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Studie: Mehrheit sieht Markt für ethischen Konsum

epd
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Nahrungsmittel, die nicht aus Massentierhaltung stammen, liegen im Trend. © Robert Thurn/pixelio.de

Ethik und Moral werden beim Einkauf künftig offenbar eine größere Rolle spielen als bisher. Nach einer Umfrage der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen sagen 66 Prozent der Deutschen, dass für sie Fair-Trade-Produkte, Nahrungsmittel ohne Massentierhaltung oder Produkte ohne Kinderarbeit wichtiger werden. Bei Jüngeren liegt der Anteil sogar bei 69 Prozent, bei den über 55-Jährigen nur bei 62 Prozent, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Studie »Zukunft des Konsums«.

Nach Einschätzung von Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung, werden Unternehmen nur dauerhaft erfolgreich sein, wenn sie helfen, globale und gesellschaftliche Probleme zu lösen. Hier könne sich etwa der Handel vor Ort gegenüber dem umweltbelastenden Online-Handel profilieren.

Migranten werden aller Voraussicht nach auch das Konsumverhalten verändern. 85 Prozent der Bevölkerung gehen davon aus, dass es durch die Zuwanderung in den nächsten 20 Jahren neue Konsumangebote für Lebensmittel, Kleidung, Sport und Spiele geben wird. Städter (88 Prozent) gehen eher davon aus als die ländliche Bevölkerung (80 Prozent).

Trotz des drohenden Klimawandels wollen laut Studie immer weniger Menschen umweltschädliche Konsumgewohnheiten einschränken. 29 Prozent sind laut Umfrage nicht bereit, ihre Freiheit einzuschränken, auch wenn dadurch die Umwelt nachhaltig beeinträchtigt werde. 2007 lag der Anteil noch bei 20 Prozent. Demgegenüber erklärten 79 Prozent, dass sie beim Einkauf die regionale Wirtschaft fördern möchten – Ältere öfter als Jüngere. 57 Prozent würden sich auch bestimmte Gebrauchsgegenstände leihen, anstatt sie zu besitzen – Jüngere eher als Ältere.

85 Prozent der Bundesbürgern fürchten, dass WhatsApp, E-Mails, Posten und Chatten zur Vereinsamung führt. Vor 20 Jahren beklagten lediglich 50 Prozent einen Rückgang mitmenschlicher Kontakte durch die Digitalisierung. 88 Prozent fühlen sich von der Nutzung neuer digitaler Angebote überfordert. 85 Prozent sagen, dass die Medienflut nervöser und aggressiver mache. 82 Prozent gehen davon aus, dass Medien die Kindesentwicklung stärker prägen als Eltern und Schule. Für die Studie wurden im vorigen Jahr 3.000 Bundesbürger ab 14 Jahren repräsentativ in Face-to-Face-Interviews befragt.

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VERÖFFENTLICHT AM 12.07.2019 Artikel drucken

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