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Neue Unesco-Welterbestätten in Sachsen und Bayern

Erzgebirge als Zentrum der Bergbauinnovation und Kulturlandschaft gewürdigt
epd
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Erzgebirge Landschaft Unesco Weltkulturerbe
Wiesen von Oberwiesenthal © Detlef Menzel/pixelio.de

Die Unesco hat zwei neue Stätten in Deutschland in die Welterbeliste aufgenommen. Mit der Montanregion Erzgebirge/Krusnohori und dem historischen Augsburger Wassermanagement-System gebe es in Deutschland jetzt insgesamt 46 Welterbestätten, teilte die Deutsche Unesco-Kommission am Sonntag in Bonn mit. Das Welterbekomitee tagt noch bis 10. Juli in Baku (Aserbaidschan). Die Nominierung der Montanregion hatte Deutschland gemeinsam mit Tschechien eingebracht. Der Beschluss zur transnationalen Welterbe-Bewerbung des sogenannten Donaulimes wurde dagegen vertagt.

Die deutsch-tschechische Montanregion Erzgebirge/Krusnohori gelte als herausragendes Zentrum wissenschaftlich-technologischer Bergbauinnovation und als einzigartige montane Kulturlandschaft, erklärte das Welterbekomitee. Die Montanregion ist die zweite Welterbestätte in Sachsen. Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau (Landkreis Görlitz) hatte bereits 2004 als sächsisch-polnisches Projekt den Status erhalten.

"Das sächsisch-böhmische Erzgebirge war seit dem 12. Jahrhundert Impulsgeber für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Bergbauregionen auf dem gesamten Kontinent", betonte Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission. "Durch die Auswanderung gut geschulter Bergleute wurde Wissen weithin exportiert. Im Erzgebirge etablierten sich Verwaltungsstrukturen und Finanzsysteme, die maßgeblichen Einfluss auf Bergbauprojekte in ganz Europa hatten." 800 Jahre Bergbau prägten noch heute das Gesicht der Region.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der selbst in Baku vor Ort war, erklärte nach der Entscheidung des Welterbekomitees über Twitter: "Das langjährige Engagement und der unermüdliche Einsatz von vielen hat sich ausgezahlt. Jetzt gilt es, mit dem Welterbetitel die Attraktivität des Erzgebirges weiter auszubauen, für seine Bewohner und Gäste".

Die Montanregion Erzgebirge hatte sich im zweiten Anlauf um die Anerkennung als Welterbe beworben. Ein 2014 gestellter Antrag wurde 2016 nach Beratung von Experten zur Überarbeitung zurückgezogen. Die Bewerbung für die Aufnahme in die Unesco-Liste des Weltkultur- und Naturerbes wurde nun gemeinsam mit der Tschechischen Republik eingereicht. Die Welterbe-Initiative wurde vor etwa 20 Jahren im Erzgebirge gestartet. Die Unesco-Bewerbung der Montanregion umfasst 22 Bestandteile, davon liegen 17 auf sächsischer Seite des Erzgebirges und fünf in Tschechien.

Zum Augsburger Wassermanagement-System hieß es, die Stadt zwischen den Flüssen Lech und Wertach habe sich über acht Jahrhunderte zu einem Innovationszentrum des Wasserbaus und der Wasserkraft entwickelt, was sich in zahlreichen Architektur- und Technikdenkmälern widerspiegele. Mit dem Eintrag in die Unesco-Liste würden jedoch nicht nur Wasserbau- und Brunnenkunst gewürdigt, "sondern auch der nachhaltige Umgang mit unserer wertvollsten Ressource seit über 100 Jahren", würdigte Michelle Müntefering, Kultur-Staatsministerin im Auswärtigen Amt, in Berlin die Entscheidung.

Die Augsburger Bewerbung umfasste insgesamt 22 Objekte des Wasserbaus, der Wasserkraft, der Trinkwasserversorgung und der Brunnenkunst. So gehören etwa die Kanäle, die die Stadt durchziehen, ebenso zum Wassersystem wie zwei Wassertürme aus dem 15. Jahrhundert, Prachtbrunnen aus dem 16. Jahrhundert, ein historisches Wasserwerk aus dem 19. Jahrhundert und die olympische Kanustrecke von 1972. "530 kleine und große Brücken führen über Bäche und Kanäle der Stadt – damit zählt Augsburg mehr Brücken als Venedig", hebt die Unesco hervor.

Dagegen vertagte das Unesco-Welterbekomitee die Beschlussfassung zur transnationalen Welterbe-Bewerbung des Donaulimes von Deutschland, Österreich, der Slowakei und Ungarn. Kurz vor der Komiteesitzung hatte Ungarn ein Teilstück der Stätte im Norden von Budapest, den Statthalterpalast in der archäologisch erhaltenen römischen Stadt Aquincum, aus der Nominierung gestrichen.

Das vom 30. Juni bis 10. Juli im aserbaidschanischen Baku tagende Unesco-Welterbekomitee setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen. Das Komitee entscheidet jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit Bedrohungen eingeschriebener Stätten. Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen derzeit mehr als 1.100 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern.

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