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Sächsische Kirche kritisiert Missbrauch von Talar auf AfD-Demo

epd/so
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Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens kritisiert den Auftritt eines früheren Pfarrers in Talar auf einer AfD-Kundgebung in Berlin. »Die Abbildung eines Pfarrers in den Medien während einer Kundgebung der AfD am Kanzleramt in Berlin am Mittwochabend, 21. Dezember 2016, sorgt für Irritationen, zumal der dort abgebildete Thomas Wawerka als früherer Pfarrer der sächsischen Landeskirche Erwähnung fand«, so Matthias Oelke vom Landeskirchenamt.

Damit habe er den Eindruck eines amtierenden evangelischen Pfarrers und Vertreters der Kirche erweckt, so Oelke am Donnerstag. »Herr Wawerka war Pfarrer auf Probe in der Landeskirche Sachsens.« Dieses Dienstverhältnis sei im August 2016 beendet worden, hieß es. Wawerka war Pfarrer in Frohburg.

Mit der Aberkennung der Ordinationsrechte habe Wawerka Auftrag und Recht zur öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung verloren, fügte die Landeskirche hinzu: »Er ist damit nicht mehr berechtigt, einen Talar, die kirchliche Amtskleidung, zu tragen.« Die AfD hatte vor dem Kanzleramt infolge des Weihnachtsmarktanschlages vom Montag gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung protestiert.

Die sächsische Landeskirche wird vorerst keine Strafanzeige stellen.

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48 Lesermeinungen zu Sächsische Kirche kritisiert Missbrauch von Talar auf AfD-Demo
Gert Flessing schreibt:
23. Dezember 2016, 10:45

Auf einer politischen Veranstaltung hat ein Talar nichts zu suchen. Weder bei der AfD, noch sonst irgendwo.
Wenn freilich der Name Wawerka fällt, bekommt das Ganze einen sehr interessanten Hauch.
Da Frohburg nicht so furchtbar weit weg ist, hat es zu diesem Namen etliches an Gerüchten gegeben.
Auch solche, die unser LKA nicht unbedingt im besten Lichte erscheinen lassen...
Vielleicht könnte es in der Hinsicht mal ernsthafte Informationen geben.
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
23. Dezember 2016, 12:42

Zumal Wawerka ja ausdrücklich darauf hingeweisen hat, daß nicht im Auftrag der Kirche dort war. In dem Bericht wurde er auch als "ehemaliger" bezeichnet!

Thorsten Haselbruch schreibt:
23. Dezember 2016, 22:12

Gerüchte?
Erzähl mal…

Beobachter schreibt:
24. Dezember 2016, 12:08

Da steht schon Einiges im Netz! Den Rest kann man als gelernter DDRLer "zwischen den Zeilen" lesen" oder sich denken.
Was mich noch interessiert, war er nund "auf Probe" schon rechtmäßig Pfarrer oder ist er das erst nach der Ordination? Denn, soviel ich weiß, kann einem niemand das "Pfarrersein" wieder abnehmen, man ist es auf Lebzeiten, zumindest vor IHM?

SG schreibt:
26. Dezember 2016, 7:10

Pfarrer auf Probe (oder z.A., wie es es heißt) sind bereits ordiniert. DIese Ordinationsrechte können indes aberkannt werden - so, wie in diesem Fall geschehen. Damit ist er oder sie kein*e Pfarrer*in mehr, darf sich nicht mehr so nennen und keine Amtskleidung tragen (das Tragen von Amtskleidung ist an das Amt gebunden!).

Ebenso können Pfarrer*innen die Ordinationsurkunde von sich aus zurückgeben und das Amt verlassen. Auch dann sind sie keine Pfarrer*innen mehr und dürfen keine Amtskleidung mehr tragen. Es esmpfiehlt sich der Blick in das Pfarrerdienstrecht, da steht alles drin.

Ob er oder sie vor Gott noch Pfarrer*in ist.... wer den Namen der Herrn missbraucht... Im Übrigen: Diener Gottes sind wir alle, dafür braucht es keine Amtskleidung.

Norbert Hassler schreibt:
24. Dezember 2016, 13:16

Herr Flessing, kommt das bei Ihren Dauerkommentaren simpelster Struktur noch vor - nachdenken, bevor Sie hier schreiben? Meinen Sie Ihr LKA? Wer ist "unser"? Ich möchte mich unter Ihren Niveaulosigkeiten nicht subsumiert wissen.

B.Denken schreibt:
24. Dezember 2016, 21:14

Es war allerdings keine AfD-Veranstaltung, sondern von der Initiative "Ein Prozent" angemeldet. Zwar waren zwei AfD-Politiker dort (Gauland, Höcke), aber diese haben keine Reden gehalten. Es war eine Mahnwache zum Gedenken an die Terror-Opfer, bei der hauptsächlich Musik gespielt wurde. Siehe: https://www.welt.de/politik/deutschland/article160510731/Nach-dem-Terror...
Herr Wawerka war der einzige Redner. Er hielt "eine kurze Ansprache über „Kraft“, „Liebe“ und „Besonnenheit“ als die angemessenen Reaktionen auf den Anschlag. Sodann berief sich Wawerka auf den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der den Nazis widerstand.
Wawerka zitierte Bonhoeffers Satz, man müsse „dem Rad in die Speichen fallen“. Wenn Unschuldige, so Wawerka, angegriffen werden, gelte nicht Jesu Wort vom Hinhalten der anderen Wange. Vielmehr hätten dann „auch wir als Christen das Recht auf Widerstand“. Was Bonhoeffer auf den Nationalsozialismus bezogen hatte, stellte dieser Geistliche in den Zusammenhang der Bundesrepublik. „Wir können und wir sollen beharrlich und beständig darauf hinweisen, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann in unserem Land“, sagte Wawerka. „Dieser Weg ist ein Irrweg, und von diesem Irrweg können und müssen wir umkehren.“ Anschließend sprach Wawerka ein Gebet und das Vaterunser. " (zitiert aus "Welt")
Will die Kirche den sogenannten Rechten jetzt auch das "Vaterunser" verbieten?

Beobachter schreibt:
24. Dezember 2016, 23:19

Ja, die Wahrheit darf nicht mehr gesagt werden.
Nein, heute ist Folgendes "gefragt":
Habe mich eben zum Abschluß eines harmonischen Abends hinreißen lassen, mich im "Öffentlichen" in einen Gottesdienst einzuklinken. Er kam aus der Schloßkirche zu Wittenberg. Zu meinem Entsetzen kam mir zunächst die Stimme der Frau "Botschafterin" entgegen. Nach ein paar kurzen Allgemeinsätzen hetzte sie doch tatsächlich in einer "Predigt" am Heiligen Abend gegen Trump!!! Meine Reaktion, dieselbe wie früher bei Karl-Eduard von Knack!
Ist ist zum K..., man kann sich keinen Gottesdienst mehr antuen!

Beobachter schreibt:
27. Dezember 2016, 16:10

Anmerkung:
Manche Leute fanden die "Predigt" sehr gut. Zum Beispiel ein Pfarrer i.R. Vogel aus dem Raum Zschopau, der mich heute wieder einmal mit seinem Telefonterror provozieren wollte!
Dieser Mann zieht dann lieber in unverschämter primitiver Weise über jeden treuen Prediger oder Evangelisten her. Ja, so unterschiedlich sind die "Geschmäcker"!

Karsten Mehnert schreibt:
25. Dezember 2016, 20:21

Ich kenne nicht eine Verlautbarung der Kirche, die den "sog. Rechten" irgendetwas verbietet, schon gar nicht das Vaterunser. Wie kommen Sie darauf? Wenn Wawerka auf so einer Veranstaltung im Talar erscheint, hat er wohl irgendetwas verwechselt; der Charakter der Veranstaltung war jedenfalls kein gottesdienstlicher. Was Bonhoeffer angeht: Es muß nicht alles, nur weil es von Bonhoeffer stammt, stimmen oder sinnvoll sein. Es ist eine sehr ernste Frage, ob es vor dem Hintergrund, der damals und heute gemeint war, tatsächlich die "bessere" christliche Ethik ist, " „dem Rad in die (zu) Speichen fallen“ oder eben nicht doch Feindesliebe zu üben und die andere Wange hinzuhalten. Meine Deutung: alles, was wir seit geraumer Zeit an Terror in Europa erleben, ist eine Folge der Haltung, „dem Rad in die zu Speichen fallen“. Krieg gegen den Terror wird nie zum Frieden führen.

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