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Stiftung Friedliche Revolution kritisiert geplante Gysi-Rede in der Peterskirche

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Gregor Gysi
© Berthold Bronisz/pixelio.de

Die Stiftung Friedliche Revolution in Leipzig erklärt in einer Presseinformation vom 10. Juli, sie sei »irritiert von der Nachricht, dass der letzte SED-Vorsitzende und langjährige Fraktionschef der Partei ›Die Linke‹ im Deutschen Bundestag, Gregor Gysi, beim jährlichen Konzert der Leipziger Philharmonie am 9. Oktober die ›Festrede‹ halten wird«. Das teilten Vorstand und Kuratorium der Stiftung mit.

Sie unterstützen »den Protest zahlreicher Persönlichkeiten gegen eine Festrede« von Gregor Gysi anlässlich der vor 30 Jahren von Leipzig ausgegangen Friedlichen Revolution. »Wir halten angesichts seiner politischen Vergangenheit, seiner Rolle bei der Rettung der SED und ihres Vermögens, der Vernichtung wichtiger Parteiakten und der Behinderung der Aufarbeitung der SED-Diktatur einen Auftritt als Festredner oder Zeitzeugen für völlig unangemessen«, heißt es in der Erklärung.

Noch im Spätherbst 1989, als sich große Teile der DDR-Bevölkerung an den Demonstrationen in zahlreichen Orten der DDR beteiligten, dem demokratischen Aufbruch aus Leipzig anschlossen und gegen Unterdrückung, Überwachung und Bevormundung protestiert haben, habe Gregor Gysi die führende Rolle der SED und den Erhalt der Staatssicherheit verteidigt und für die »Wende« von Egon Krenz geworben. Heute versuche er sich mit Geschichtsklitterung und der Verbreitung von Legenden.

»Wir sind verwundert darüber, dass offenbar den Verantwortlichen der Leipziger Philharmonie, vor allem aber auch dem eingeladenen Gastredner das politische Gespür dafür fehlt, dass ein Beitrag von ihm an diesem Tag und diesem Ort von den Opfern des SED-Regimes und auch der Leipziger Bevölkerung als Provokation empfunden werden muss. Herr Gysi ist unseres Erachtens kein angemessener Redner für eine solche Feierstunde«, erklärten Vorstand und Kuratorium weiter, heißt es weiter.

Die Stiftung hätte darum erwartet, dass dies auch von ihm selbst erkannt werde. Eine solche Rede müsse »nicht nur zu unnötigen Protesten und zur Polarisierung führen, sondern auch die von der Stadt, der Stiftung und etlichen Kooperationspartner geplanten Feierlichkeiten in Leipzig erheblich belasten und konterkarieren«.

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