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Sachsens Bischof Rentzing verteidigt Mitgliedschaft in Landsmannschaft

epd
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Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing
© S. Giersch

Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing hat seine Mitgliedschaft in einer Landsmannschaft verteidigt. »Ich bin mit 25 Jahren während meines Studiums in Frankfurt am Main: Mitglied der Alten Prager Landsmannschaft Hercynia und damit im Coburger Convent geworden«, betonte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens am Samstag in einer Erklärung. Seit seiner Entscheidung für den Pfarrberuf sei er nicht mehr aktiv in dieser Verbindung, »aber formal bin ich tatsächlich noch Mitglied in ihr«, so Rentzing.

Der Bischof reagierte damit auf einen Bericht der »Sächsischen Zeitung« (Samstag). Laut der Zeitung ist einer der Wahlsprüche der Hercynia »Deutsch, frei innig und treu«. Unter anderem soll Rentzing bei seiner einmaligen Teilnahme am Pfingstkongress des Coburger Convents, der Dachorganisation der deutschsprachigen studentischen Landsmannschaften, in einem Fackelzug mitgelaufen sein.

Rentzing betonte am Samstag: »Kein Leben verläuft nur geradlinig, auch das meine nicht.« Auch ein Landesbischof war einmal jung und habe sich »für Dinge begeistert, die später an Bedeutung verlieren«.

Weiter erklärte der Bischof, er trage diesen Teil seiner Biografie ganz bewusst nicht offen vor sich her. »Aber ich stehe dazu, dass es ein Abschnitt in meinem Leben war, den ich nicht verleugnen kann und will. Auch schon deshalb nicht, weil wichtige Freundschaften aus dieser Zeit bis heute fortbestehen, Freundschaften zu ganz verschiedenen Menschen mit unterschiedlichsten politischen Überzeugungen und unterschiedlichen Glaubens – Juden, Katholiken, Evangelischen und Konfessionslosen«, sagte Rentzing.

Zudem verwies der Bischof darauf, dass Studentenverbindungen in Deutschland eine Tradition hätten, »indem sie das Streben nach Verbindlichkeit und demokratischen Strukturen mit dem Anspruch auf positive Beeinflussung des Studentenlebens und der Landesentwicklung zu verbinden suchten«. Dieser freiheitliche Geist in Verbindung mit den Grundwerten von Würde, Anstand und dem Respekt vor jeder Person habe die geistige Grundhaltung bestimmt, die ihm als junger Mann in den Verbindungen begegnete. »Hinzu kam der Einsatz für dieses Land und seine freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Abwehr aller Extremismen. In diesen Haltungen fand ich mich wieder und sie bestimmen mein Leben bis heute«, erklärte Rentzing.

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