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Zum Tod von Christoph Albrecht

Mandy Weigel
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Christoph Albrecht war Kirchenmusikdirektor der Kirchenmusikschule Dresden © Foto: Archiv Hochschule für Kirchenmusik

Der frühere Kirchenmusikdirektor Christoph Albrecht ist am 24. September im Alter von 86 Jahren in Berlin verstorben. Das teilte der frühere Rektor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden Christfried Brödel in dieser Woche mit. Albrecht war von 1960 bis 1977 Direktor der Kirchenmusikschule Dresden.

Nach seinem Studium der Kirchenmusik und Theologie in Halle war Albrecht ab 1953 als Domkantor in Naumburg und zugleich als Dozent an der Kirchenmusikschule Halle tätig. 1960 wurde er zum Direktor der Kirchenmusikschule Dresden berufen. Diese Stelle war damals mit dem Kantorat der Dresdner Versöhnungskirche verbunden. 1976 wechselte er als Kantor und Organist an die Kirche St. Marien in Berlin. Diese Stelle hatte er bis 1992 inne.

Albrecht sei eine herausragende Persönlichkeit gewesen, die durch ihr künstlerisches und pädagogisches Wirken eine ganze Generation von Kirchenmusikern geprägt habe, schreibt Brödel in einem Nachruf. »Albrecht erreichte seine größte Bekanntheit durch sein herausragendes Orgelspiel. Er gehörte seit den 1960er Jahren zu den international gefragten deutschen Organisten und konzertierte u. a. in Schweden, den Niederlanden und den USA. Im Rahmen der von der DDR-Schallplattenfirma ETERNA unternommenen Einspielung der Bachschen Orgelwerke auf Silbermannorgeln wurden ihm die Interpretation des Dritten Teils der Clavier-Übung sowie der Canonischen Veränderungen über ‚Vom Himmel hoch’ auf der großen Orgel des Freiberger Doms übertragen.«

Albrechts Bedeutung erschöpfe sich jedoch keineswegs in seinem Virtuosentum als Organist. »Für ihn waren Gottesdienstgestaltung und die Arbeit mit musikalischen Gemeindegruppen wichtige Komponenten seiner Kantorentätigkeit.« Als Chorleiter und Dirigent habe er zahlreiche große Werke alter, romantischer und zeitgenössischer Musik aufgeführt. Die Werke Bachs bildeten dabei einen durchgängigen cantus firmus, der frühere Rektor der Hochschule für Kirchenmusik Dresden.

Er würdigte Albrecht auch als Komponist – aus seiner Feder stammten Orgel- und Chorkompositionen – und erinnerte an sein Eintreten für seine Ansichten: »Albrecht vertrat kompromisslos die Positionen, die er als für sich maßgeblich erkannt hatte. Dies zeigte sich auch in der Auseinandersetzung um die Einführung neuer geistlicher Lieder und popularmusikalischer Formen in das gottesdienstliche Musizieren. Der Direktor – und mit ihm die damalige Dozentenschaft der Dresdner Kirchenmusikschule – hielt es nicht für möglich, entsprechende Ausbildungsinhalte in das klassische Kirchenmusikstudium zu integrieren.« Dem habe der in einem Synodalbeschluss fixierte Wille der Landeskirche zur Einbeziehung der Jugendmusik in die gemeindliche Praxis entgegen gestanden. Diese Situation habe dazu geführt, dass Albrecht 1976 die Leitung der Kirchenmusikschule niederlegte und als Kantor und Organist an die Berliner Marienkirche ging, wo er bis zu seiner Emeritierung erfolgreich wirkte.

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