NS-Unrecht: Stillende Maria geht zurück an Goldschmidt-Erben

(epd)
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Maria Goldschmidt
© Stiftung Preussischer Kulturbesitz/Böhl

Bald 90 Jahre nach ihrem Erwerb hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) die kleine Statue einer „stillenden Muttergottes“ aus dem 16. Jahrhundert an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben. Die um 1520 aus Lindenholz gefertigte „Maria Lactans“ sei an die Erben des jüdischen Bankiers und Unternehmers Jakob Goldschmidt (1882-1955) zurückgegeben worden, teilte die SPK am Dienstag in Berlin mit.

Die Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin hatte die 23 Zentimeter hohe Statuette 1936 von einem Kunsthändler erworben, der sie wiederum zuvor für 8.000 Reichsmark ersteigert hatte. Bei dieser Auktion im selben Jahr kamen rund 300 Werke aus Goldschmidts Sammlung unter den Hammer. Goldschmidt war den Angaben zufolge wegen rassischer und politischer Verfolgung im April 1933 in die Schweiz und 1936 weiter in die USA geflohen. Ein Großteil seiner Kunstsammlung sei in verschiedenen Auktionen versteigert worden. Er starb 1955 in New York.

Die Versteigerung der „stillenden Maria“ sei als verfolgungsbedingter Vermögensverlust einzuordnen, hieß es weiter. Auch wenn nicht mehr alle Umstände vollständig rekonstruiert werden konnten, stehe fest, dass Goldschmidt Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt war, durch die er erhebliche finanzielle Nachteile erlitt. Vor allem die Dresdner Bank habe sich ihm gegenüber zunehmend unkooperativ verhalten und so eine einvernehmliche Regelung seiner Vermögensverhältnisse vereitelt. SPK-Präsident Hermann Parzinger betonte, Goldschmidt sei bereits ganz zu Anfang der NS-Zeit Opfer von individuellen Verfolgungsmaßnahmen geworden.


© Stiftung Preussischer Kulturbesitz/Böhl

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