Sachsen schließt viele Läden und verbietet alle Veranstaltungen

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© Aka/pixelio.de

Die Corona-Pandemie wird das öffentliche Leben ab Donnerstag auch in Sachsen weitgehend zum Stillstand bringen. Die Staatsregierung beschloss zahlreiche weitere Einschränkungen und Schließungen. Katastrophenalarm will sie aber nicht auslösen.

Sachsen schränkt wegen der Corona-Krise das öffentliche Leben weiter ein. Ab 0 Uhr am Donnerstag bis zunächst zum 20. April sind im Freistaat alle Veranstaltungen untersagt. Fast alle privaten und öffentlichen Einrichtungen werden geschlossen. Die Allgemeinverfügung hat das sächsische Kabinett laut Sozialministerium am Dienstag in Dresden beschlossen.

Dabei sei auch ein Krisenstab aller Ministerien unter Federführung des Innen- und des Gesundheitsressorts eingerichtet worden, erklärte das Ministerium. Alle neu getroffenen Maßnahmen sollen dazu dienen, das Ansteckungsrisiko mit dem neuartigen Coronavirus weiter zu reduzieren. Bis Dienstagnachmittag hatten sich im Freistaat gut 150 Menschen mit dem Virus infiziert.

Verboten sind den Angaben nach ab der Nacht zum Donnerstag der Betrieb von Tanzlokalen, Messen, Spezial- und Jahrmärkten, Volksfesten, Spielbanken und Wettannahmestellen. Alle Theater, Musiktheater, Kinos, Konzerthäuser, Opern, Museen, Stadtteilzentren, Bürgerhäuser und Bibliotheken werden geschlossen. Auch Volkshochschulen, Musikschulen, Schwimmbäder, Saunas, Fitnessstudios, Seniorentreffs, Kirchen Moscheen, und Synagogen sowie einige weitere Einrichtungen müssen den Betrieb einstellen.

Geöffnet bleiben den Angaben nach Gaststätten in der Zeit von 6 bis 18 Uhr. Auch Supermärkte, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken, Sparkassen und Poststellen sind von den Schließungen ausgenommen. Ebenfalls nicht zumachen müssen Friseure, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau- und Gartenmärkte sowie der Großhandel.

Supermärkte sollen demnach künftig auch am Sonntag öffnen können. Wie Landessozialministerin Petra Köpping (SPD) erklärte, sollen die Märkte selbst entscheiden, ob sie im Rahmen der ortsüblichen Zeiten auch an Sonntagen öffnen wollen.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) ergänzte, die Leitfrage sei, wie man "die Menschen entzerren", also große Ansammlungen vermeiden könne. "Das war der Grund, warum wir Sonntagsöffnungen zulassen", sagte er. Er bitte jedoch um Verständnis, wenn manche Märkte sonntags trotzdem geschlossen blieben, da das Personal gerade stark belastet sei.

Den Katastrophenfall wird der Freistaat Sachsen - anders als das Nachbarbundesland Bayern – zunächst nicht ausrufen. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erklärte, die Landesregierung sei sich einig, dass dies im Vergleich zur jetzigen Situation keine Verbesserungen bringen würde. "Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist gesichert", betonte er.

Ziel aller bisher getroffenen Maßnahmen ist laut Kretschmer, "dass in 10 bis 14 Tagen die Zahl der Erkrankungen wieder abnimmt oder sich seitwärts bewegt". Wenn das nicht helfe und sich Menschen nicht an Empfehlungen zur Vermeidung von sozialen Kontakten hielten, könne nachgesteuert werden. "Das würden wir gerne vermeiden, aber man muss sich diese Optionen offenhalten", betonte er.

Köpping erläuterte mit Blick auf Sachsens Kirchen, diese würden nicht komplett geschlossen. "Die Gotteshäuser selbst sind geöffnet", sagte sie und ergänzte: "Es sollen nur keine Veranstaltungen stattfinden."

Mehr Informationen unter: www.sms.sachsen.de/coronavirus.html

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