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so_01-2014

Nr. 1 vom 5. Januar 2014 2. Sonntag nach Weihnachten6 Zwischen Erzgebirge und Vogtland Veranstaltungen 4. bis 10. Januar Albernau St.-Johannis-Kirche: Neujahrs- konzert von Barock bis Swing mit dem Blechbläserquintett C-Brass aus Chemnitz, Do. 17 Uhr. Annaberg-Buchholz Annenkirche: Mittagsgebet, täglich 12 Uhr. Martin-Luther-Kirche: Gemein- samer Singegottesdienst aller Gemeindeteile, Mo. 19.30 Uhr. Aue St.-Nicolaikirche: Gottesdienst mit Wiederholung des Metten- spiels, So. 10 Uhr. Bad Elster Kapelle zu Raun: Musikalischer Gottesdienst, So. 17 Uhr. Bernsbach Kirche Zur Ehre Gottes: Wieder- holung der Oberpfannenstieler Mette, So. 10 Uhr. »Jedes Kind braucht einen Engel«, Lieder und Texte zu Weihnachten, Mo. 19.30 Uhr. Chemnitz Jakobikirche: Offen täglich 11 bis 15 Uhr, außerdem Mi. 15 bis 17 und Do. 16.30 bis 18 Uhr. Mittagsgebet, Mo. bis Sa. 12 Uhr. Jakobivesper, Sa. 18 Uhr. Abendandacht, Di. 18 Uhr. Vesper, Do. 18 Uhr. »Bild und Botschaft«, Einführung in die christliche Architektur, Mi. 18 Uhr. Café Jugendkirche St. Johannis: Chemnitz im Wandel der Zeit, Bildvortrag mit dem Chemnitzer Türmer Stefan Weber, Fr. 19 Uhr. Nicolaikirche: Gottesdienst mit Wiederholung des Mettenspiels, So. 10 Uhr. Kirche im Reha-Zentrum für Blinde und Sehbehinderte: Wiederholung des Krippenspiels der Konfirmanden, So. 10 Uhr. Crimmitschau Laurentiuskirche: Bachs Weih- nachtsoratorium (4–6), So. 17 Uhr. Eibenstock Stadtkirche: Musikalischer Gottesdienst, So. 9.30 Uhr. Lauter Kirche: »Joy! It’s Christmas«, Freu dich, es ist Weihnacht, musikalischer Gottesdienst mit dem Chor »Voicepoint« aus Niederfrohna, So. 17 Uhr. Plauen St.-Johannis-Kirche: Festival der Krippenspiele, So. 10 Uhr. Scheibenberg St.-Johannis-Kirche: Berg- männisches Krippenspiel zum Epiphaniasfest, Mo. 18 Uhr. Schwarzenberg Georgenkirche: Weihnachts­ musik im Kerzenschein, barocke Weihnachtsmusik auf histo- rischen Instrumenten, So. 17 Uhr. Wiesa Trinitatis-Kirche: Weihnachts- konzert, Sa. 17 Uhr. Wanderung nach Scharfenstein Chemnitz (so) – Die nächste Wan- derung der Seniorenarbeit im Kir- chenbezirk Chemnitz führt am 9. Januar von Wolkenstein nach Schönbrunn und weiter über Fal- kenbach und Drehbach bis nach Scharfenstein. Eingeladen sind Wanderbegeisterte und Interessier- te ab 55 Jahren. Für die Strecke von 14 Kilometern sind vier Stunden Wanderzeit eingeplant. Treffpunkt ist am 9. Januar um 8.10 Uhr vor der Buchhandlung im Chemnitzer Hauptbahnhof. Nachgefragt »740 Haftplätze sind noch zu viel« In Zwickau-Marienthal soll eine neue Justizvollzugsanstalt (JVA) für Westsachsen und Ostthürin- gen mit etwa 740  Plätzen gebaut werden. Über den Gefängnisbau sprach Uwe Naumann mit dem Ge- fängnisseelsorger Wolfgang Eich- horn aus Zwickau. Herr Eichhorn, haben Sie auch bei der Bürgerinitiative gegen das Ge- fängnis unterschrieben? Eichhorn: Nein. Aber wir Gefäng- nisseelsorger haben schon vor zwei Jahren an das Justizministerium ge- schrieben, dass wir die geplanten 940 Plätze sehr kritisch sehen. Nun sind es 740. Das ist noch zu viel! Warum wollen Sie ein kleineres Gefängnis? Eichhorn: Gefängnisse in einer Größenordnung von 500 bis 600 In- sassen sind besser zu händeln, die Betreuung der Insassen ist optima- ler, es kann durch die Fachdienste innerhalb der JVA eine individu- ellere Betreuung stattfinden und das Vorhaben einer Resozialisie- rung besser umgesetzt werden. Erst recht, wenn man den Gesundheits- zustand vieler Insassen betrachtet, der durch Drogen- oder Alkohol- konsum beeinträchtigt ist. Ist eine neue JVA notwendig? Eichhorn: Das jetzige Gefängnis in Zwickau ist schon über 100 Jahre alt. Die Gefängnisse in Plauen und Chemnitz wurden schon geschlos- sen. Damit ist Zwickau das einzige in Westsachsen. So ein neues Ge- fängnis bietet auch viel Arbeit. Da werden die Menschen nicht nur weggeschlossen, sondern werden beschäftigt, bekommen darüber Anerkennung. Das ist wichtig für die Rückkehr ins Leben. Und der umstrittene Standort? Eichhorn: Mit dem neuen Standort soll auch die soziale Bindung für die Angehörigen der Gefangenen gewährleistet werden. Die Infra- struktur ist dafür wichtig und an der Stelle des ehemaligen Reichs- bahnausbesserungswerkes besser als in Zwickau-Pöhlau, was auch im Gespräch war. Trotzdem sind einige Leute dage- gen und wollten per Bürgerent- scheid das Vorhaben verhindern. Eichhorn: Das Bürgerbegehren kam viel zu spät. Seit zwei Jahren ist der Gefängnisneubau im Gespräch. Doch erst als die Stadtratsbeschlüs- se 2013 gefallen waren, wurden ei- nige Bürger wach. Was tun Sie in dieser Situation? Eichhorn: Ich informiere in meinem Umkreis die Menschen, dass sie die Situation verstehen. Ich berichte auch in Gemeindekreisen von meinen Erfahrungen. Werden Sie auch im Neubau wie- der für die Gefängnisseelsorge zu- ständig sein? Eichhorn: Das steht alles noch nicht fest. Jetzt geht es erst einmal um die genauen Planungen und den Bau des Gebäudes. Ich werde mich zusammen mit dem Landes- kirchenamt für Räume zur Seelsor- ge einsetzen. Die sind zwar vorge- sehen, aber häufig auch das erste, was bei Einsparungen gestrichen wird. Diesen Prozess wollen wir jetzt begleiten. Zuerst kam Melanchthon Im Sommer vor 475 Jahren wurde Sachsen evangelisch – die Annaberger waren es eher Annaberg-Buchholz feiert Anfang Mai diesen Jahres die Einführung der Reformation in Sachsen auf ihrem Territorium. Damit ist sie eine der Städte, die dem Geburtstag der säch- sischen Landeskirche vom 6. Juli 1539 etwas voraus sind. »Ich denke, wir ha- ben die historische Brisanz Annabergs und die damit verbundenen Weichen- stellung für ganz Sachsen bisher un- terschätzt«, kommentiert Annabergs Pfarramtsleiter Karsten Loderstedt die bevorstehenden Feierlichkeiten vom 1. bis 4. Mai 2014. Er hofft, dass die geplanten Veranstaltungen ein breites, mit Sicherheit auch internationales Publikum anziehen. Tatsächlich aber liefert die Ge- schichte den Stoff für die Abläufe. Als der konservative Herrscher Georg der Bärtige Mitte April 1539 starb, war klar, dass sein evangelischer Bruder Hein- rich der Fromme das Erbe antreten würde. Anfang Mai desselben Jahres trafsichdieFürstenfamilieinAnnaberg mit Phillip Melanchthon. In einem ers- ten gemeinsamen Abendmahl wurde der neue religiöse Kurs besiegelt und Frieden geschlossen. Zwei Wochen später predigte Luther zu ­Pfingsten in der Leipziger Thomaskirche – ein guter Anlass für Herzog Heinrich, der auch in Leipzig weilte, ein protestantisches Sachsen vorzustellen. Eine Annaberger Arbeitsgruppe hat nun die historischen Abläufe zum An- lass genommen, einen kleinen regiona- len Kirchentag zu kreieren. Unter dem Motto »Typisch evangelisch« wollen die Annaberger und ihre Gäste den evangelischen Glauben hinterfragen, bewerten und feiern. »Es soll eine öffentliche Profilfeier werden, in der die Frage: ›Warum sind wir evangelisch-lutherisch?‹ neu be- leuchtet werden wird«, sagt Pfarrer Lo- derstedt. Tatsächlich ist das Programm voll mit musikalischen, hi­storischen und publikumsrelevanten Veranstal- tungen. Allem voran steht ein dreitägiges Kolloquium mit namhaften Referen- ten aus dem In- und Ausland. Dazu gehören auch Erzbischof Janis Vanags Lettland und der Prager Historiker Petr Hlaváček. »Die Vorträge sollen auch als Wei- terbildung für alle haupt- und neben- amtlichen Kirchenmitarbeiter dienen«, ergänzt der Pfarrer Loderstedt. »Wir wollen die Leute mobilisieren und auch aktivieren, wieder neu über die Chancen des evangelischen Glaubens nachzudenken.« Am Sonntag, dem 4. Mai lockt ein interaktives Historienspiel auf den An- naberger Marktplatz. Unter dem Titel: »Wortspiel: 1539 – friedliche Revoluti- on auf Sankt Annaberg« lädt Theater- intendant Ingolf Huhn zu einem inter- aktiven Festspiel im Freien ein. Christine Bergmann Dass hier die Reformation etwas eher Einzug hielt, darüber freut sich nicht nur Pfarrer Karsten Loderstädt, der hier vor der St. Annenkirche steht. Im Mai wird das Ereignis in der Erzgebirgsstadt groß gefeiert. Foto: Christine Bergmann Mit einem Glockengeläut nach der Mitternachtsandacht zu Silve- ster ist die Gemeinde Altensalz in ihr Jubeljahr gestartet: Sie feiert in die- sem Jahr das 800-jährige Bestehen ihrer Kirche. Der Kirchenvorstand um Daniel Hartenstein hat sich viel vorge- nommen, 14 Veranstaltungen sind für das Festjahr geplant. »Wir wollen die Kräfte bündeln und alle Altersgruppen erreichen, sagt Daniel Hartenstein. Begonnen hatte alles mit einer Bet- stube, aus der dann ein kleines Kirch- lein wurde. Altensalz ist ein kleiner Ortsteil der heutigen Gemeinde Neu- ensalz, doch ausgerechnet hier steht die Kirche. Das Kirchlein von Neuen- salzistseitJahrenentwidmetunddient als Kulturkirche. Die Kirche in Alten- salz liegt landschaftlich wunderschön an der Talsperre Pöhl. Man hat herausgefunden, dass die Mauern der Sakristei tatsächlich aus dem 13. Jahrhundert stammen. Der Deutsche Orden war damals in Plauen ansässig und gründete in der kleinen Siedlung an der Salzquelle ein Kirch- lein. Bis dahin hatte jedes der umlie- genden Rittergüter eine eigene Kapelle auf dem Gut. Wahrscheinlich wurde später an- stelle eines hölzernen Baus die Kirche errichtet, die nie abgebrannt ist. De- cke und Dachstuhl sind noch original erhalten. Besonders stolz ist man auf die Holzdecke mit Ornamentmalerei aus dem Jahr 1480. Ursprünglich hatte das Kirchlein sieben Eingänge, weil jedes Rittergut eine eigene Loge besaß. Davon ist heu- te nicht mehr viel zu erkennen. Doch Daniel Hartenstein führt die Besucher gerne durch die Kirche und erzählt aus ihrer Geschichte. »Das Wort des Herrn bleibt in Ewig- keit«, dieser Bibelvers steht auf der ältesten Urkunde, die im Turmknopf gefunden wurde. Anderes hingegen hat sich in den 800 Jahren verändert. Einen ungewöhnlichen Einschnitt gab es in den 50er Jahren. Damals musste der Friedhof an der Kirche der Talsper- re weichen und uralte Kirchenwege wurden geflutet. »Wir wollen an die Anfänge der Ge- betsstube anknüpfen. Kern des christ- lichen Lebens ist das Gebet«, sagt Da- niel Hartenstein. Das Thema »Hört niemals auf zu beten« soll deshalb das Jubiläumsjahr prägen. Es begann mit einer Mitternachtsandacht. Eine Ge- betsnacht, ein Jugendgottesdienst, ein Kinderfest und verschiedene Konzerte werden folgen. Ein Höhepunkt wird der Festgottesdienst im Juli sein, zu dem der Landesbischof erwartet wird. Im September wird Familienfor- scherin Andrea Harnisch »Rosinen aus unserer Kirchengeschichte« vorstellen. Sie kennt sich als Familienforscherin mit den Kirchenbüchern bestens aus. Pfarrer Karsten Klipphahn ist erst seit Juli in Altensalz im Dienst. Er hat hier einen aktiven Kirchenvorstand, der mit der Planung das Jubiläums schon lan- ge begonnen hatte und viele mitreißt. Altensalz ist eine kleine Kirchge- meinde mit rund 700 Gemeindeglie- dern, von denen sich viele mit einbrin- gen. Zur Kirchgemeinde gehören auch die Orte Gansgrün, Gospersgrün, Neu- ensalz, Thoßfell, Voigtsgrün und Zobes. Im Jubiläumsjahr werden sie enger zu- sammenrücken und gemeinsam etwas bewegen. Margitta Rosenbaum Aus Gemeinden Die Botschaft der Betstube Die Kirche im vogtländischen Altensalz wird 800 Jahre Daniel Hartenstein (l.) und Pfarrer Karsten Klipphahn mit dem Fest­ programm. Foto: Silke Keller-Thoss Gefängnis- seelsorger Wolfgang Eichhorn betreut Häftlinge in Zwickau.

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