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Die SONNTAG-Leserreisen

Bei den SONNTAG-Leserreisen entdecken Sie gemeinsam mit anderen Christen und kompetenten Reisebegleitern neue Länder. Wir freuen uns, Ihnen bald unsere Reiseziele für 2023 hier vorstellen zu können.

NEU: Als Kundin und Kunde der Reisemission Leipzig haben Sie die Möglichkeit, die unvermeidbaren Treibhausgase der Anreise/Rückreise, der Übernachtungen und der Mobilität vor Ort zu kompensieren und mit dieser Spende emissionsmindernde sowie armutsreduzierende Projekte in Entwicklungs- u. Schwellenländern zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie bei unserem Partner: klima-kollekte.de.

Unsere SONNTAG-Leserreisen sind ein Angebot des Reiseveranstalters ReiseMission.

ReiseMission

 

Leserreisen 2022:

 

Unsere Leserreisen 2022 sind leider bereits vorbei. Neue Reiseziele für 2023 befinden sich in der Planung.

 

Reiseberichte zu unseren bisherigen Leserreisen:

Reisebericht »Auf den Spuren der Hugenotten« – Reise vom 03. bis 10. Oktober 2022

Reisebericht Hugenotten
»Was lange währt, wird gut«: nach mehrfacher coronabedingter Verschiebung konnte die bereits für 2020 geplante Reise auf hugenottischen Spuren in diesem Herbst Wirklichkeit werden. Sie führte uns, eine Gruppe von 16 SeniorInnen aus Dresden, Chemnitz, dem Vogtland und einer Teilnehmerin aus Belgien, unter der Leitung von Pfr. i. R. Dietmar Selunka bis weit in den Süden von Frankreich. Im geräumigen polnischen Reisebus mit Fahrer Ryszard, der umsichtig und kompetent die langen Strecken bewältigte, hatten wir großzügig und bequem individuellen Platz: für reizvolle Ausblicke in die wechselnden Landschaften der drei Länder, die wir bei fast ausschließlichem Sonnenschein und leuchtenden Herbstfarben durchfuhren, aber auch für das Kennenlernen untereinander und für Gespräche, die mitunter zu erstaunlicher Intensität und Tiefe führten. Auch die täglichen Morgenandachten durch Pfr. Selunka fanden während der Fahrten, die aufgrund der weiten Entfernungen einen erheblichen Teil der Reise einnahmen, im Bus entsprechend Raum und Gestalt.
Der erste Reisetag führte uns quer durch Deutschland bis nach Freiburg i.Br., wo wir noch Zeit für einen kurzen Blick von außen auf das Münster hatten. Am nächsten Morgen ging es weiter in die Schweiz, entlang des Neuchateler Sees nach Genf; schon von weitem sahen wir dahinter das schneebedeckte Massiv des Mont Blanc auftauchen. In Genf erwartete uns – nach einem ersten Stadtbummel zum Genfer See mit der beeindruckenden Fontäne von 140 m Höhe - eine ortsansässige Reiseführerin, die uns mitnahm in die Kathedrale St. Peter und in die Geschichte der Schweizer Reformation. Diese ist vor allem mit Johann Calvin verknüpft, der während der wechselvollen Kämpfe und Auseinandersetzungen während und nach der Reformation der Stadt und ihren Bürgern eine klare religiöse und gesellschaftliche Orientierung gab, ihr aber auch ein recht asketisches Leben auferlegte. Der Calvinismus prägte auch wesentlich Leben und Glauben der im 16. und besonders im 17. Jahrhundert zahlreich in die Schweiz geflüchteten französischen Protestanten (Hugenotten). Die Statue Calvins sahen wir an der »Mauer der Genfer Reformatoren« neben der von anderen uns weitgehend unbekannten Reformatoren: Knox, Farel, Bèze; während an Luther und Zwingli – die zur vorhergehenden Generation der Reformatoren gezählt werden- monumentale Steinblöcke erinnern.
Der nächste Reisetag brachte uns am Nachmittag - nach wiederum eindrucksvoller Fahrt quer durch Frankreich - nach Avignon, wo uns eine deutsche Reiseführerin bereits erwartete und während der folgenden 3 Tage kenntnisreich mit Erklärungen und Geschichten zu Land und Leuten, Historie und Gegenwart begleitete.
Avignon wird geprägt durch den gewaltigen Papstpalast im Stil einer Festung, der ab 1309 während des 70 Jahre dauernden Aufenthalts der dort weilenden Päpste von Benedikt XII. erbaut und von seinem Nachfolger Clemens VI. um einen neuen Palast erheblich erweitert wurde. Die Besichtigung der massiven Räume, die baulich und mit teilweise noch erhaltenen mittelalterlichen Fresken beeindruckend von der Macht und dem damaligen Leben Zeugnis geben, wurde ergänzt durch unseren Besuch der romanischen Kathedrale Notre-Dames-des Doms mit ihren zahlreichen religiösen und kunsthistorischen Schätzen. Der Blick vom Park oberhalb des Palastes auf das gegenüber in der Ferne liegenden Chateauneuf-du-Pape, auf die Rhone und den durch das Lied bekannten Pont d'Avignon bereicherte den leider nur kurzen Eindruck von Avignon. Die folgenden 3 Tage waren thematisch klar gegliedert: in der Camargue erlebten wir eine vom Meer geprägte besondere Landschaft und Natur und ihre typischen (tierischen) Bewohner: schwarze Stiere, weiße Pferde und Flamingos, die wir alle zu Gesicht bekamen. Die mittelalterliche Stadt Aigues-Mortes (»Tote Wasser«), gegründet durch Ludwig IX. (den »Heiligen«) als Ausgangspunkt seiner Kreuzzüge, ist mit der Tour de Constances (»Turm der Beständigkeit«) ein besonderes Symbol der hugenottischen Verfolgung aber auch ihres Widerstands. Ab dem 17. Jahrhundert diente der Turm als Hugenotten-Gefängnis, später vorwiegend für Frauen, von denen Marie Durand die bekannteste ist: sie war dort 38 Jahre eingekerkert, ohne ihren Glauben zu widerrufen. Über Les Saintes-Maries-de-la-Mer mit Besuch der Kirche Notre-Dame-de-la-Mer führte uns der Weg noch nach Saint-Gilles, einem kleinen Ort mit gewaltiger Abteikirche, einem bedeutenden Pilgerziel im Mittelalter, an dem der Heilige Aegidius verehrt wurde. Nimes, die durch römische Zivilisation geprägte Stadt mit einem gut erhaltenen riesigen Amphitheater, einem ebenfalls besterhaltenen Tempel aus dem 1.Jhd. (Maison Carrée), wunderbaren Parkanlagen mit Fontänen und einem typisch französischen Flair begeisterte uns ebenso wie der gewaltige Pont du Gard. Diese Aquäduktbrücke über den Gardon wurde während der Römerzeit zur Wasserversorgung der etwa 20 km entfernten Stadt Nimes angelegt.
Im Musée du Désert- in Mialet, einem Dorf in den Cevennen gelegen- tauchten wir noch einmal tief in die Geschichte der Hugenotten ein: »Wüstenort« nannten die Hugenotten die Höhlen und Verstecke, in denen sie ihre Gottesdienste und Treffen unter ständiger Bedrohung und Verfolgung nur heimlich feiern konnten; ebenso wurden Bibeln und alle Spuren ihres protestantischen Glaubens zu Hause versteckt. Die vielen Namen und Schicksale der Getöteten, zur Galeerenarbeit Versklavten, Gefangenen und Gefolterten, aber auch die Zeugnisse des Widerstandes ( in bewaffneter Form durch die Kamisarden) erschüttern und erschrecken noch heute - mehr denn je angesichts der unveränderten Gewalt bei der Verfolgung von Menschen in unserer Zeit durch Krieg, Zerstörung und Vertreibung.
Ein Gespräch in der Kirche Mialets mit dem dortigen Pfarrer, Marc Hauser, führte uns mit seinen Informationen zur heutigen Situation der Gemeinden wieder in die Gegenwart. Die Heimfahrt ab dem folgenden Morgen in zwei Etappen ging zunächst bis Colmar, wo wir in spätsommerlicher Abendstimmung noch einen Spaziergang durch diese schöne Stadt im Elsass unternehmen konnten, bevor uns der nächste Tag nach Hause führte.
Obwohl uns Corona aktuell als Thema auch in diesem Jahr begleitete – durch kurzfristig infektionsbedingte Absagen von Teilnehmern noch bis zum Vortag des Reisebeginns und leider auch mit einzelnen positiven Testergebnissen während der Reise – konnten wir reich erfüllte Tage in froher Gemeinschaft verbringen und alle auch wohlbehalten mit gutem Befinden wieder nach Dresden zurückkehren; dankbar für viele wunderbare Erlebnisse und Eindrücke von Land und Leuten und für bleibende Erfahrungen: für unser Leben und nicht zuletzt für unseren Glauben.
Dr. Dorothea Schuster, Dresden

 

»Auf den Spuren der Waldenser« – Reise in das Piemont vom 23. bis 30. April 2019

23 Personen zählte die Gesellschaft, die sich in einer Busreise über Österreich und die Schweiz nach Italien aufmachte. Ziel waren die Täler in den Westalpen im Piemont an der Grenze zu Savoyen. Die Valle Chisone, Germanasca und Pellice waren einst wichtiges Rückzugsgebiet der Waldenser, die im 12. Jahrhundert als »Die Armen von Lyon« unter Petrus Waldes als Ketzer verfolgt in die schwer zugänglichen Täler flüchteten. Sie verbreiteten sich trotz Unterdrückung und Verfolgung rasch in ganz Europa und Teilen Südamerikas. Im 17. Jahrhundert gelang es, die Waldenser aus den Alpentälern zu vertreiben, aber mit Unterstützung des protestantischen England erfolgte 1689 die »Glorreiche Rückkehr« von 1000 Menschen.

In Torre Pellice, dem kulturellen Zentrum der Waldenser, wo wir in der »Foresteria Valdese« auch unser Quartier hatten, vermittelten uns das Historische Museum, die Kirche und der Synodensaal (hier tagt jährlich die Synode mit Vertretern aus aller Welt) erste Eindrücke vom Leben und Glauben der Gemeinschaft, die sich als Teil und wichtiger Vorläufer des Protestantismus versteht. Diese Eindrücke wurden vertieft durch die Fahrten zu Originalschauplätzen der Bewegung: Denkmal von Chanforan (1532 Anschluss an die reformatorische Bewegung Martin Luthers), Dorfschule und Barbenschule (sie zeigen die Bedeutung von Bildung, Lesen und Schreiben für die Waldenser, die die Bibel in ihrer Sprache lesen wollten und konnten). Das Denkmal von Sibaud erinnerte an den legendären Marsch der »Glorreichen Rückkehr« aus dem Exil in Genf im Jahre 1689. Im internationalen Begegnungszentrum Agape wurden uns die heutigen Anliegen und Aufgaben der Gemeinschaft erklärt.

Es blieb auch Zeit für Ausflüge in die beiden Großstädte Mailand und Turin, ebenso in die Weinstadt Asti, das hübsche Städtchen Saluzzo oder zur Zisterzienser-Abtei Staffarda aus dem 12. Jahrhundert.

Als Überraschung erlebten wir auf der Heimreise noch das am Wege gelegene Zillis in Graubünden, das weltberühmt ist für seine romanische Saalkirche St. Martin. Hier befindet sich eine auf 153 Quadraten gemalte Felderdecke, deren vollständige Erhaltung einmalig ist. Die Besichtigung dieser »Ecclesia plebeia« war der wirklich krönende Abschluss einer intensiven Reise, auf der wir viel gesehen und gelernt haben: »Aufenthalt im fremden Land mehrt und kräftigt den Verstand«!

Dank an den souveränen Busfahrer Holger Gretschel, der uns sicher ans jeweilige Ziel gebracht hat, und an Dietmar Selunka für die Begleitung und den Reisesegen.

Text: Anka Krüger, Bild: Dietmar Selunka

Geheimtipp Georgien

Unsere Reiseleiterin erzählte die Legende mit verschmitztem Lächeln und doch auch mit leichtem Stolz: Als Gott einst den Menschen Land gab, kamen die Georgier zu spät. Doch sie klagten nicht, sondern begannen zu singen und zu tanzen. Das gefiel Gott: Er gab ihnen das Land, das er eigentlich für sich selbst vorgesehen hatte. In der Tat ist das Land so schön, dass es in Reiseberichten oft als »Märchenland« beschrieben wird.
Für die 25 Teilnehmer unserer »Leserreise« im Oktober 2018 schien sich das jeden Tag immer wieder neu zu bestätigen: Sei es angesichts des mächtigen Gebirgsmassives des Kaukasus, der das Land vor den Kaltluftwellen aus dem Norden schützt und es dem Schwarzen Meer erlaubt, das Land zu erwärmen. Sei es im Blick auf die malerischen Wälder, an denen sich der beginnende Herbst versuchte und die immerhin fast die Hälfte des Land bedecken, viele noch in ihrer natürlichen Schönheit. Und nicht zuletzt immer wieder im Anblick der vielen fruchtbaren Ebenen und Täler und Felder mit ihrem Wein- und Obstanbau.
Dieses schöne Land haben die Georgier seit jeher zu »kultivieren« gewusst. Die Weinherstellung mit ihrer 7000 Jahre alten Geschichte ist für sie wie ein nationales Heiligtum und inzwischen als Weltkulturerbe anerkannt. Mit dem Wein verbunden ist die sprichwörtliche Gastfreundschaft. »Ein Gast wird von Gott gesandt«, sagen die Georgier – und so wird er auch behandelt. Denn die Liebe zu Gott soll nun auch durch den Magen der Gäste gehen, wie wir an reich gedeckten Tischen immer wieder erlebten.
Der Glaube an Gott hat jedoch über die Jahrhunderte hinweg noch tiefere Spuren hinterlassen. Vor allem drückte er sich aus im Bau von zahllosen Kirchen und Klöstern, die die Landschaft von Ost nach West wie Perlen durchziehen. Wie so oft waren es auch hier Mönche und Nonnen, die den christlichen Glauben nach Georgien trugen, oft unter Einsatz ihres Lebens: Insbesondere die Heilige Nino mit ihrer überzeugenden Nachfolge Christi, mit der sie auch das Königshaus in Mzcheta gewann, der damaligen Hauptstadt. Auch ihr Cousin, der Heilige Georg, der auf dem Wappen Georgien zu sehen ist. Offiziellen Eingang fand das Christentum in Georgien im Jahre 337 n.Chr. Damit gehört die Georgisch-Orthodoxe Apostelkirche zu den ältesten christlichen Nationalkirchen überhaupt. Über die Zeiten hinweg hat sie die Kultur und die Bildung des Volkes geprägt – auch unter bedrückender Fremdherrschaft, die Georgien auf seinem Weg durch die Jahrhunderte zahlreich erlebt hat. Die Geschichte von Tbilisi jedenfalls lässt sich als eine fortwährende Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau, Verfall und Fortschritt erzählen …
Den Start unserer Rundreise durch Georgien erlebten wir allerdings in einem Gottesdienst der Ev.-Luth. Kirche von Tbilisi, zu dem uns Bischof Markus Schoch eingeladen hatte. Hier erhielten wir auch einen interessanten Einblick in die Geschichte deutscher Siedler in Georgien Anfang des 19. Jahrhunderts, die hier nach einer neuen Heimat suchten, zahlreiche Dörfer und Städte gründeten und ebenfalls bis heute in diesem wunderschönen Land Spuren hinterlassen haben.
Die Teilnehmer der achttägigen Leserreise kehrten mit unvergesslichen Eindrücken und in großer Dankbarkeit wieder nach Hause zurück – nicht zuletzt für die kompetente und umsichtige Begleitung durch Nutsa, unserer georgischen Reiseführerin sowie die exzellenten Fahrkünste unseres Busfahrers Raphael. Und auch mit der Empfehlung: Georgien ist jederzeit eine Reise wert!

Text und Bild: Johannes Berthold

»Auf den Spuren des Apostel Paulus«

Anfang Juni 2018 machten sich 27 Reisemutige aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit dem Reiseveranstalter der ReiseMission Leipzig »auf die Spuren von Apostel Paulus« durch Griechenland. In Begleitung unseres Pfarrers i.R. Dietmar Selunka starteten wir in Leipzig und flogen mit einem Zwischenstop in Wien weiter nach Thessaloniki. Hier erwartete uns unser Bus mit unserem griechischen Reiseleiter Aristidis, der uns eine Woche lang Land und Leute näherbringen sollte. Es stellte sich heraus, daß er eine sehr gut strukturierte und fachkundige Person war und uns detailliert die historischen und kulturellen Hintergründe von der Antike bis zur Gegenwart sowie die Besonderheiten des Christentums in Griechenland vermittelte.

Am ersten Tag durften unsere Männer nach Genehmigung der örtlichen Behörde den »heiligen Berg Athos« betreten und wurden von den Mönchen vor Ort in ihre Klöster begleitet. Hier konnten sie einen Einblick in das Leben und die Arbeit der Mönche erhalten. Eine Vielzahl der Klöster wurde im 10. Jahrhundert errichtet, heute sind nur noch ca. 20 Klöster in Betrieb. Die Frauen durften in einem Boot die Klöster im vorgeschriebenen Abstand von 500 Metern vom Meer aus bestaunen. Am Abend wurden wir von der einheimischen Küche mit diversen Delikatessen des Meeres beköstigt.

Am Sonntagmorgen hatten wir die Gelegenheit eine griechisch orthodoxe Kirche in Thessaloniki zu besuchen. Von unserem Reiseleiter erfuhren wir einige Besonderheiten des Gottesdienstes und der Kirche Griechenlands allgemein. Er beginnt meist 6 Uhr früh am Morgen und endet ca. 10:30 Uhr am Vormittag mit dem heiligen Abendmahl und wird in altgriechischer Sprache gehalten, die an den Schulen noch gelehrt wird. Das Sitzen auf Stühlen ist nur Älteren und Kranken vorbehalten. Familien mit Kleinkindern kommen meist erst zum Abendmahl hinzu. Die Kirchen sind sehr gepflegt und prunkvoll gestaltet. Die Verehrung der »Gottesgebärerin« (wie die Jungfrau Maria genannt wird) und der Heiligen mittels Ikonen stehen im Mittelpunkt eines griechisch orthodoxen Christen. An einem Nachmittag hatten wir die Gelegenheit die Herstellung dieser Ikonen in einer Werkstatt zu besichtigen. Die Kindstaufe hat in der griechisch orthodoxen Kirche einen besonderen Stellenwert und ist zugleich mit der Namensgebung verbunden. Im Alter von ca. 8–12 Monaten wird das Kind getauft und erhält erst hier einen von den Taufpaten und der Mutter erwählten Vornamen, der im Namensregister der griechisch orthodoxen Kirche gelistet sein muß. Bis dahin wird das Kind »Baby« genannt. Der Namenstag wird hier statt des Geburtstages gefeiert.

  

Im weiteren Verlauf unserer Reise besuchten wir die gut restaurierten Meteora-Klöster aus ebenfalls byzantinischer Zeit (10. Jahrhundert), die in einer wunderbaren Landschaft auf Sandsteinfelsen erbaut wurden. Inmitten dieser einzigartigen Natur hörten wir unserer täglichen Andacht durch Pfarrer Dietmar Selunka zu und bestaunten dabei die Schöpfung unseres Herrn.

In Delphi erfuhren wir weitere Hintergründe aus der Antike. Hier trafen sich die zwei Königsadler, die von dem Gott Zeus gen Osten und Westen ausgesandt wurden, um den »Nabel der Welt« zu finden. An diesem Ort wurde das »Orakel von Delphi« um Wegweisung und Weisheit befragt. Dieser Kult hielt bis zum 4. Jhd. n. Chr. an und wurde schließlich vom Kaiser Theodosius I untersagt. Das Christentum breitete sich aus.

  

Aus der Apostelgeschichte 17, 16ff erfahren wir, dass Paulus damals (ca. 62 n.Chr.) die Anbetung dieser Götterwelt kritisierte und auf den einzig wahren »unbekannten« Gott hinwies. Seine Rede auf dem Areopag (dem Versammlungsfelsen der Athener) in Athen konnten wir gedanklich nachvollziehen. Dieser Felsen liegt am Fuße der Akropolis und eine Gedenktafel gibt die Rede des Apostel Paulus wieder. Es ist erstaunlich, wie tief die Mythen der Götterwelt ihre Spuren bis ins frühchristliche Zeitalter hinterlassen haben und sie auch heute noch durchdringen. Touristische Andenken aus der Götterwelt sind sehr beliebt, Wahrsagerei und das Lesen aus Tarot-Karten sind in der Innenstadt auch heute zu finden. Natürlich führten uns die Spuren von Paulus auch nach Alt-Korinth. Auch hier erhielten wir eine Andacht durch Herrn Selunka, der wiedermal den Bogen von der antiken Götterwelt 500 Jahre vor zu Paulus und bis in unsere Gegenwart spannte.

Unsere Woche war eine sehr spannende, anspruchsvolle und informative Zeitreise über mehrere Jahrhunderte bis Jahrtausende. Wir konnten uns dank unseres griechischen Reiseleiters und unseres intensiven Austausches innerhalb der Reisegruppe ein Bild von der Geschichte Griechenlands machen sowie seine Gegenwart besser kennenlernen und verstehen. Wir hatten viel Spaß und Freude untereinander und können solch eine Studienreise mit ReiseMission Leipzig sehr empfehlen.

Text: Antje Sachse

Weitere Berichte unserer Leserreisen finden Sie hier: https://www.sonntag-sachsen.de/leserreisen-erfahrungen

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