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Richter: Demokratie muss von jeder Generation neu gelernt werden

epd
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Frank Richter
© Giersch

Der langjährige Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter, lehnt eine »angeordnete Erinnerung« wie Pflichtbesuche in Gedenkstätten ab. Gedenkstätten seien »wichtige Orte des Lernens und des Warnens«. Sie seien aber nicht selbstredend »Lehrmeister für Demokratie«, sagte der Theologe am Donnerstag auf einer Tagung zum Umgang mit SED-Unrecht in Bautzen.

»Erinnerung ist Identität«, betonte der Bürgerrechtler. Aber er sei skeptisch, ob es eine einfache Kausalität gibt, nach der das Erinnern die Demokratie automatisch stärke. Pflichtbesuche könnten seiner Ansicht nach auch das Gegenteil bewirken, nämlich eine Abwehr.

»Demokratie muss immer wieder neu erlernt werden«, sagte Richter, der im Herbst für die SPD bei den sächsischen Landtagswahlen kandidiert. Jede Generation müsse sich Haltungen und Einstellungen neu erwerben. Richter sprach auf dem 30. Bautzen-Forum, das in diesem Jahr unter dem Titel »Wie erinnern? Zum Umgang mit dem SED-Unrecht 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution« steht. Veranstalter der Tagung bis Freitag ist die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Richter appellierte, persönliche Geschichten zu erzählen und darauf zu hören. Es gelte, »Räume des Verstehens« zu bauen. Oft brauche es einen Zeitraum, das Eigene erst einmal erzählen zu können und danach zu diskutieren. Zudem sei eine Bereitschaft nötig, sich in den Anderen hineinzuversetzen.

Das erste Bautzen-Forum fand am 8. November 1990 statt. Seither wird die Tagung zur Würdigung der Opfer der SED-Diktatur jährlich in der ostsächsischen Stadt veranstaltet.

Internet:
www.fes.de

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