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Sächsische Landessynode soll Gesetz zur Strukturreform beschließen

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Synode Landeskirche Sachsen EVLKS
Die Synode tagt in der Dresdner Dreikönigskirche © Steffen Giersch

Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens tritt am Freitag zu ihrer diesjährigen Frühjahrstagung zusammen. Schwerpunkt der Beratungen bis Montag ist ein Gesetz über künftige Gemeindestrukturen, mit dem die Landeskirche auf sinkende Mitgliederzahlen reagiert. Es regele die regionale Zusammenarbeit von Kirchgemeinden und Kirchgemeindebünden sowie sogenannten Kirchspielen und Schwesterkirchverhältnissen, teilte die Landeskirche am Donnerstag in Dresden mit. Angestrebt werden größere Verbünde von Gemeinden und stärkere Kooperationen.

Im Vorfeld hatte es heftige Diskussionen über die Verteilung von Pfarrern, Kirchenmusikern und Gemeindepädagogen gegeben. Viele Gemeinden fürchten um der Verlust der eigenen Identität und dass sie in immer größer werdenden Gebilden anonym bleiben. Das Gesetz soll die Arbeitsfähigkeit der Kirchgemeinden bis 2040 sichern.

Von den 712 Kirchgemeinden der sächsischen Landeskirche haben den Angaben zufolge 105 weniger als 300 Gemeindemitglieder, 195 weniger als 600 und 179 weniger als 1000 Mitglieder. 73 Kirchgemeinden zählen mehr als 1000 evangelische Christen und lediglich 160 haben mehr als 1300 Mitglieder.

Es ist bereits der zweite Anlauf zu einer notwendigen Reform in Sachsen. Ein Vorschlag der evangelisch-lutherischen Kirchenleitung, bereits bis 2025 neue Strukturen zu schaffen, hatte die Synode nach heftigen Protesten aus den Gemeinden zunächst abgelehnt. Auch am aktuellen Entwurf gibt es Kritik. Der frühere Pfarrer der Leipziger Thomaskirche, Christian Wolff, etwa bezeichnet das neue Gesetz als »ein bürokratisches Monster, das eher einer Bankrotterklärung gleichkommt, als dass Signale des Aufbruchs gesendet werden«. Der sächsischen Kirchenleitung wirft er »autoritäre Leitungsstrukturen« vor.

Die Synode tritt jeweils im Frühjahr und im Herbst zu viertägigen Beratungen zusammen. Sie ist das gesetzgebende Organ der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Zur sächsischen Landeskirche gehören derzeit nach eigenen Angaben knapp 700 000 Mitglieder. Bis 2040 wird ein Rückgang auf 416 000 Mitglieder prognostiziert.

Programm (Auswahl):

Freitag, 13.4.:

9.30 Uhr: Beginn mit Andacht in der Dreikönigskirche

10.15 Uhr: Eröffnung der Tagung (öffentlich)

10.30 Uhr: Arbeit in Ausschüssen

19.30 Uhr: Bericht der Kirchenleitung und Aussprache

Sonnabend, 14.4.:

9.15 Uhr: Öffentliche Plenarsitzung

- regionale Zusammenarbeit

- Möglichkeiten der Ko-Finanzierungen

13.15 Uhr: Öffentliche Plenarsitzung

- Einführung zur Perikopenordnung

- Erste Beratung des Kirchengesetzes zur Neufassung der Perikopenordnung

- Erste Beratung des Kirchengesetzes zum Datenschutz-Durchführungsgesetz

- Erste Beratung des Kirchengesetzes zum Zusammenschluss der Kirchenbezirke Auerbach und Plauen

16 Uhr: Beratung des Kirchengesetzes zur regionalen Zusammenarbeit von Kirchgemeinden, Kirchgemeindebünden, Kirchspielen und Schwesternkirchverhältnissen

Sonntag, 15.4.:

13 Uhr: Öffentliche Plenarsitzung

Bericht Rückblick Lutherdekade/Reformationsjubiläum

16 Uhr: Öffentliche Plenarsitzung

- zweite Beratung des Kirchengesetzes zur regionalen Zusammenarbeit von Kirchgemeinden, Kirchgemeindebünden, Kirchspielen und Schwesternkirchverhältnissen

19.30 Uhr: Gedenken an 70 Jahre Landessynode nach dem 2. Weltkrieg

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1 Lesermeinungen zu Sächsische Landessynode soll Gesetz zur Strukturreform beschließen
Marcel Schneider schreibt:
12. April 2018, 21:48

Danke an den SONNTAG und die Redakteure, dass Sie sich das Frühlingswochenende um die Ohren schlagen und von der Synode berichten

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