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Merseburger Bischof Thietmar steht im Mittelpunkt einer Ausstellung

Besucher können in die Welt des Mittelalters eintauchen
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  • Bischof Thietmar von Merseburg

    © Vereinigte Domstifter/F. Matte

  • Merseburger Dom

    © Vereinigte Domstifter/F. Matte

Dem Bischof Thietmar von Merseburg (975–1018) widmet sich ab Sonntag eine große Sonderausstellung. Unter dem Titel »Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte« können die Besucher in der Ausstellung im Merseburger Dom und in der Curia Nova, in der Willi-Sitte-Galerie, in die Welt des Mittelalters eintauchen, wie die Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz am Donnerstag mitteilten. Anlass für die kulturhistorische Präsentation ist der 1000. Todestag des einflussreichen Bischofs im Reich der Ottonen, der mit seiner Chronik eines der bedeutendsten Geschichtswerke des Mittelalters hinterlassen habe, heißt es.

Gezeigt werden hochrangige Leihgaben aus ganz Europa, unter anderem aus Norwegen, Dänemark, England, Belgien, Italien und Polen, sowie ausgewählte Texte aus Thietmars Chronik, die anschaulich von den politischen und geistlichen Ereignissen des 10. Jahrhunderts erzählt. In der Ausstellung werden erstmals alle spätmittelalterlichen Textzeugnisse der Thietmar-Chronik versammelt sein.

In der 1012 von Thietmar von Merseburg begonnenen Chronik geht es um die Entstehung des christlichen Europa, berichtet wird von Kaiserkrönungen, prachtvollen Hoftagen und kirchlichen Festen. Dabei werden auch alltägliche Szenen skizziert, Gefahren durch wilde Tiere, Hungersnöte, Reisen mit dem Schiff, Sitten und Gebräuche verschiedener Völker, aber auch Geistererscheinungen, Sonnenfinsternisse und Traumbilder. Thietmar von Merseburg habe auch immer wieder die Leistung der Ottonenherrscher, Otto I., Otto II., Otto III. sowie Heinrich I. und Heinrich II., hervorgehoben. Seine Chronik lese sich wie das »Who-is-who« einer bewegten Epoche, heißt es.

Präsentiert wird die Ausstellung mit insgesamt 110 Exponaten den Angaben zufolge auf insgesamt 400 Quadratmetern in beiden Ausstellungsräumen. Das größte Exponat ist eine Kopie des Basler Antependiums, einer goldenen Altartafel, beim ältesten Exponat handelt es sich um Haselnüsse aus dem Gefäßdepot Göttwitz aus dem 8./9. Jahrhundert. Zudem werde das Merseburger Sakramentar mit T-Initiale gezeigt, das vermutlich 1004 mit der Wiedereinrichtung des Bistums nach Merseburg kam.

Die Ausstellung, die auch Teil des Programms zum 25-jährigen Bestehen des Tourismusnetzwerkes »Straße der Romanik« ist, wird bis zum 4. November zu sehen sein. Vorträge, Familienangebote sowie Themenführungen und Konzerte ergänzen die Schau.

Geboren wurde Thietmar vermutlich am 25. Juli 975. Schon früh schlug er eine geistliche Karriere ein. König Heinrich II. bestimmte Thietmar 1009 zum Merseburger Bischof. Bis heute kündet der Merseburger Dom vom Wirken Thietmars. 1015 legte er die Grundsteine zum heutigen Bau. Den Abschluss des Bauwerks 1021 hat Thietmar nicht mehr miterlebt, da er am 1. Dezember 1018 starb. Er wurde im Merseburger Dom beigesetzt, ein Grabmal in der Bischofskapelle erinnert bis heute an ihn.

Info: Die Ausstellung wird vom 15. Juli bis zum 4. November in Merseburg präsentiert. Geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr. Einschränkungen gibt es im Dom aufgrund von Gottesdiensten, Konzerten und Trauungen. Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen neun Euro. Es gibt verschiedene Ermäßigungen.

Internet:
www.thietmar-merseburg.de
www.vereinigtedomstifter.de

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2 Lesermeinungen zu Merseburger Bischof Thietmar steht im Mittelpunkt einer Ausstellung
Anton Philipp schreibt:
24. Juli 2018, 10:17

Unsere Magdeburger VOLKSSTIMME vom 13.07.2018 benannte unter Hinweis auf die Merseburger Ausstellung zu "Thietmar von Merseburg" als Geburtsjahr des Chronisten das Jahr 976! Eine Korrektur erfolgte nicht.
Insofern beruhigt mich, dass in der Ausstellung das von der Wissenschaft (MGH) bestätigte Geburtsjahr 975 (* 25. Aug.) übernommen wurde. "Thietmar" wusste es selbst nicht mit Sicherheit, wie seiner Chronik zu entnehmen ist
Der Widerspruch ist möglicherweise auf das in der "Walbeckschen Chronik" des Heinrich MEIBOHM d. Ä. von 1749 genannte Geburtsdatum 25. Aug. 976 zurückzuführen.
Bischof Thietmar von Merseburg bescherte Magdeburg 2018 ebenfalls ein "Millenium-Ereignis" mit der Weihe der ausserhalb seiner Diözese liegenden Laienkirche zu Salbke am 17. März 1018, der heutigen Ev. Kirche St. Gertraud.
MfG
Anton Philipp

Britta schreibt:
27. Juli 2018, 10:10

Das ist sehr spannend. Vielen Dank, sehr geehrter Herr Philipp, daß Sie uns an Ihren Recherchen teilhaben lassen.

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