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Mehrheit der Lausitzer Sorben sieht sich durch Domowina vertreten

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© Peter Becker/pixelio.de

Die Sprachvermittlung und die Brauchtumspflege sind für Sorben und Wenden bis heute wesentliche Grundlagen ihrer Identität. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung von mehr als 1.000 Mitgliedern sorbischer Vereine und Verbände, die am Dienstag in Bautzen vorgestellt wurde. Demnach ist für rund 93 Prozent der Mitglieder die sorbische Sprache wichtig, die Brauchtumspflege sogar für rund 95 Prozent. Die Literatur sei für rund 80 Prozent wichtig, die Religion für 58 Prozent.

Befragt wurden den Angaben zufolge im September und Oktober Mitglieder aller sorbischen Vereine und Verbände. Eine große Mehrheit sehe die Domowina, den Bund Lausitzer Sorben, als wesentliche Vertretung der Minderheit, hieß es. Politisch vertreten durch den Dachverband fühlen sich 75 Prozent der Befragten. 91 Prozent sagen, dass die Domowina eine wichtige Aufgabe bei der Wahrung und Vermittlung der Sprache einnimmt sowie bei der Traditionspflege (89 Prozent).

Fast alle der Befragten können nach eigenen Angaben sorbisch sprechen. Nur zwölf Prozent hätten angegeben, sie würden nicht gut sorbisch sprechen. Die Domowina werde überwiegend als aktiv, offen und unterstützend gesehen, hieß es.

»Grundsätzlich sind wir mit den Ergebnissen sehr zufrieden«, erklärte der Vorsitzende der Domowina, David Statnik. Ob lobend oder kritisch – vieles sei konstruktiv und eine gute Grundlage, die bisherige Arbeit weiter zu verbessern. Mit den Ergebnissen der Befragung wolle sich auch die nächste Hauptversammlung der Domowina am 30. März 2019 in Crostwitz beschäftigen.

Schätzungen zufolge leben in Brandenburg rund 20.000 überwiegend evangelische Wenden und in Sachsen rund 40.000 überwiegend katholische Sorben. Im Oktober hatte sich erstmals eine eigene sorbische Volksvertretung, das »Serbski Sejm« konstituiert. Die 24 gewählten Mitglieder wollen nach eigenen Angaben die Rahmenbedingungen in Brandenburg und Sachsen so mitgestalten, dass Sorben und Wenden ihr Recht auf Selbstbestimmung voll in Anspruch nehmen können.

Dazu hieß es nach der Konstituierung: Zwar gebe es die Stiftung für das sorbische Volk, sorbische Institutionen, den Vereinsdachverband Domowina und andere Initiativen. Jedoch habe es bisher keine Institution gegeben, die alle zusammenführe und Partizipation ermögliche.

Zum »Serbski Sejm« der slawischen Minderheit gehören je zwölf Vertreter der Wenden und der Sorben. Für die Wahl des ersten Sorben-Parlaments hatten sich 1.282 Wähler registrieren lassen.

Weitere Informationen: www.domowina.de

Quelle
VERÖFFENTLICHT AM 11.12.2018 Artikel drucken

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