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Sachsen erinnert an Pogrome gegen Juden vor 80 Jahren

epd/Hennig
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Davidstern
© Esther Stosch/pixelio.de

Sächsische Städte erinnern am Donnerstag und Freitag an die Opfer der Judenpogrome vor 80 Jahren. In Dresden wird am 8. November zu einem Konzert im Rahmen einer Gedenkveranstaltung in den Kulturpalast eingeladen. Zu Gast ist der israelische Geigenbauer Amnon Weinstein mit seinem Holocaust-Erinnerungsprojekt »Violinen der Hoffnung«, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit.

Weinstein hat Dutzende Geigen restauriert, die während der NS-Zeit von Opfern in Konzentrationslagern gespielt wurden. Im Konzert sollen 16 dieser Instrumente erklingen. Ansprachen werden von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sowie von Ammon Weinstein erwartet.

Zu einer Gedenkveranstaltung in der Neuen Synagoge Dresden sowie einer anschließenden Kranzniederlegung laden Stadt und jüdische Gemeinde am Freitag ein. Mit der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen die Nationalsozialisten zur offenen Gewalt gegen Juden über. Zahlreiche Synagogen brannten, Menschen wurden getötet, Geschäfte verwüstet.

Eine weitere Gedenkveranstaltung wird es am 10. November um 19.30 Uhr in der Dresdner Thomaskirche geben.

In Leipzig soll ebenfalls mit einer Reihe von Veranstaltungen an die Ereignisse vom November 1938 erinnert und zugleich gemahnt werden. Die zentrale Gedenkveranstaltung der Stadt Leipzig findet am Freitag am Ort der zerstörten Synagoge statt. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, werden Ansprachen halten.

Bereits am 8. November wird im Ariowitsch-Haus zu einem Netzwerktag im Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus eingeladen. Am 9. November werden zudem Stolpersteine geputzt - mehr als 400 der kleinen Mahnmale im Gehweg sind bisher in Leipzig verlegt. Zugleich werde mit Mahnwachen an die Opfer des Holocaust erinnert. Auch in anderen sächsischen Städten, darunter Chemnitz, Görlitz und Zwickau, wird an die Reichspogromnacht erinnert.

Gedenken an das Pogrom am 10. November 1938 in Bautzen: Ein Museumsgespräch am Sonnabend, dem 10. November 2018, erinnert an ein dunkles Kapitel der Bautzener Geschichte. Ab 11.00 Uhr referiert Hagen Schulz unter dem Titel »Schwerste Übergriffe gegen die Juden – Gedenken an das Pogrom am 10. November 1938 in Bautzen«. Am 9. November 1938 initiierten die Nationalsozialisten in Deutschland und Österreich ein Pogrom gegen die Juden. Im Zuge der Ausschreitungen wurden Synagogen, Geschäfte und Wohnungen zerstört oder verwüstet, mindestens 91 Personen getötet und rund 26.000 Männer und Jugendliche in Konzentrationslager verschleppt. Auch in Bautzen kam es zu schwersten Übergriffen gegen Menschen jüdischen Glaubens, die gewaltsam aus ihren Wohnungen geholt und sieben Stunden durch die Stadt getrieben und gedemütigt wurden. Ein Teil des randalierenden Mobs verwüstete währenddessen die Wohnungen, Geschäfte und die Betstube der Juden in der Töpferstraße 35. Auf Anweisung der NSDAP griff die Polizei in das Geschehen nicht ein. Später wurden mehrere Männer verhaftet und in das Pogromsonderlager Buchenwald verschleppt.

Im Rahmen des Museumsgespräches führt der Diplom-Museologe Hagen Schulz in die Ereignisse vor Ort ein. Dabei erinnert er an die Auslöschung des jüdischen Lebens in Bautzen durch die Nationalsozialisten, die nach der Reichspogromnacht Schritt für Schritt erfolgte.

Schätzungen gehen davon aus, dass in dieser Nacht in Sachsen mehr als 1.300 Menschen getötet und mindestens 1.400 Synagogen in Deutschland und Österreich beschädigt oder zerstört wurden.

In Sachsen überstand einzig die Görlitzer Synagoge die Pogromnacht. Vor der Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten lebten mehr als 20.000 Juden in Sachsen. Derzeit gehören im Freistaat rund 2.500 Menschen einer jüdischen Gemeinde an.

Veranstaltungen in Chemnitz:

www.devito-chemnitz.de/november

Veranstaltungen in Bautzen:

www.museum-bautzen.de

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