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Ministerpräsident Kretschmer für jüdischen Unterricht

Im Januar gab es ein Treffen mit den sächischen Bischöfen, nun folgte ein Gespäch mit jüdischen Vertretern
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Bischof Rentzing (Mitte) mit Heinrich Timmerevers (li.) und Ministerpräsident Kretschmer
© Steffen Giersch

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich in dieser Woche mit drei Gemeindevorsitzenden der jüdischen Gemeinden in Sachsen zu einem Gespräch in der Synagoge Dresden getroffen.

Mit dabei waren Nora Goldenbogen, Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden und der Jüdischen Gemeinde Dresden, Ruth Röcher, Vorsitzende der Chemnitzer Gemeinde und Küf Kaufmann von der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig.

Ihnen habe er Unterstützung bei der Einführung jüdischen Religionsunterrichts zugesagt, bestätigte die Pressestelle der Staatskanzlei. Die Schülerzahl von mindestens acht Teilnehmern dafür steht möglicherweise zur Disposition – dazu werde es weitere Gespräche geben.

Weitere Termine mit Vertretern von Muslimen und Buddhisten sind geplant. Im Januar hatte es bereits Gespräche mit den sächsischen Bischöfen Rentzing und Timmerevers gegeben (siehe Foto).

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59 Lesermeinungen zu Ministerpräsident Kretschmer für jüdischen Unterricht
Marcel Schneider schreibt:
21. Februar 2018, 10:24

Ich gebe Johannes vollkommen recht.
Meine Grundrechte sind nur dann etwas wert, wenn sie allen gleich zugute kommen. Das Grundrecht auf Religionsfreiheit gilt für alle Religionen. Und die Art. 1 genannte Menschenwürde gilt ebenso allen, nicht nur Deutschen, sondern allen Menschen.
Mich hat eher erschreckt, dass die AfD den Antrag in den Bundestag eingebracht hat, die sog. Stolpersteine, die an deportierte und ermordete jüdische Mitbürger erinnern, abzuschaffen.
Ein ungeheuerlicher Vorgang!

Manfred schreibt:
21. Februar 2018, 13:36

Sehr geehrter Herr Schneider, wieso werden die Grundrechte der Religionsgemeinschaften eingeschränkt, wenn in staatlichen Schulen ein neutraler Unterricht abgehalten wird? Die Neutralität wird verletzt, wenn die "Nichtgläubigen" benachteiligt werden. Alle Gläubigen und Ungläubigen sollten gleich behandelt werden.

Beobachter schreibt:
21. Februar 2018, 15:32

Da bringen Sie wohl Einiges durcheinander? POffiziell hat nur ein AfD-Mann gegen eine Thälmann-Ehrung protestiert?

Johannes schreibt:
21. Februar 2018, 18:25

lt. Spiegel:
Der baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon hatte ein Ende der Stolperstein-Aktionen gefordert, die an Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus deportiert und ermordet wurden.
"Die AfD bekämpft immer brachialer und skrupelloser, was die Überlebenden von Auschwitz als Zeitzeugen in der deutschen Gesellschaft bewirkt haben", sagte der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner. Überlebende des NS-Terrors werteten Jargon und Inhalte von "schäbigen Botschaften" wie der von Gedeon als persönliche Angriffe. Sie seien ein Versuch, die Überlebenden und ihre Erinnerungen aus der Gesellschaft herauszudrängen.

Der geschäftsführende Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte am Dienstag, "umso lauter ihr Ende gefordert werde, desto mehr Stolpersteine brauchen wir". Sie lehrten, die Opfer des Nationalsozialismus niemals zu vergessen.
"Dass überhaupt wieder jüdisches Leben in unserem Land gewachsen ist, begreifen wir als unverdientes Geschenk. Wir tun alles, um es zu schützen. Jeder Form von Antisemitismus müssen wir uns entschlossen entgegenstellen", so der SPD-Politiker.

Der AfD-Landesvorstand hatte im Dezember den Parteiausschluss Wolfgang Gedeons beantragt, nachdem Schriften bekannt geworden waren, in denen er teils antisemitisches Gedankengut verbreitete. Doch die Partei scheiterte im Dezember mit ihrem Antrag vor dem Landeschiedsgericht der baden-württembergischen AfD. Das AfD-Schiedsgericht begründete vor allem mit formalen Gründen: Die Landesspitze habe es versäumt, ihren ursprünglichen Schriftsatz innerhalb einer Frist bis Februar 2017 nachzubessern. Die Richter machten auch deutlich, dass ihnen die Beweise gegen Gedeon inhaltlich nicht für einen Parteiausschluss reichten. Der Vorstand habe "nur Zeitungsartikel und aus dem Zusammenhang gerissene Zitate" von Gedeon aufgeführt, heißt es, und keine Begründung geliefert, "dass die Zitate extremistischen, fremdenfeindlichen und judenfeindlichen Charakter hätten". Es seien "bloße Behauptungen."
Stolpersteine werden seit vielen Jahren deutschlandweit verlegt. Sie erinnern an die Opfer der NS-Herrschaft - in der Regel jeweils vor dem letzten Wohnsitz der Betroffenen.

Beobachter schreibt:
22. Februar 2018, 9:05

So der (wahrscheinliche?) Sachverhalt. Also nichts von einem Antrag der AfD an den Bundestag, wie der feine Herr Schneider hier verbreitet. Ganz im Gegenteil, siehe unten!

Johannes schreibt:
22. Februar 2018, 11:13

Im Übrigen gab es solche Anträge schon, sonst gehörte ja die folgende Schlagzeile aus "Blickpunkt Arnsberg Sundern Meschede" zu den fakenews der Lügenpresse:
"Arns­berg. Die AfD ist mit ihrem Antrag gegen Stol­per­stei­ne in Arns­berg geschei­tert."
J.L.

Beobachter schreibt:
22. Februar 2018, 19:20

Danke Herr Lehnert für den Hinweis! Allerdings sollten Sie uns nicht nur die Schlagzeile vorsetzen. Im Artikel findet man nämlich diesen Hinweis: "Der AfD-Antrag greift die Position der früheren Zentralratsvorsitzenden Charlotte Knobloch auf, wonach die Stolpersteine dazu führen, dass die Opfer erneut mit Füßen getreten werden. Es ist richtig, dass diese Kritik von einigen geteilt wird. Dies ist ein Grund, weshalb es in München bis heute keine Stolpersteine gibt." (2015)

Johannes schreibt:
22. Februar 2018, 20:36

Über Frau Knobloch konnten Sie bei mir schon 19:19 lesen. Sie müssen mich nicht 19:20 über Dinge informieren, die ich schon länger wie?. Sie haben ja nun auch mein Unverständnis über die Parallelisierung von Knobloch und AfD-Antisemiten gelesen.

Johannes schreibt:
22. Februar 2018, 10:52

Um es mal klarzustellen:
Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon (AfD) fordert ein Ende der Stolperstein-Aktionen zum Gedenken an NS-Opfer. Er schreibt von "Erinnerungs-Diktatur", die Stadt Singen wehrt sich.
Der A n l a s s waren Stolpersteine, die für Thälmann und seine Familie in Singen gesetzt werden sollten. Aber der AfD-Abgeordnete wollte letztendlich nicht die Thälmann-Ehrung verhindern, sondern gegen Stolpersteine insgesamt vorgehen. Wie man überall lesen kann.

Beobachter schreibt:
22. Februar 2018, 17:39

Nochmal! Siehe unten!

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