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Pariser Notre Dame abgebrannt

Solidarität wie beim Aufbau der Dresdner Frauenkirche
epd
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Notre-Dame de Paris
Notre Dame vor dem Brand © M. Weigel

Mit großer Betroffenheit haben die Berliner Bischöfe auf den verheerenden Brand in der Kathedrale Notre-Dame in Paris reagiert. Die Bilder der brennenden Kathedrale »erschüttern mich zutiefst und schmerzen mich, ich will es nicht wahrhaben«, sagte der Berliner Erzbischof Heiner Koch am späten Montagabend. »Für alle Pariser besonders aber für alle, die die Heilige Woche und das Osterfest in Notre-Dame feiern wollen, muss es einen verheerender Schock bedeuten, dass dieses Wahrzeichen der französischen Hauptstadt von den Flammen zerstört wird«, betonte Koch weiter.

Der Erzbischof verwies darauf, dass Berlin und Paris seit 1987 eine enge Freundschaft und Partnerschaft verbinde. »Daher berührt es uns in Berlin besonders, wenn dieses herausragende Wahrzeichen zerstört wird«, so Koch. Er fügte hinzu: »Ich fühle mich Paris in diesen Stunden im Gebet verbunden, besonders aber meinem Mitbruder, dem Erzbischof von Paris Michel Aupetit.«

Auch Weihbischof Matthias Heinrich brachte seine innere Beteiligung zum Ausdruck, hieß es vom Berliner Erzbistum. Noch im November hatte er zum 100. Jahrestag des Kriegsendes an einem Versöhnungs-Gottesdienst in der Kathedrale teilgenommen.

Betroffen regierte auch der Evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, auf den Brand in Notre-Dame. »Dass die wunderschöne Kathedrale Notre-Dame in Flammen steht, schmerzt mich sehr«, sagte Dröge. Sie sei ein besonderer Ort des Gebetes und ein Wahrzeichen der Berliner Partnerstadt Paris. »Meine Gedanken und meine Fürbitte sind bei den Rettungskräften, die jetzt das Feuer bekämpfen«, so Dröge.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat zur Unterstützung des Wiederaufbaus der teilweise abgebrannten Kathedrale Notre-Dame in Paris aufgerufen. »Ich wünsche mir die gleiche Solidarität und Unterstützung, die wir für die Frauenkirche hier in Dresden bekommen haben, jetzt auch für Notre-Dame«, sagte Kretschmer dem Nachrichtenradio »MDR Aktuell«. Jeder könne seinen Beitrag leisten, dass die Kirche wieder aufgebaut werde.

Die Sanierung werde lange dauern und viel Geld kosten, erklärte Kretschmer. »Das ist aber auch ein Moment, wo man es nicht dem Staat überlassen sollte, sondern wo wir alle miteinander unseren Beitrag leisten können mit einer Spende«, fügte er hinzu. Das Gebäude gehöre »zu uns allen in Europa«, sagte Kretschmer.

Viele Hamburger Kirchen werden am (heutigen) Dienstag um 12 Uhr mit einem Trauergeläut ihre Verbundenheit mit der vom Feuer zerstörten Kathedrale Notre-Dame in Paris bekunden. Die evangelischen Hauptkirchen St. Petri, St. Nikolai, St. Jacobi, St. Katharinen und St. Michaelis beteiligen sich ebenso daran wie der katholische Mariendom und St. Ansgar (Kleiner Michel), wie die Bischofskanzlei am Dienstagmorgen mitteilte. Im Michel gestaltet Bischöfin Kirsten Fehrs gemeinsam mit Hauptpastor Alexander Röder die tägliche Mittagsandacht (12 Uhr). Kirchenmusikdirektor Manuel Gera wird Orgelstücke spielen, die in Notre-Dame entstanden sind.

»Menschen in aller Welt und auch wir hier in Hamburg stehen erschüttert vor der Verwüstung von Frankreichs bedeutendster Kirche«, sagte Bischöfin Fehrs. »Zu Beginn der Karwoche, die ja ohnehin eine Zeit der Trauer ist, wissen wir uns mit den Christinnen und Christen Frankreichs einig in Gedenken und Gebet.« Hamburgs Erzbischof Stefan Heße bezeichnete die teilweise Zerstörung der Kathedrale als sehr großen Verlust. »Diese Kirche ist ein Symbol des Glaubens weit über Paris hinaus. Seit Jahrhunderten wird in dieser Kathedrale gebetet und Gottesdienst gefeiert.« Für unzählige Menschen war und sei sie eine geistliche Heimat.

»Dass so ein wunderbares Denkmal in Flammen aufgeht, ich glaube, das betrifft jeden, egal ob er Christ ist oder nicht«, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Dienstag bei MDR Aktuell zum Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Der aus dem Saarland stammende Politiker hatte die Kirche zum ersten Mal als 13-Jähriger mit seinem Vater besucht.

Am Montagabend war Medienberichten zufolge im Dach der weltberühmten Kathedrale des Erzbistums Paris ein Feuer ausgebrochen. Es richtete großen Schaden an. Die Ermittler vermuten einen Unfall.

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