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Umstrittene Kunstinstallation vor der Frauenkirche

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Installation Monument von Manaf Halbouni
© Foto: Stadt Dresden

Die Stiftung Frauenkirche Dresden begrüßt die Installation MONUMENT des syrisch-deutschen Künstlers Manaf Halbouni als Zeichen der Mahnung an das Leid der von Krieg und Zerstörung betroffenen Menschen in Syrien und aller Welt und auch als Impuls zum festen Glauben an einen Neubeginn. Das teilte die Stiftung heute mit.

„Indem Manaf Halbouni sein Kunstwerk MONUMENT auf dem Dresdner Neumarkt unweit der Frauenkirche platziert, rücken scheinbar getrennte Welten näher aneinander: Aleppo und Dresden, Syrien und Deutschland, Krieg und Frieden. Mit ihrer kraftvollen Stille mahnt uns die Installation in der Sprache der Kunst eindringlich, über das Leid der Menschen, deren Leben und Existenz bedroht sind, nicht hinwegzusehen“, erklärt Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt. „Doch das Kunstwerk sendet von diesem Platz, den es zunächst provokant zu stören scheint, noch eine weitere wichtige Botschaft. So wie die Frauenkirche im Geist des Friedens und der Versöhnung als Völker verbindende Initiative wieder errichtet werden konnte, kann auch in Syrien und an anderen von Krieg gezeichneten Orten der Welt Neues entstehen: wenn einstige Gegner sich die Hände reichen und den Weg der Versöhnung gehen. Danken wir Manaf Halbouni für den Impuls, darüber nachzudenken.“

Die aus drei aufrecht stehenden Bussen geschaffene Skulptur MONUMENT wird im Rahmen des Kulturfestes „Am Fluss/At The River – Kunst, Theater, Performances, Konzerte, Gespräche, Workshops zu Kulturen des Ankommens entlang der Elbe“ auf dem Dresdner Neumarkt gezeigt. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative des Kunsthauses Dresden und des Societaetstheaters Dresden.

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26 Lesermeinungen zu Umstrittene Kunstinstallation vor der Frauenkirche
Beobachter schreibt:
07. Februar 2017, 13:21

Wofür man alles Geld ausgeben kann?

Gert Flessing schreibt:
07. Februar 2017, 17:46

Ähm, ja. Kunst? Wirklich Kunst?
Nun ja. Ein wenig denke ich an eine Bemerkung aus Heines "Wintermärchen".
Nun gilt ja heute vieles für Kunst. Wir hatten das Thema ja erst, im Blick auf Berlin und Betonklötze.
Drei aufrecht stehende Busse. Sie sollen an Aleppo erinnern. Sie sollen Barrikaden symbolisieren.
Provokant? Ach nein, eher nicht. Aber wenn ich eine Barrikade bauen wollte (und so wurde es wohl auch in Aleppo gemacht), würde ich Busse kaum senkrecht hinstellen.
Müssen wir, wenn wir an die Bombardierung von Dresden denken, auch Aleppo in den Blick bekommen?
An der Stelle würde ich sagen, das wir das durchaus sollten. Wir sollten es, weil der Gedanke, durch den Beschuss und die Bombardierung ziviler Ziele, militärisch etwas zu erreichen, immer noch vorhanden ist.
Es ist eine Militärdoktrin, das man so handelt, um das Leben eigener Soldaten nicht zu stark zu gefährden.
Dresden, Hiroshima, Hanoi, Bagdad, Aleppo, Mosul...
Wenn ich diese "Installation" auch für ausgesprochen fragwürdig halte, so doch nicht den Gedanken, der dahinter steht.
Auch nicht jenen, für den die Frauenkirche steht, nämlich, das aus Versöhnung und nur aus Versöhnung, Neues und Gutes wachsen kann.
Gert Flessing

Realist schreibt:
07. Februar 2017, 18:38

Jeder klar denkende Mensch sieht hier einen Haufen Schrott !! Das dies viele Bürger nicht akzeptieren liegt wohl auf der Hand. Die Lage in Syrien war und ist so unübersichtlich , dass keiner hier in Europa genau weiß wer gegen oder mit wem kämpft. Als Christen sollten wir uns für das Leid der Syrischen Christen interessieren und nicht solche zwiespältigen Aktionen unterstützen die die Gesellschaft noch weiter spalten und nicht der Versöhnung und dem Frieden dienen.

Leserin schreibt:
07. Februar 2017, 19:59

In einem muss ich den Kritikern Recht geben: Es erinnert an den LKW von Berlin. Allerdings hätte ich das gern friedlich diskutiert.

Beobachter schreibt:
07. Februar 2017, 22:21

Was verdient der "Künstler" an dieser Abwrackung und wer bezahlt das?
Das es da Leute auf die Barrikaden treibt war doch vorraussehbar?
Unsere Medien bringen es aber immer noch nicht fertig, real darüber zu berichten. Im MDR wurde von einer Gruppe von ca.50 Protestler gesprochen. Die dazu gezeigten Bilder ließen aber erkennen, daß es sich um eine um ein Vielfaches größere Peronenzahl handelte. Warum "arbeiten" unsere Medien immer noch mit solchen Mitteln? Es ist doch kein Wunder, daß immer mehr Menschen denen nicht mehr vertrauen!

Gert Flessing schreibt:
07. Februar 2017, 22:28

Lieber Realist,
seien wir realistisch. Es gibt so viel Schrott, der als Kunst ausgegeben wird...
Es gab sogar einmal einen Fleck auf dem Fußboden eines Museums und als eine Putzfrau den weg machte, wurde das richtig teuer...
Nein, ich finde dieses "Monument" auch nicht ein wenig schön und nicht einmal bemerkenswert, aber ver-störend genug, darüber zu reden, sich das Maul zu zerreißen und vielleicht sogar nachzudenken.
Wei ich schrieb, geht es um das, was unsere Welt so unsicher macht. Menschen, die Macht haben, andere Menschen zu bombardieren ohne zu fragen, wen es trifft.
So war es, so ist es und soll es so bleiben?
Getroffen werden in Syrien, so unwägbar die Konstellationen dort sind, Christen und Nichtchristen, kurz Menschen.
So, wie in Dresden einst Christen, Juden (ich denke an Klemperer), Nazis, Russen... getroffen wurden und betroffen waren.
Es liegt an uns allen, aus einem Haufen Schrott etwas zu machen, was nicht spaltet, sondern ihm einen Sinn zu geben, der uns geistig und vielleicht auch geistlich weiter bringt.
Gert Flessing

Realist schreibt:
08. Februar 2017, 16:08

Ich danke Ihnen für die klaren und mutmachenden Worte. Leider vermisse ich oft in der Politik und eben auch in unserer Kirche Menschen mit diesem Weitblick.

Manfred schreibt:
09. Februar 2017, 20:06

Sehr geehrter Herr Flessing. Diese "Kunst" ( Kunst kommt von Können), ist in meinen Augen eine Provokation. Ganz nebenbei ist auf diesen Schrottbusen eine Schleichwerbung zu sehen (www.sparkasse-bayreuth.de). Ist das der Sponsor oder welche Bedeutung hat dieser Hinweis? Sie kennen sicher die Bilder aus den Medien, von dem Originalbild mit der Fahne. Am Freitag kommt die nächste Aktion, damit Dresden unbedingt in den Schlagzeilen bleibt. Ich Frage mich, warum können die Dresdner nicht in aller Stille an die Opfer Gedenken, ohne auf die ganzen kriegerischen Auseinandersetzungen in dieser Welt zu schauen? Jeder Krieg ist schlimm, aber dieses ganze Getue um diesen Tag, geht mir auf den Geist. Es geht nicht mehr um die Opfer (Dresdner und die vielen Flüchtlinge, die sich 1945 in Dresden aufhielten), sondern ausschließlich um eine politische Selbstdarstellung. Wir gehen an diesen Tag in die Kirche!

Manuel Beyer schreibt:
08. Februar 2017, 1:09

n-tv meldet:
"soll an das Leid der Zivilbevölkerung im umkämpften Aleppo erinnern und zwei Monate auf dem Neumarkt stehen. Im Ostteil der Stadt hatten damals Zivilisten Buswracks wie eine Mauer zum Schutz vor Scharfschützen aufgerichtet."

Der maronitische Erzbischof Tobij aus Aleppo meldet:
"Der Ostteil von Aleppo erleidet Bombardierungen. Aber auch im westlichen Teil, wo ich mich befinde, sterben seit 4 Jahren Menschen, seit die Terroristen einen Teil von Aleppo eingenommen und begonnen haben, auf die Zivilbevölkerung in den freien Stadtteilen ihre tödlichen Geschosse abzuschießen."

Der flämische Pater Daniël Maes (78) lebt in Syrien in dem aus dem sechsten Jahrhundert
stammenden Kloster Mar Yakub in der Stadt Qara 90 km nördlich der Hauptstadt Damaskus. Pater Daniel war ein Zeuge des „Bürgerkriegs,“ und laut ihm sind die westlichen Berichte über den Konflikt in Syrien sehr irreführend.
...
Vor dem Krieg war Syrien ein harmonisches Land: ein säkularer Staat, in dem verschiedene
religiöse Gemeinschaften friedlich Seite an Seite lebten. Es gab kaum Armut, Bildung war
kostenlos und die medizinische Versorgung war gut. Es war nur nicht möglich, frei seine
politischen Ansichten zu äußern. Aber den meisten Menschen war das egal.
...
Wissen Sie nicht, dass die Medienberichterstattung über Syrien die größte Medienlüge
unserer Zeit ist? Sie haben reinen Unsinn über Assad verbreitet. Es waren in der Tat die Rebellen, die
plünderten und töteten. Glauben Sie, die Menschen in Syrien sind dumm? Glauben Sie, dass diese Menschen gezwungen wurden, für Assad und Putin zu jubeln? Es sind die Amerikaner, die ihre Hände überall drin haben, wegen Pipelines und Rohstoffen in dieser Region und um Putin auszubremsen."

Und nun die Preisfrage, wessen Einschätzung ich für glaubwürdig halte:
- maronitischer (katholischer) Erzbischof von Aleppo
- flämischer Pater, in Syrien lebend
- deutsche Lügenpresse

P.Kuschel schreibt:
08. Februar 2017, 7:34

Für dieses Kunstwerk an diesem Platz fehlt mir jedes Verständnis. Ich finde die Busse entsetzlich! Der Platz wird verschandelt - weg damit . Die Dresden Besucher wollen so etwas sicher nicht sehen.

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Dem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus zu aller Zeit.

(Epheser 3,20-21)

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