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Liebt einander. Echt jetzt?

Christian Kurzke
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Christian Kurzke
Christian Kurzke ist Studienleiter an der Evangelischen Akademie Meißen für den Bereich Jugend. © privat

»Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.« 

1. Johannes 4, Vers 21 

Ich soll mich mit jeder Person gut verstehen? Muss ich mich wirklich mit jedem Bruder und jeder Schwester aus der christlichen Gemeinde verstehen, gar einander mit Liebe begegnen? Ich kenne mich doch selbst sehr gut: immer mal wieder gehe ich Mitmenschen aus dem Weg. Meist fühle ich mich aus eher unspezifischen Gründen einer anderen Person nicht nahe.

Und ja, es gibt auch Personen, mit denen ich eine gewisse Antipathie verbinde oder ich mich an zwischenmenschliche Konflikte erinnere. Dann erlebe ich es als erleichternd, dass eine Begegnung wieder vorüber ist. Also scheint es doch nahezuliegen, den Kontakt auf ein Minimum zu reduzieren.

Doch Johannes schreibt darüber, dass ich auch diesen Menschen mit Liebe begegnen könne. Wie soll dies gehen?

Aber da ist noch mehr: Wir erleben aufwühlende Zeiten, unsere Gesellschaft wandelt sich und ist zugleich auf der Suche nach ihrer Zukunft. Menschen suchen ihren Platz und werden dabei laut, verzweifelt, verletzend, ausgrenzend und vertreten mich irritierende Positionen – auch in der christlichen Gemeinde. Vieles davon ist herausfordernd, fernab von Liebe. Wie soll da Liebe möglich werden?

Eine Antwort könnte in einem Perspektivenwechsel zu finden sein: Wir sind reich. Enorm reich. Gott liebt uns. Gott beschenkt uns mit Liebe, immer wieder. Mehr noch: Gott liebt auch unsere Mitmenschen. Auch sie, genauso so wie sie sind, mit ihren (vermeintlichen) Unzulänglichkeiten.

Einmal mehr können wir von Gott lernen, diesmal in der Liebe, und einander annehmen. Echt. Und gerade jetzt. Christian Kurzke

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1 Lesermeinungen zu Liebt einander. Echt jetzt?
Gert Flessing schreibt:
16. Oktober 2017, 14:16

Gott hat uns, in Christus, zuerst geliebt. Die Liebe, die Liebe Gottes, der uns annimmt, mit all unseren Macken und Beschränkungen, uns Sünder, ist in der Welt.
Ja! Wir sind geliebt. Das ist ein Wunder.
"Also hat Gott die Welt geliebt, das er seinen eingeborenen Sohn gab."
Nun scheint es leicht, zu sagen, das man Gott ja auch, über alle Dinge, lieben und vertrauen möchte.
Aber, und da ist Johannes konsequent, das geht nicht, wenn wir den Mitmenschen hassen.
"Wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott und Gott in ihm."
Hier finden wir die engste Verbindung, die zwischen uns Menschen, in unserer Vergänglichkeit, und Gott, in seiner Unvergänglichkeit, bestehen kann.
Diese Verbindung aber schließt den anderen Menschen mit ein.
Wenn ich nun Jesus folge, so sagt er mir, das der andere Mensch eben genau der sein kann, der meine Meinung nicht teilt, ja der mir Feind ist.
Ich weiß nicht, ob wir in "aufwühlenderen Zeiten" leben, als die Menschen vor uns. Ich weiß aber, das es wohl immer darauf ankommt, im Umgang miteinander und besonders mit denen, die uns "Contre Coeur" sind, deutlich zu machen, das Liebe mehr bedeutet, als nur für die da zu sein, die uns Freude bereiten.
Ausgrenzende nicht auszugrenzen, verletzende, nicht zu verletzen, hassende nicht zu hassen, sondern diese Menschen zu hören und dabei sehr still zu bleiben, ist schwer. Aber es ist Teil dessen, was, aus der Liebe, die ihre Wurzeln in Gott hat, geboten ist.
Vielleicht, das wir damit denen, die sich verrannt haben, neue Wege öffnen und aus manchem, der in seinem Hass zu ertrinken droht, einen Liebenden zu machen.
Gert Flessing

Tageslosung

Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«.

(1.Mose 5,2)

Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

(Römer 12,10)

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