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Lutherischer Weltbund zu Herausforderungen in 2018

Neujahrsbotschaft des Generalsekretärs
Martin Junge/so
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»Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.« Offenbarung 21,6 © Marco Barnebeck/pixelio.de

In seiner Neujahrsbotschaft rief LWB-Generalsekretär Martin Junge die Kirchen dazu auf, ein »lebensspendendes Zeugnis« zu geben:

Ein wunderbares Wort weist uns den Weg durch das vor uns liegende Jahr. Wasser wird »umsonst« gegeben – das erinnert uns an die Formulierung »für Geld nicht zu haben« in den Themen, die dem Lutherischen Weltbund (LWB) Richtung und Inspiration gaben für das lokale wie globale Gedenken anlässlich des 500. Reformationsjubiläums. Diese Formulierung unterstreicht unsere Grundüberzeugung, dass wir Gottes befreiende Gnade gewissermaßen als Geschenk einatmen, ausatmen als mit-leidendes Zeugnis von der Wandel wirkenden Gegenwart Gottes in unserer gebrochenen, verwundeten Welt. So lehrt der Glaube das Volk Gottes, zu atmen. Und so lebt die Kirche in der Welt: sie empfängt Gottes Gaben und schenkt sie weiter.

Froh und dankbar blicken wir auf das Jahr 2017 zurück. Gott hat uns seine Treue und Güte erwiesen: Das 500. Reformationsjubiläum wurde für uns zur Chance, die Kraft des Evangeliums Jesu Christi aufs Neue zu ergreifen. Unsere Kernüberzeugung wurde bestätigt: Gott allein kann uns frei machen, damit wir neues Leben empfangen. Durch den Umgang mit der Reformation als weltweites, ökumenisches und sich weiter fortsetzendes Ereignis haben wir neue Tiefe gewonnen. Wir haben einander ermutigt und gemeinsam bekräftigt, dass es, wegen der Botschaft Christi, keine bessere Zeit als unsere geben kann, um Kirche zu sein – trotz der vielen Herausforderungen, vor denen wir stehen.

Vielleicht ist das aber auch gerade wegen dieser Herausforderungen der Fall: Die Jahreslosung erinnert uns daran, den Blick kontinuierlich auf das zu richten, was uns umsonst geschenkt wird, und es mit den Durstigen in der Welt zu teilen. Wir sind berufen, ein Leben spendendes Zeugnis abzulegen.

Es ist kein Zeugnis, das die quälende Dürre verschärft, die die Existenz und die Beziehungen der Menschen bedroht, weil Habgier, Selbstsucht, Gewalt und Gleichgültigkeit herrschen. Vielmehr ist es ein Zeugnis, das Menschen, die auf der Suche sind nach einer Quelle der persönlichen und gemeinschaftlichen Wandlung, lindernde Gerechtigkeit und bevollmächtigende Hoffnung bringt. Es ist kein Zeugnis, das billigen Populismus oder kurzsichtige Identitätspolitik verstärkt, sondern eines, das die Würde aller Menschen schützt.

Bei der Vollversammlung in Windhuk haben die LWB-Mitgliedskirchen herausgearbeitet, was aus ihrer Sicht die wichtigen Aufträge sind für ihr Zeugnis jeweils vor Ort sowie miteinander als Kirchengemeinschaft. Genannt wurden u. a. Gendergerechtigkeit, Klimawandel, Neubelebung der Kirche, theologische Ausbildung, Dienst an Menschen, die nach Gerechtigkeit und Frieden streben, sowie der Dialog, auf ökumenischer wie interreligiöser Ebene.

Das Büro der Kirchengemeinschaft nimmt derzeit diese von den LWB-Mitgliedskirchen artikulierte gemeinsame Vision auf und arbeitet für die kommenden Jahre entsprechende Perspektiven aus. Alle Mitgliedskirchen sind in diesen Prozess eingebunden und aufgerufen, zur Entwicklung der LWB-Strategie beizutragen. In diesem Zusammenhang bitte ich Sie um engagierte Unterstützung.

Weiterhin möchte ich Sie ermutigen, in Ihrer eigenen Kirche die bei der Vollversammlung artikulierte gemeinsame Vision aufzugreifen und nach Möglichkeiten zu suchen, wie Sie sie sich vor Ort zu eigen machen können. Das weltweite Zeugnis, das wir als Kirchengemeinschaft geben können, muss getragen sein vom Zeugnis ihrer Mitgliedskirchen vor Ort.

Das Jahr 2018 ist da. Es ist ein gutes Jahr, um Kirche zu sein. Unsere Hände sind gefüllt mit Gaben, die wir austeilen können. Denn wir verherrlichen den, der den Durstigen gibt von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Ein gesegnetes neues Jahr!

Pfarrer Dr. h.c. Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes

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