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so_01-2014

Nr. 1 vom 5. Januar 2014 2. Sonntag nach Weihnachten Wer kennt nicht die Gretchenfra- ge? In Goethes »Faust« fragte Margarete Faust: »Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?« Faust antwor- tete mit verschiedenen interessanten Gedanken, aber am Ende auswei- chend. Margarete ahnte wohl, dass die Bindung von Faust zum Glauben eher schwach ist, aber in ihrer Liebe geht sie darüber hinweg. Für sie selbst und ihre Familie endete die Begegnung mit Faust tragisch. Die Frage nach der Religion eines Menschen bleibt in jedem Fall eine wichtige Frage. Das trifft insbesonde- re auf den Menschen zu, mit dem man gern sein Leben teilen möchte. Nur, wann stellt man diese Frage? Wenn man sich gerade kennenlernt, dann scheint diese Frage weit weg zu sein. Überhaupt steht die Liebe zueinan- der über allem. Dann vergeht die Zeit. Kinder werden geboren. Es geht nun darum, Kinder taufen zu lassen und christlich zu erziehen. Spätestens dann steht die Gretchenfrage unumstößlich im Raum. Dann ist es leidlich, wenn die Eltern in dieser Frage zu keiner geschlossenenMeinungkommen,weil der andere mit dem christlichen Glau- ben nichts anzufangen weiß oder ihn gar kategorisch ablehnt. Die Gretchenfrage ist für jede Be- ziehung eine der entscheidendsten Fragen. Dahinter verbirgt sich das In- teresse für die Werte, die der andere leben möchte. Das intensive Gespräch darüber hilft, den anderen Menschen gut kennenzulernen und ihn in seinen tieferen Beweggründen zu verstehen. Jeder sollte sich darüber bewusst werden, was zu seiner unverwechsel- baren Identität dazugehört und dies auch ins Gespräch einbringen. Natür- lich geht es am Ende nicht nur um be- stimmte Tatbestände. Ein Christ sollte auch in der Lage sein, seinem Partner zu erläutern, warum ihm ein Leben mit christlichen Lebensvollzügen so wichtig ist. In der Urchristenheit stand das Problem genauso wie heute, da eben nur ein geringer Teil der Bevölkerung christlich war. Da fällt die Liebe nicht immer auf die Glaubensgeschwister. Dazu schreibt Paulus im 1. Korinther- brief (7, 13f): »Und wenn eine Frau ei- nen ungläubigen Mann hat und es ge- fällt ihm, bei ihr zu wohnen, so soll sie sich nicht von ihm scheiden. Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den gläubigen Mann. Sonst wären eure Kinder unrein; nun aber sind sie heilig.« Paulus geht davon aus, dass der Christ auch seinen Glau- ben lebt. Andernfalls bleibt es offen, wie die Heiligung geschehen soll. Das Gespräch über die Gretchen- frage wird alle Beteiligten zu einem tieferen Verständnis von sich selbst, von anderen Menschen und auch von Gott führen. Das allein wäre eigentlich schon Grund genug, die Gretchenfrage immer wieder zu stellen und dadurch im Glauben und Leben zu reifen. Pfarrer Dr. Reinhard Junghans, Leipzig Forum  9 4. bis 10. Januar Sonnabend So gesehen. Gedanken zur Zeit. 16.58 Uhr, SAT 1. Himmel und Erde. Magazin aus Religion und Gesellschaft. 18 Uhr, RBB. Glaubwürdig. Manuela Henkel. Sie war Bankerin. Jetzt dirigiert sie in ihrem Heimatdorf Kranlu- cken einen Haushalt mit drei Kin- dern. Sie ist zuversichtlich, dass Gott einen Plan für sie hat. 18.45 Uhr, MDR. Das Wort zum Sonntag. Es spricht Stefan Claaß (Mainz). 23.35 Uhr, ARD. Sonntag sonntags. 9 Uhr, ZDF. Glaubwürdig. Manuela Henkel. 9.15 Uhr, MDR. Katholischer Gottesdienst. Aus Altötting. 9.30 Uhr, ZDF. Evangelisch in Sachsen. 13.30 und 22.30 Uhr, Sächsisches Regio- nalfernsehen. Bibelclip. 18.25 Uhr, RTL. Donnerstag Nah dran. Ich muss zum Idioten- test! Strafe oder Chance? Do. 22.35 Uhr, MDR. 4. bis 10. Dezember Sonnabend Wort zum Tag. Michael Ipolt (Jena). 6.05 Uhr, MDR Figaro. Wort zum Tage. Cosima Kiesner (Augsburg). 6.23 Uhr, DLR. Morgenandacht. Jan Dieckmann (Hamburg). 6.35 Uhr, DLF. »Augenblick mal«. Andachten. 7.20 Uhr, Radio PSR. Notizen aus Religion und Kirche. 7.46 Uhr, MDR 1 Radio Sachsen. Wort zum Tag. Bernhard Venzke (Leipzig). 8.55 Uhr, MDR 1 Radio Sachsen. Sinn- und Glaubensfragen. Ein Magazin. 17.05 Uhr, MDR Figaro. Sonntag Wort zum Tag. Hans-Jürgen Kant (Halle/Saale). 6.05 Uhr, MDR Figaro. Geistliche Musik. 6.10 Uhr, DLF. Kantate. 6.30 Uhr, MDR Figaro. FeierTag. »Den Sinn seines Le- bens finden«. 7.05 Uhr, DLR. Sonntagsmagazin. 7 bis 9 Uhr, Hitradio RTL. »Augenblick mal«. Andachten. 7.20 Uhr, Radio PSR. Wort zum Sonntag. Stephan Brenner (Chemnitz). 7.45 Uhr, MDR 1 Radio Sachsen, . Aus Religion und Gesellschaft. 7.45 und 9.45 Uhr, MDR info. Am Sonntagmorgen. »Ich aber – Gott nahe zu sein ist mein Glück«. Ein spannendes Motto für das Jahr. 8.35 Uhr, DLF. Evangelischer Gottesdienst. Aus Wernigerode-Hasserode. 10 Uhr, MDR Figaro. Katholischer Gottesdienst. Aus der Kloster- und Wallfahrtskirche Sankt Walburg in Eichstätt. 10.05 Uhr, DLF. Sinn- und Glaubensfragen. Ein Magazin. 17.05 Uhr, MDR Figaro. Orgelmagazin. Musikalisches Herz der Dresdner Neustadt: die Jehmlich-Orgel in der Martin-Lu- ther-Kirche. Mit Landeskirchen- musikdirektor Markus Leidenber- ger. 22 Uhr, MDR Figaro. Montag bis Freitag Wort zum Tag. Christoph Seele (Dresden). 5.45 und 8.55 Uhr, MDR 1 Radio Sachsen. »Augenblick mal«. Andachten. 5.50 und 19.20 Uhr, Radio PSR. Nachgedacht. 5.59 und 20.40 Uhr, Hitradio RTL. Wort zum Tag. Hans-Jürgen Kant (Halle/S.). 6.05 Uhr, MDR Figaro. Wort zum Tage. 6.23 Uhr, DLR. Morgenandacht. 6.35 Uhr, DLF. Gedanken zum Auftanken. 9.30 Uhr, R.SA. Tag für Tag. Aus Religion und Ge- sellschaft. 9.35 Uhr, DLF. Im Sinne Luthers? Gedanken zur Würdigung des Ehrenamtes – vor dem Hintergrund sozialer Notstände Aus einem offenen Brief an den EKD- RatsvorsitzendenNikolausSchneider, der im Magazin »chrismon spezial« zum Reformationstag eine Kampag­ ne zur Würdigung des Ehrenamtes vorstellte unter dem Motto »Ich kann nicht anders«: … Unsere freiwillige Hilfe für Men- schen in Schwierigkeiten zielt in der Regel absolut nicht auf die Wurzel der Übel in unserer Gesellschaft und wen- det sich auch überhaupt nicht gegen die Mächtigen. Man hat nichts zu be- fürchten, wenn man in der Freizeit für andere Hilfe leistet – höchstens eine Erschöpfung. Unser Engagement lässt sich eher mit dem Kampf eines naiven Gärtners vergleichen, der das Unkraut bloß immer über der Erde abschneidet, die Wurzeln unberührt lässt und dann noch Gott in den Ohren liegt, weil in seinem Garten das Gemüse nicht rich- tig gedeiht. Ich bin verzweifelt und traurig da- rüber, dass die »Unkrautwurzeln« im Garten unserer Gesellschaft seit Jah- ren unberührt bleiben, sich mächtig ausbreiten und dadurch das Gemüse verkümmert.DenschönenBlumender sozialen Gerechtigkeit, den wohltuend geordneten Verhältnissen für Mensch und Natur, kommt der Boden immer mehr abhanden! Deshalb kann ich mich nicht freuen über privates In-die-Bresche-Springen, weil das nur Trostpflastercharakter hat. Ohnehin haben sehr viele bis an ihre Grenzen belastete Menschen heute keinen Spielraum mehr für zusätzliche Anstrengungen. Notlösungen lösen die Not nicht, auch wenn sie gelegentlich durch Kreativität bestechen. Nein, ich suche nach wahrhaftigen, nach wirkli- chen Lösungen. Kann mir das jemand verdenken? In »chrismon spezial« spürt man die enge Verknüpfung der kirchlichen Kampagne mit staatlichen Interessen. Aufgaben, die im Sozialstaat gesell- schaftlich geschultert werden müssten, werden Privatpersonen beziehungs- weise Privatinitiativen zugeschoben. Insofern nenne ich die Kampagne »Ich kann nicht anders« eine Legitimations- kampagne für einen falschen politi- schen Weg. Dass dabei wieder einmal Luthers Geist als Argumentationshilfe bemüht wird, hat ja inzwischen Tradi- tion bei Luther-Jubiläen. Maria Hundert, Klipphausen Die Last der Verantwortung Zum Beitrag »Eine Kirche zuviel« in Ausgabe 50, Seite 5: In meinem Dienstleben habe ich mindestens bei fünf Kirchen zur Er- haltung und zum Bestand mit Hand anlegen können – manchmal auch mit Stöhnen. Dennoch war ich froh, dass dies Geschehen immer in en- ger Verbindung mit dem jeweiligen Kirchenvorstand geschehen konnte. Hier kann ich die Schwester Gustke nur bedauern, dass offenkundig ihr dieLastderVerantwortungaufgelegt wird. Pfarrer i. R. Knut Geisler, Chemnitz Plakative Überschrift Zum Titelbeitrag »Gott passt nicht in ein Wort«, Ausgabe 50, Seite 1: Der Artikel ist gut geschrieben, doch die Überschrift ist einfach nur grottenfalsch oder schlichtweg unbiblisch. Luther hat sich damals mit Zwingli über das Abendmahl gestritten. Zwingli sagte, dass das Unendliche (= Gott) nicht vom End- lichen (= alles Sichtbare) gefasst werden könne. Gott passt nicht in ein Wort, so hätte er auch sagen können. Luther hielt damals dage- gen und sagte Nein, das Endliche fasst Gott. Es war damals großer Streit um das Abendmahl: Hat es eine erin- nernde Bedeutung oder ist hier Gott ganz gegenwärtig? In der kleinen unscheinbaren Hostie, im Schluck Wein ist Jesus Christus ganz gegen- wärtig. Gott passt sehr wohl in ein Wort, in das Wort: Jesus ­Christus. Er ist ja das menschgewordene Wort Gottes. Also bitte mehr Sorgfalt bei sol- chen plakativen Überschriften. Pfarrer Andreas Schlotterbeck, Oelsnitz Gott ist Klarheit Zum Titelbild von Ausgabe 50, 3. Advent: Gott ist nicht verschwommen, son- der Klarheit! Ein Kind ist geboren. Gott wird Mensch – das Klarste der Welt. Und: Schwarz-Gelb ist die ab- stoßendste Farbkombination. Siegfried Hendel, Dresden Falsche Kleidung Zum Bastelbogen in Ausgabe 49: Die Bastel-Weihnachtskarte »mit Motiv zum Ziehen«, die dem Sonn- tag zum 1. Advent beilag, könnte eine brauchbare und schöne Sache sein. Aber warum haben Sie es zu- gelassen, dass der Josef eine Kufiya mit Aqal und damit das Symbol des arabischen Widerstandes auf dem Kopf trägt, als wäre Jesus in die Fa- milie eines palästinensischen Wi- derstandskämpfers hineingeboren worden? Solches Herausreißen Jesu aus seinen jüdischen Wurzeln steht in einer langen, aber äußerst pein- lichen Tradition; mir fällt da zum Beispiel das Bild »Der zwölfjährige Jesus im Tempel« von Max Lieber- mannausdemJahr1879ein,dasder Künstler nach harten Anfeindungen füreineAusstellung1884umändern unddenschwarzhaarigenjüdischen Jesus darauf zu einem stupsnasigen Jungen mit goldenem Haar machen musste. In diesen Strom sollte unse- re evangelische Kirche nicht wieder eintauchen! Dr. Volker Wagner, Leipzig Leserpost Die Gretchenfrage Wie es jemand mit der Religion hält, ist nicht nur in einer Beziehung ein wichtiger Aspekt Das Thema Glück wird uns durch das Jahr begleiten. Doch es ist ein ganz besonderes Glück, das da gemeint ist. Wenn Sie das Rätsel gelöst haben, wissen Sie viel- leicht mehr. Schicken Sie die Lösung bitte per Postkarte bis 10. Januar (Poststempel) an die Redaktion der Sonntag, Blumenstraße 76 in 04155 Leipzig oder per E-Mail an . Unter Ausschluss des Rechtsweges ermitteln wir aus allen richtigen Einsendungen drei Gewinner, die wir in unserer Ausgabe am 19. Januar bekannt geben. Die Gewinner erhalten je eine Musik-CD. Liebe Leserinnen und Leser, bitte ­ha­­ben Sie dafür Verständnis, dass nicht jede Zuschrift veröffentlicht oder beantwortet wird. Leser­­­­­­­­­­­­­­­brie­fe­geben nicht die Meinung der Redaktion ­wieder. Das Recht auf sinn­wah­rende Kür­zungen behalten wir uns vor. Ihre Zuschriften senden Sie bitte an die Redaktion der Sonntag, Post- fach 22 15 61, 04135 Leipzig oder an . Kirche im TV Kirche im Radio

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