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Sachsen hat neuen Landesrabbiner

Gebürtiger Ungar Balla sorgt sich um gesellschaftlichen Zusammenhalt
epd
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Landesrabbiner Zsolt Balla
© Steffen Giersch

Sachsens neuer Landesrabbiner Zsolt Balla (39) setzt auf ein engagiertes Judentum im Freistaat. »Die drei Gemeinden in Sachsen sollen ein lebendiges, freudiges Leben praktizieren«, sagte er am Mittwoch in Dresden. Vor allem auch die Jugendlichen gelte es im Gemeindeleben noch stärker zu integrieren. Er selbst versteht seine Aufgabe als »Teil der Gemeinde, nicht als Job«.

Angesichts der veränderten politischen Stimmung sei die Jüdische Gemeinschaft in großer Sorge. »Wir haben Ängste«, sagte Balla. Die Radikalisierung und die Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft seien ein großes Problem. Dabei sei es egal, ob die Radikalisierung von rechts oder von links komme. Zuvor hatte er sich ähnlich in einem Interview mit der »Leipziger Volkszeitung« geäußert.

Die Vorsitzende des sächsischen Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, Nora Goldenbogen, betonte, die Juden in Sachsen dürften sich dennoch nicht zurückziehen. »Wir müssen präsent sein«, sagte Goldenbogen. Zugleich unterstrich sie: »Die Ängste sind real, weil sich das Stimmungsbild verändert hat.« Es sei »sehr viel normaler geworden, Fremdenhass und Rassismus auszusprechen.« Das sei vor zehn bis 15 Jahren noch nicht so gewesen. Die Atmosphäre sei eine andere geworden. Das sei nicht nur eine Empfindung. Das bestätigten auch Emails, die sie erhalten habe.

Balla ist seit zehn Jahren Rabbiner der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig, der mit knapp 1.300 Mitgliedern größten jüdischen Gemeinde in Sachsen. Der gebürtige Ungar erhielt seine religiöse Bildung in Budapest, Jerusalem, New York, London und Berlin. Er ist eines von drei Präsidiumsmitgliedern der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands.

Zum 1. Januar war er zum Landesrabbiner von rund 2.600 Juden in Sachsen berufen worden. Das Amt war in den vergangenen Jahren vakant. Ballas Aufgabe ist die Koordinierung der drei jüdischen Gemeinden im Freistaat. Die Standorte Dresden und Chemnitz haben derzeit keinen eigenen Rabbiner. Goldenbogen zufolge sollen die beiden Stellen aber baldmöglichst wieder besetzt werden.

In Dresden hatte zuletzt Rabbiner Alexander Nachama die jüdische Gemeinde geleitet. Er wechselte im September zur Jüdischen Landesgemeinde Thüringen. Zuletzt hatte es in Sachsen 2012 mit Salomon Almekias-Siegel einen Landesrabbiner gegeben, bevor dieser in den Ruhestand ging.

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