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Uwe Steimle nicht mehr Schirmherr der Friedensdekade

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Kabarettist Uwe Steimle
Kabarettist Uwe Steimle 2010 bei der AMI in Leipzig © ThomasGigold

Der Dresdner Schauspieler und Kabarettist Uwe Steimle ist nicht mehr Schirmherr der diesjährigen Ökumenischen Friedensdekade. Nach heftiger Kritik von Initiativen gegen Rechtsextremismus habe sich der Leitungskreis entschieden, die erst in der vergangenen Woche bekanntgegebene Zusammenarbeit wieder zu beenden, teilte der Trägerverein der Friedensdekade am Mittwoch in Bonn mit. Die Verantwortlichen haben Uwe Steimle in einem persönlichen Gespräch um Verständnis für diese Entscheidung gebeten. Herr Steimle zeigte sich sehr enttäuscht, wünschte der FriedensDekade aber für die diesjährigen Aktivitäten alles Gute »und allen weite Herzen«.

Kritiker werfen Steimle Antisemitismus und Antiamerikanismus sowie eine Nähe zur rechtspopulistischen »Pegida«-Bewegung vor. Seine Aussagen ließen keine eindeutige Distanzierung von rechtspopulistischen Positionen erkennen. »Wir wussten, dass Uwe Steimle ein streitbarer und umstrittener Geist ist«, erklärte Jan Gildemeister von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden. »Wir hätten im Vorfeld der Entscheidung besser recherchieren müssen.« Erst durch Kritik und Rückmeldung von Partnern aus Sachsen sei deutlich geworden, wie polarisierend und teilweise auch politisch grenzüberschreitend Steimle in der Region wahrgenommen werde.

Zu den zentralen Kritikpunkten an Uwe Steimle gehörten, seine Aussagen ließen keine eindeutige Distanzierung von rechtspopulistischen Positionen bzw. der Pegida-Bewegung erkennen. Verlautbarungen über Israel und die USA seien einseitig, würden der Komplexität nicht gerecht und ließen die Grenze zu antiamerikanischen und antisemitischen Positionen verschwimmen. »Unabhängig von der Frage, ob die benannten Vorwürfe gegen Uwe Steimle berechtigt sind oder nicht, distanziert sich die Ökumenische FriedensDekade ausdrücklich von jeglichen pauschalisierenden, rassistischen und antisemitischen Positionen. Über eine mögliche Schirmherrschaft für die Ökumenische FriedensDekade 2018 werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden«, so Jan Gildemeister.

Die Ökumenische Friedensdekade vom 11. bis 21. November steht in diesem Jahr unter dem Motto »Krieg 3.0«. Die Veranstaltungen sollen auf die Gefahren eines möglichen dritten Weltkriegs und einer zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung der Kriegsführung durch Drohnen und Roboter aufmerksam machen. Die Aktionen der Ökumenischen Friedensdekade finden immer im November in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag statt. Trägerorganisationen der Ökumenischen Friedensdekade sind die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden in Bonn und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Frankfurt am Main.

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55 Lesermeinungen zu Uwe Steimle nicht mehr Schirmherr der Friedensdekade
Johannes schreibt:
02. März 2018, 17:42

Das kann man jeden Freitagabend sehen: Die "heute-show" ist soetwas von politisch korrekt...

Johannes schreibt:
02. März 2018, 23:12

"heute-Show" gesehen?

B schreibt:
03. März 2018, 12:18

Das tun sich doch nur noch kranke Geister an!

Sachse schreibt:
02. März 2018, 14:52

Glückwunsch! Sie sind genau der Bürger, welche sich unsere links-grünen Eliten wünschen. Und für Sie sind bestimmt Jan Böhmermann und Oliver Welke hochklassige "Comedians"....

Clayer schreibt:
03. März 2018, 20:00

Wo Linientreue hinführt, liegt ja noch nicht zu lange in der deutschen Geschichte zurück.
Und nunmehr befinden wir uns bereits wieder an einer Schwelle, wo politische gesetzte Nadelstiche, offene Kritiken etc. zu Berufseinschränkungen oder diesen hier gerade öffentlich diskutierten Tatbestand, jemanden in die rechte Ecke zu stülpen, wenn man sich unbequemer Kritiken entledigen möchte.
...und hier scheint es mittlerweile auch schon Maulwürfe zu geben, die dieser Ungeheuerlichkeit, Herrn Steimle ins Rechte Lager zu definieren, noch unterstützen, obwohl sich nicht nur eingefleischte Sachsen hier schützend vor Uwe Steimle stellen.

Beobachter schreibt:
04. März 2018, 8:50

Ja solche linientreue "Maulwürfe" sind hier schon länger unterwegs. Bei Einigen hat man den Eindruck waren das in der jüngsten Geschichte auch schon. Andere sind einfach zu jung, ander zu einfältig, um die Parallelen zu erkennen!

Sonja schreibt:
04. März 2018, 23:16

Furchtbar ist höchstens Ihr Kommentar!!!.Wo sind Sie aufgewachsen bzw. wer hat Sie geprägt?! Und übrigens: Herr Steimle ist ein exzellenter Künstler und ein aufrechter Mensch, aber nicht jeder besitzt Herz und Verstand,um dies auch zu erkennen.

Gerd Weghorn schreibt:
01. März 2018, 22:22

Das ist des Pudels Kern: "Kritiker werfen Steimle Antisemitismus und Antiamerikanismus" vor.
Ich werfe den Kritikern Zionismus und Antideutschtum vor, denn das ist es, was Steimle kritisiert.
Zionismus hat mit Judentum als Religion nichts gemein, ist nichts anderes als jüdisch angestrichener RASSISMUS ALS STAATSDOKTRIN und muss - wie sein Plagiat, der nationalsozialistische Antisemitismus - überwunden werden, soll der Frieden im Nahen Osten eine Chance haben: http://wp.me/pxqev-2FD
Daran ist Steimle interessiert, offensichtlich aber nicht seine zionistischen "Kritiker" und ihre antideutschen Putztruppen.

ulrich schreibt:
02. März 2018, 8:55

Mir fehlen die Worte! Das ist Totalitarismus und vor allem Opportunismus pur. Leider typisch für das politische Verhalten der Kirche. Was in unserer Generation noch selbstverständlich war - wir wollten etwas verändern/verbessern - ist heute ein "Kündigungsgrund", ein Grund zur Ächtung. "Antifaschismus" kommt heutzutage im Gewand des systemkonservativen Totalitarismus daher. Wehe es wird Kritik am System, seines Leitbildes Amerika oder anderen Systemvertretern geübt (Spätestens seit Vietnam waren wir damals alle "Antiamerikanisten"). Unerträglich! Danke, Kirche: Lieber buckeln als kämpfen.

Marcel Schneider schreibt:
02. März 2018, 10:02

hm, ich muss sagen, dazu fällt mir eine persönliche Meinung schwer.
Herrn Steimle habe ich immer nur aus der Distanz betrachtet. Ok, man stand mal nebeneinander an der Kasse bei Konsum, aber das war es auch schon.
Dass ihm eine Nähe zu Pegida nachgesagt wird, habe ich erst aus den Vorwürfen hier erfahren. Ich halte das auch bisschen für absurd. Ich habe mal zu den Vorwürfen gegoogelt. Mein Eindruck:
bei ihm weiß man nicht, wo Komik endet und Ernst beginnt. Und dieses Dasein als Clown ist ihm etwas zum Verhängnis geworden. So hat er gegen den Bau einer Moschee demonstriert, aber in lustiger Weise. Nun ist nicht klar: ist er wirklich gegen den Islam oder macht er sich nur lustig, dass die Leute vor so viel Angst haben? Eben unklar.

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VERÖFFENTLICHT AM 01.03.2018 Artikel drucken

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