Menschen mit Migrationsgeschichte nicht vergessen

(epd)
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Corona Migration Sprache Verständigung
© Eepeng Cheong/Unsplash

Die Journalistin Nalan Sipar ruft die Bundesregierung auf, Menschen mit Migrationsgeschichte bei den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie nicht zu vergessen. »Es ist ein Zeichen der Wertschätzung, wenn die Regierung Menschen mit türkischem, italienischem oder arabischem Hintergrund mitbedenkt, die das Land als Gastarbeiter immerhin mit aufgebaut haben«, sagte Sipar dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch in Berlin. Die Reporterin hat nach einem Tweet über Falschmeldungen innerhalb der türkischen Gemeinde zum Coronavirus für das Gesundheitsministerium ein Video in türkischer Sprache gemacht, indem sie über die Pandemie informiert.

»Weil viele in der Berliner Community wissen, dass ich Journalistin bin, habe ich viele Sprachnachrichten bekommen, in denen ich gefragt wurde: Stimmt es, dass Henna oder eingelegtes Gemüse gegen den Virus schützen«, sagte sie. Es gebe sogar das absurde Gerücht, wonach Türken ein Gen hätten, dass resistent gegen den Corona-Erreger sei.

Manche hätten sogar gefragt, ob es richtig sei, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesagt habe, dass 70 Prozent der Bevölkerung an dem Virus sterben werde. »Solche falschen Informationen sind in dieser Situation sehr gefährlich«, betonte Sipar. Es sei sehr wichtig, dagegen etwas zu unternehmen, bevor Menschen in Panik verrückte Dinge täten.

Die Journalistin hatte am vergangenen Donnerstag einen Tweet an Merkel und den Regierungssprecher gepostet, der mehrere Tausend Likes bekommen hat. Darin schrieb sie, dass »eine unglaubliche Desinformation« über den Virus unter der türkeistämmigen Bevölkerung herrsche, die kein Deutsch spreche. Sie bat darum, ein kurzes Aufklärungsvideo mit Untertiteln auf Türkisch, Arabisch und anderen Sprachen zu veröffentlichen, denn: »Menschen bekommen Panik«.

Am Freitagnachmittag sei sie von einer Agentur kontaktiert worden. Dem Gesundheitsministerium sei das Thema sehr wichtig und man wolle zusammenkommen. »Samstag gegen 13 Uhr war ich im Ministerium und wir haben den Film gedreht. Er wurde am selben Tag noch publiziert.« Die Reaktion aus der türkischen Bevölkerung sei sehr positiv gewesen. »Wichtig war, dass nicht ich als Journalistin, sondern das Bundesministerium das kommuniziert hat. Wenn eine staatliche Stelle dahinter steht, wirkt das auf die Menschen ganz anders.«

Sipar sagte, sie habe zunächst überlegt, ob sie als Journalistin mit einer staatlichen Institution zusammenarbeiten solle. Dann sei sie zu dem Entschluss gekommen, dass diese Situation so riskant sei, dass falsche Informationen lebensbedrohlich sein könnten. »Die Menschen brauchen jetzt Beruhigung.«

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