hörte ich Gottes Stimme, die zu mir sagte: „Brich auf! Verlass deine Heimat und geh in ein Land, das ich dir zeigen werde.“ Unmöglich, dachte ich zuerst, aber dann nahm ich meine und die meines Neffen Lot Familien mit und wir machten uns auf den Weg. Uns war unklar, wohin wir kommen würden. Und wir wussten auch nicht, wie uns die Menschen, die dort schon lebten, begegnen werden. Begeistert über neue Bewohner und Konkurrenten werden sie nicht sein. Dennoch gingen wir los in unbekanntes Land. Wir kamen nach Kanaan. Weil unsere Viehherden groß geworden waren, mussten wir uns trennen, damit kein Streit entstand und ausreichend Platz für alle war. Lot ging in Richtung Sodom. Dort musste ich ihn und seine Familie später herausholen. Fremde wurden dort nicht geduldet, sondern bedroht. Dabei wollten sie in Frieden mit den Leuten dort zusammenleben. Ich habe gehört, dass es solche Fremdenfeindlichkeit noch heute bei euch gibt. Ich finde das sehr traurig. Schließlich musste auch ich mit meiner Familie und der von meinem Enkel Jakob nach Ägypten ziehen, weil eine große Hungersnot bei uns ausgebrochen war. So waren wir immer viel unterwegs. Immer auf der Suche nach Sicherheit und einem friedlichen Leben. Harte Zeiten waren das. Und dennoch: Ich bin Gott dankbar, dass er uns auf den Weg geschickt hatte. So wurden wir vor Schlimmem bewahrt und konnten zu einem großen Volk werden.
Aufzubrechen lohnt sich, auch wenn man nicht genau weiß, wohin der Weg führt. Gott segne auch euch und zeige euch einen guten Weg durch das Leben! Euer Abraham."

Britta schreibt:
25. Oktober 2018, 12:40

Dann würde Sarah schreiben: "Lieber Abraham, Du vergißt, unsere Herden waren groß, das sicherte uns, daß wir den Fremden, in dessen Land wir kamen, nichts nehmen mußten. Auch achteten wir geflissentlich darauf, die Gesetze des Landes, in das wir kamen, einzuhalten, denn mit den jeweiligen Herrschern war nicht zu spaßen. Und Du vergißt, mein Lieber, unseren Enkeln wäre nie eingefallen, daß die Ägypter ihnen Nahrungsmittel ohne Bezahlung geben müßten. Sie bezahlten die Nahrungsmittel, die sie in Ägypten holten, mit Edelmetallen und allem, was sie so hatten - daß sie einen solchen Fürsprecher wie Josef hatten, konnten sie ja damals nicht wissen. Übrigens, es ist aufgeschrieben, daß das Wirtschaftssystem unseres Josef gar nicht unmodern war - doch da konnte sich keiner über Ausbeutung beklagen... Jeder Archäologe und Historiker heutzutage wird wissen, daß sich stein- und bronzezeitliche Gesellschaften gar keine Esser leisten konnten, die nicht arbeiten. Und daß der Einfall von hunderttausenden jungen Männern fremder Kulturen damals Krieg hieß. Sodom und Gomorrha wurden bestraft, das weißt Du doch noch, u.a. wegen ihrem sexuellen Ausschweifungen außerhalb der göttlichen Ordnung der Ehe, und daß sich sündige Menschen auch heute nicht gern belehren lassen, selbst wenn die Realität sie einholt, na, das siehst Du doch hier!"

Beobachter schreibt:
25. Oktober 2018, 13:03

Äpfel und Birnen durcheianderwürfeln, eine gewaltige Menge an Unsinn und Naivitätät hinzugetan und schon hat man den gefährlichen Gutmenschenmultikultieinheitsbrei zusammengerührt! Und gleichzeitig noch Menschen, die sich berechtigte Sorgen und Gedanken machen, diffmiert! Nennt sich soetwas in machen Kreisen christlich?

Johannes schreibt:
25. Oktober 2018, 16:41

Ich möchte gern mal die Worte durcheianderwürfeln (wieviel Ei?), mit Naivitätät (wieviel tät?) vermischen und damit mache Kreise diffmieren... Ob ich mich dann wie ein Rheinländer fühlte?

Mira schreibt:
27. Oktober 2018, 13:04

Wenn man bedenkt, wie viele Menschen täglich für Versöhnung und Verständigung arbeiten, dann unterscheidet diese von jenen, dass es hier um die Öffentlichkeit geht. Geht es also um "Tu Gutes und sprich darüber" oder um den Appell? Der Appell steht aber in der Gefahr, manipulativ zu sein. Ich halte es gern mit Willy Brandt, der nicht "die schweigende Mehrheit" als "Folie" brauchte. Was also bewirkt der "Aufruf 2019"? IMHO eher Polarisierung. Solide Demokratiearbeit würde mehr bewirken.

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