Videokonferenzen helfen Klima und Unternehmen

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© Corinna Dumat / pixelio.de

Videokonferenzen und Homeoffice können einer neuen Studie zufolge einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Durch den verringerten Verkehr würden die Belastungen durch Lärm und Abgase sinken, heißt es in einer am Donnerstag in Berlin online vorgestellten Studie des ökologischen Verkehrsclub VCD und des Berliner Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. Zudem würden weniger Menschen im Straßenverkehr verunglücken. Negative Folgen wären möglicherweise zusätzlich notwendige Fahrten mit dem Auto, die früher beim Pendeln zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mit erledigt wurden, zusätzliches Heizen im Homeoffice oder das Anmieten größerer Wohnungen, um Platz für das Büro zu Hause zu haben. Laut Studie machen Geschäftsreisen in Deutschland mehr als 20 Prozent des Personenverkehrs aus. Sie seien auch für zwei Drittel der innerdeutschen Flugreisen verantwortlich. 2019 sei mit 195 Millionen Geschäftsreisen ein neuer Höchststand erreicht worden, heißt es unter Verweis auf Zahlen des Bundesverkehrsministeriums. Das entspräche fast einer Million Reisen pro Arbeitstag.

An der repräsentativen Studie mit dem Titel "Klimaschutzpotenziale der Nutzung von Videokonferenzen und Homeoffice" beteiligten sich im vergangenen November 500 Geschäftsreisende an einer Online-Befragung. Die Teilnehmer gehörten dabei allen Managementebenen an, sagte Jens Clausen von Borderstep. Wesentliches Ergebnis: Videokonferenzen böten einen dreifachen Gewinn - für Beschäftigte, Unternehmen und Umwelt: "Aufseiten der Geschäftsreisenden steht der Gewinn an Freizeit, aufseiten der Arbeitgebenden die Kosteneinsparung." Besonders praktikabel seien Videokonferenzen bei regelmäßigen Meetings von Teams, die sich bereits kennen. Durch den verstärkten Einsatz von Videokonferenzen könne die Zahl der Geschäftsreisen in Zukunft etwa um ein Drittel niedriger liegen als vor der Pandemie. Damit könnten rund drei Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen im Jahr eingespart werden. Der Anteil der dabei nicht gefahrenen Autokilometer würde rein rechnerisch 700.000 Pkw überflüssig machen, heißt es. Um die in der Pandemie beobachteten Tendenzen zu stärken, sollten Unternehmen, Politik und Verkehrsunternehmen jetzt reagieren. Ziel sollte die Verstetigung mobilen Arbeitens und die Nutzung von Videokonferenzen anstelle von Geschäftsreisen sein, sagte Michael Müller-Görnert vom VCD.

Die Autoren der Studie raten Unternehmen, Mitarbeitern Anreize zum mobilen Arbeiten zu geben wie etwa eine Mobilitätspauschale und ein Dienstrad anstelle eines Dienstwagens. Reise- und Datenschutzrichtlinien sollten angepasst werden. Auch die Hard- und Software für Videokonferenzen sollte verbessert werden. An die Politik gerichtet wird ein Abbau des Dienstwagenprivilegs und der Entfernungspauschale gefordert. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Recht auf Homeoffice und die Absetzbarkeit der Kosten müssten verbessert werden. Bahn und Verkehrsbetrieben werden flexiblere Ticketangebote empfohlen. "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, profitieren alle: Das Klima wird geschützt, der Verkehr entlastet, Arbeitnehmer gewinnen Zeit und Flexibilität, Unternehmen sparen reisebedingte Kosten", so das Fazit der Studie.

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