Leserreisen

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Die SONNTAG-Leserreisen 2017

Bei den SONNTAG-Leserreisen entdecken Sie gemeinsam mit anderen Christen und kompetenten Reisebegleitern neue Länder. Auch 2018 laden wir Sie wieder auf historische, kulturelle und christliche Entdeckungsreisen nach Griechenland, Georgien und England ein.

NEU: Für unsere Leserreisen besteht die Möglichkeit, die CO2-Emission der Fluganreise/-Rückreise zu kompensieren und mit dieser Spende emissionsmindernde sowie armutsreduzierende Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie bei unserem Partner: klima-kollekte.de.

Unsere SONNTAG-Leserreisen sind ein Angebot des Reiseveranstalters ReiseMission.

ReiseMission

 

8 Tage Griechenland: »Auf Apostel Paulus’ Spuren«


© Dalia Mahmoud

Reisedatum: 01.06.2018–08.06.2018
Reisebegleitung: Pfarrer i.R. Dietmar Selunka
Kosten: 1355 € p.P.

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Kalimera – willkommen in Griechenland, die Wiege der europäischen Kultur. Kommen Sie mit auf eine unvergessliche Reise in das Land, das die Erinnerung an die ruhmreiche Antike wach hält: Besuchen Sie Tempel, Theater, Gräber, Skulpturen und Mosaike, die vom Reichtum der griechischen Zivilisation zeugen. Bis heute bleibt der Rhythmus der Griechen ruhig und beschaulich, obwohl auch die Moderne Einzug gehalten hat. In der Hauptstadt Athen beispielsweise wird das älteste Viertel Plaka geprägt von byzantinischen Kirchen, antiken Heiligtümern (Pagoden), einer römischen Agora sowie zahlreichen Theatern und prachtvollen Villen im klassizistischen Stil. Daneben findet man moderne Architektur des 20. Jahrhunderts mit futuristischen Bauwerken, verspiegelten Fassaden, spektakulären Brücken-Konstruktionen und zahlreichen U-Bahn-Stationen. Majestätisch über der Stadt thront die Akropolis, die antike Stadtfestung, die einen atemberaubenden Ausblick über das Häusermeer dieser Metropole bietet.
Eine Legende besagt, dass die Göttin Athene sich einst mit dem Meeresgott Poseidon darum stritt, nach welchem der beiden die damals noch namenlose Stadt benannt werden sollte. Beide sollten den Einwohnern ein Geschenk überbringen. So schenkte Poseidon einen Brunnen, den er mit seinem Dreizack öffnete, sodass Wasser heraus fließen konnte. Heraus sprudelte allerdings nur Salzwasser. Von Athene hingegen erhielt die Stadt einen Olivenbaum, der neben Oliven und Holz auch Nahrung für die Bevölkerung spendete. Somit gewann die Göttin den Wettkampf und Griechenlands heutige Hauptstadt wurde nach ihr benannt.
Noch heute ist die griechische Mythologie mit ihren Geschichten um zahlreiche Gottgestalten und Helden des antiken Griechenlands allgegenwärtig. Glaubt man den Sagen, wurde die Götterwelt allerdings nicht aus dem Nichts geschaffen. Vielmehr herrschte das Chaos, ohne jegliche Form und Ordnung, aus dem die erste Göttergeneration entsteht: die Erde Gaia, die Unterwelt Tartaros, die Liebe Eros, die Finsternis Erebos und die Nacht Nyx. Aus ihnen entwickeln sich zahlreiche weitere Gottheiten, die über die Welt herrschen, bis sie von den Titanen gestürzt werden, die die Herrschaft der Götter übernehmen. »Göttervater« Zeus schließlich schlägt und entmachtet die Titanen und die Herrschaft der olympischen Götter beginnt. Zeus wird zum obersten Gott der griechischen Mythologie und ist mächtiger als alle anderen Götter zusammen. Nur das Schicksal steht über ihm, seine eigenen Töchter, die Moiren. Begeben auch Sie sich auf die Spuren der griechischen Götter.

8 Tage Georgien: »Das Christentum im Lande des Goldenen Vlieses«


© Meet in Georgia

Reisedatum: 06.10.2018–13.10.2018
Reisebegleitung: Prof. Johannes Berthold
Kosten: 1350 € p.P.

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Eingebettet zwischen 3000 m hohen Gebirgszügen des Hohen Kaukasus im Norden und dem Kleinen Kaukasus im Süden liegt das verschlafene Georgien. Ein Geheimtipp unter den Reisezielen, liegt das gebirgige Land unberührt abseits der großen Touristenströme und birgt zahlreiche Kunstschätze wie mystische Klöster, idyllische Bergbauerndörfer und geheimnisvolle Höhlenstädte. Georgien ist ein Land, das bereits seit Jahrtausenden durch Migration, Kriege und Völkerwanderungen geprägt ist, wobei der Kaukasus als der »Berg der Sprache« gilt. In zahlreichen einsamen Tälern, von mächtigen schneebedeckten Gipfeln umgeben, sind verschiedene Volksstämme und Kulturen über Jahrhunderte unter sich geblieben. Durch ihre Abgeschiedenheit haben sich einzelne »Inseln« gebildet, in denen sich eigene Kulturen, spezifische Dialekte und individuelle Brauchtümer entwickelt haben.
Umgeben von muslimischen Ländern ist Georgien auch eine Insel der christlichen Kultur. Das Christentum, das heute orthodox geprägt ist, wurde bereits 337 zur Staatsreligion des Landes erklärt. Die Ursprünge in dieser Entwicklung sehen die Georgier noch heute in der Missionierung durch die beiden Apostel Andreas und Simon, die das Gebiet durchwanderten und die Botschaft Jesu verbreiteten. Eine georgische Legende rankt sich auch um die Heilige Nino, die von vielen als die wirkliche Missionarin des Landes angesehen wird. Sie wirkte als Heilerin, was die kranke Gattin des damaligen Königs Mirian erfuhr. Sie ließ die Heilige Nino zu sich rufen und wurde von ihr geheilt. Als Dank erfüllte sie den Wunsch der Heiligen und nahm für das Land ihres Mannes die Religion des Christentums an.
Eine weitere georgische Legende rankt sich um das berühmte Goldene Vlies. Die Sage besagt, dass der Göttervater Zeus den Geschwistern Helle und Phrixos bei deren Flucht vor ihrer Stiefmutter half. Er brachte ihnen einen Widder mit goldglänzendem Fell, der die beiden durch die Lüfte trug. Helle stürzte dabei ab, nur Phrixos erreichte das Sonnenland Aia. Der Widder wurde geopfert und sein goldenes Fell, das kostbare Vlies, an einer Eiche befestigt, die ein Drache bewachte. Die Legende vom Goldenen Vlies erreichte schließlich Griechenland, wo sich Jason entschloss, deren Wahrheit zu überprüfen. Er meisterte viele Gefahren und erbeutete schließlich das Goldene Vlies. Viele Sagen birgen einen wahren Kern, so auch diese georgische. Der Kaukasus verfügt über zahlreiche Rohstoffe, es gibt große Metall- und Erz-Vorkommen, die bereits seit Tausenden von Jahren abgebaut werden. In Georgien besteht die Tradition des Goldwaschens mit Hilfe des Felles einer Ziege. Das goldhaltige Gestein wird durch das Fell gefiltert und auf der Oberfläche der Haut bleiben die Goldstückchen haften, die in der Sonne glänzen – auf dem Goldenen Vlies.

8 Tage England: »Die Kathedralen in Südengland«


© Visit Britain

Reisedatum: 07.10.2018–14.10.2018
Reisebegleitung: Sup. i.R. Andreas Stempel
Kosten: 1245 € p.P.

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Gewaltig erhebt sich die monumentale Kathedrale vor ihren ehrfürchtigen Besuchern und scheint bis in den Himmel zu reichen. Tausende kleiner Figuren und Köpfe, Bögen und Türmchen zieren die komplette Fassade. Kunstvolle Blumenranken aus Stein scheinen die Wände hinauf zu kriechen – so filigran gearbeitet, als könnten sie jederzeit zerbrechen. Das mächtige Eingangsportal wird von einem reich geschmückten Spitzbogen eingefasst und von einer kunstvollen Fensterrosette bekrönt.
Andächtig treten wir in den kühlen Innenraum des Gotteshauses. Unzählige schlanke Säulen und Pfeiler streben scheinbar bis in die Unendlichkeit. Durch die aufwändig gestalteten farbenfrohen Glasfenster fallen Sonnenstrahlen und zaubern bunte Flecken in die sonst recht farblose Umgebung. Ein Ort der Stille und des Gebets empfängt seine Besucher.
Kathedralen gelten als Inbegriff der gotischen Architektur. Im 12. Jahrhundert brachten vor allem die Benediktiner-Mönche diesen neuen Baustil, der sich in Frankreich entwickelt hatte, auf die Insel und nach Südengland. Mit der Cathedral of Wells entstand 1180 die erste gotische Kathedrale ausserhalb Frankreichs, die Gotik breitete sich in ganz Europa aus. Mit diesem neuen Stil wurden die Kirchen zunehmend geöffnet, Wände durchbrochen und mit großflächigen Fenstern gefüllt, sodass der sonnengeflutete Innenraum leicht und schwerelos wirkt, wobei burgundische Merkmale wie Spitzbögen mit normannischen Elementen wie Rippengewölben kombiniert wurden. Säulen und Pfeiler stellen dabei Apostel und Propheten dar, die den christlichen Glauben tragen. Jesus ist der Schlussstein, der eine Mauer mit der anderen verbindet. Neben den typischen gotischen Merkmalen hat jede Kirche jedoch auch ihre Besonderheiten: Die Kathedrale von Chichester beispielswiese verfügt über den einzigen Campanile ganz Englands. Der Glockenturm wurde 1436 freistehend an der Nordwestseite der Kathedrale angebaut. Benannt wurde die Kirche nach ihrem Bischof Richard von Chichester, der neun Jahre nach seinem Tode von Papst Urban IV. heiliggesprochen wurde und heute als Schutzpatron der Fuhrleute gilt.
Mitten in einer grünen Umgebung erbaut, findet man bei der Kathedrale von Salisbury den mit 123 m höchsten Kirchturm Großbritanniens. In der Kapelle fand ein unehelicher Sohn König Heinrichs III. seine letzte Ruhestätte. Die Liegefigur auf seinem Grab war die erste, die einen Ritter mit seiner vollständigen Rüstung darstellte.
Die Cathedral of Canterbury zählt heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Erzbischof von Canterbury krönte hier die englischen Könige und die Kathedrale wurde zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Die Steine für ihren Bau wurden einst mühsam unter großer Anstrengung aus Frankreich hierher transportiert, da man zu dieser Zeit in Südengland noch keine Steinbrüche entdeckt hatte.
Neben seinen imposanten Kathedralen hat Südengland zahlreiche weitere Kulturschätze sowie eine liebliche grüne Landschaft und pittoreske Städte zu bieten, die eine Reise wert sind.

 

Reiseberichte zu unseren bisherigen Leserreisen:

 

Reisebericht SONNTAG-Leserreise Montenegro 2017

Montenegro Stempel

»Schatzkammer montenegrinischer Klöster«

Scheinbar endlos tuckert der Motorkahn am Nordwestufer des Skadarsees entlang. Steil steigt das Karstgebirge bis in die Höhe von 1500 Metern aus dem Wasser auf. In den größten Süßwassersee des Balkans teilen sich zu zwei Dritteln Montenegro, zu einem Drittel Albanien. In der Ferne lassen sich im Dunst der Mittagssonne die mehr als 2500 Meter hohen Gipfel der Albanischen Alpen erkennen. Nach anderthalb Stunden Fahrt taucht eine Felseninsel auf – heute unser erstes Ziel. Geschickt steuern die beiden montenegrinischen Bootsführer die einzige Landestelle des Eilandes an. Ein Pfad führt unter dicht wachsenden buschartigen Bäumen voller unreifer Granatäpfel hindurch zu einer aus wilden Kalksteinbrocken gefügten Mauer. Dahinter verbirgt sich das Reich eines Mönchs, des »Vaters Grigorij.« Nicht jedem öffnet er das große Holztor. Doch uns hat er offensichtlich erwartet. Wir treten ein und vor uns liegt etwas erhöht ein Kirchlein, dazu ein ebenerdiges Wohngebäude, eine kleine Unterkunft für Gäste und die Werkstatt. Auf winzigen Flächen wachsen Gemüse und Blumen, dazwischen Fels, wildes Grün, Gewürze und einzelne Obstbäume. Der kleine drahtige Mann in zerschlissener Mönchskutte mit grauer Kappe, darauf das kleine rote Kreuz, das ihn als Christen kennzeichnet, begrüßt uns freundlich. Wir mögen ruhig alles anschauen, bedeutet er, auch die Kirche, die er wie die anderen Gebäude auf den Grundmauern eines einst zerstörten Gotteshauses in den letzten 25 Jahren eigenhändig aufbaute. Ab und zu kam Hilfe von Nachbarn eines kaum sichtbaren Dorfes zwischen den Bergen am Ufer des Sees. Zuletzt hat ein Kirchenmaler den gesamten Innenraum meisterhaft mit Fresken von Heiligen bestückt. Ikonen und eine kleine Altarwand fehlen nicht.
Was trieb den studierten Elektrotechniker in die Einsamkeit des Sees von Zadar? Wir setzen uns vor das kleine Wohnhaus des Einsiedlers, jeder so, wie er gerade Platz findet. Vater Grigori teilt Becher aus und schenkt jedem von uns aus einem großen Glaskrug Granatapfelsaft ein. Wir stellen Fragen. Sein Alter verrät er uns nicht. Ja, er hat von Martin Luther gehört. Schade dass dieser keine Möglichkeit hatte, der orthodoxen Kirche zu begegnen, meint Grigorij. Er gehe in der Einsamkeit der Frage nach, was es bedeutet, geistlich gesinnt zu sein (Römer 8,5) und er glaubt, bei manchen seiner Besucher den Abglanz des künftigen geistlichen Leibes schon erkennen zu können. Elektrischen Strom gibt es auf der Insel nicht. Auch mit reinem Trinkwasser ist es nicht einfach. Die Bibel, Gebetbücher, theologische Werke, technische Bücher, aber auch gute Literatur aus ganz Europa liest Grigorij mit Interesse und ohne Vorurteile: »Du kannst aus jedem Buch etwas Gutes heraus lesen!« Überhaupt begegnet uns der Mönch als ein sehr wacher und offener Geist. Als Vater Grigorij schildert, wovon er lebt, kommentiert einer von uns, der sein ganzes Leben lang als Arzt tätig war: »Der Mann braucht keinen Arzt, der wird hundert Jahre alt.« Viel Zeit verbringt der Einsiedler mit einem besonderen Handwerk. Er stellt aus verschiedenen Holzsorten Kreuze her, zum Umhängen. Drei Tage bis zu einer Woche arbeitet er an einem Stück. Dann ist ein makelloses Kunstwerke in keltischer Ornamentik fertig. Er gibt die Kreuze gegen eine Spende ab. Vom Ertrag hat er beispielsweise den Ikonenmaler entlohnt, der in der Kirche tätig war.
Für die Gastfreundschaft bedanken wir uns mit einem geistlichen Gesang aus der Communität von Taizé. Wieder im Boot braucht es seine Zeit, das Erlebte zu verarbeiten, hatten wir doch gerade gelebten Glauben in sehr intensiver Form kennen gelernt. Nach einiger Zeit gerät die nächste Klosterinsel, von 16 Nonnen und Novizinnen bewohnt, ins Blickfeld … Im wahrsten Sinne des Wortes auf der Suche nach Schätzen des Glaubens befanden wir – 16 Leserinnen und Leser der Kirchenzeitungen »Der Sonntag« und »Glaube und Heimat« – uns auf unserer Reise durch Montenegro. Die ReiseMission Leipzig hatte den Zeitpunkt gut gewählt. Wir erlebten den »goldenen Herbst« auf unvergessliche Weise, mitten in den Bergen des vom Massentourismus noch weitgehend verschonten Landes. »Der Schöpfer hat unser kleines Land besonders bedacht«, meinte unser montenegrinischer Dolmetscher Ivan, ein Katholik aus der Küstenstadt Bar. Der junge Mann gab ständig Kostproben seines hintergründigen südländischen Humors und kannte scheinbar jeden seiner Landsleute.
Das Gebirgsland Montenegro hat nur knapp 700 000 Einwohner. Diese leben auf einer Fläche von der Ausdehnung des deutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein. Und auf dieser Fläche befinden sich Attraktionen der Natur von unglaublicher Schönheit: Die tiefste und mächtigste Schlucht Europas, der Grand Canyon Europas, der größte Süßwassersee des Balkans oder die Bucht von Kotor, Weltkulturerbe. Diese Bucht windet sich wie ein Fjord Norwegens vom Mittelmeer 30 km in die Bergwelt hinein, umsäumt von steilen Berghängen und uralten Siedlungen. Wahrlich, das Land ist an Reizen der Natur und alter Kulturen reich gesegnet. Ökologischer Umgang mit dem natürlichen Reichtum gehört seit 1991 zur Verfassung des Landes. Die Menschen richten sich danach. »Schmutzecken« wie sonst häufig in südlichen Ländern finden sich in Montenegro kaum. Mehr als 70 % der Einwohner gehören der orthodoxen Kirche an, die meisten von ihnen unter dem Patriarchat der serbischen Orthodoxie. Hinzu kommen Katholiken im Bereich der Küste und Muslime ganz im Norden und im Süden des Landes. »Bei uns läuft es gerade anders herum als bei euch«, meinte Ivan, als er unser Interesse an der religiösen Situation im Lande bemerkte. Er hat einige Zeit in Deutschland verbracht und sich über das mangelnde religiöse Interesse der Deutschen gewundert. In Montenegro nutzen die Menschen ihre Kirchen. Und das nicht nur sonntags. Täglich stehen die Kirchen offen und werden von Jung und Alt in angemessenem Respekt zur persönlichen Andacht genutzt. Montenegro ist eines der ärmsten Länder Europas, doch in der Hauptstadt Podgorica entstand in den letzten Jahren einen neue große und prächtige orthodoxe Kathedrale, allein aus Spendenmitteln finanziert, ausgestattet mit edelsten Materialien. Und das ist nicht der einzige orthodoxe Kirchenneubau. Kirchenmaler haben in diesem von der Orthodoxie geprägten Land wirklich reichlich Arbeit. Ivan stellte uns darüber hinaus nicht ohne Stolz auch neue in moderner Bauweise errichtete katholische Kirchen vor. Meist hatte der Vatikan die Minderheit der Katholiken beim Kirchenbau unterstützt. In der Nähe der albanischen Grenze leuchten weiß die Minarette der Moscheen ins Land, die, so Ivan, vor allem mit Mitteln aus Nahost renoviert oder neu errichtet wurden.
Sieben von Mönchen oder Nonnen bewohnte Klöster besuchten wir im Laufe einer Woche, nur ein Teil der »arbeitenden« Klöster des Landes. Meist verfügen die Klöster über mehrere Kirchen. Wir fanden nicht eine der Kirchen in den Klöstern oder sonst in den kleinen Städten in einem baufälligen Zustand, im Gegenteil, wir entdeckten viele Anzeichen liebevoller Nutzung. Was läuft in Montenegro, in einem der ärmsten Länder des Balkans, religiös anders als bei uns? Eine besondere Staatsnähe im ehemals bewusst nichtreligiös geführten Jugoslawien kann es nicht sein. Die derzeitig Herrschenden sehen etwa die Verbindung zur serbisch-orthodoxen Kirche nicht ohne Vorbehalte. Auch begegnete uns viel Skepsis gegenüber den politisch Mächtigen. Volksverbundenheit dagegen scheint ein Kennzeichen der Kirchen zu sein, insbesondere der Orthodoxie. Anders lässt es sich nicht erklären, dass Gläubige aller Glaubensrichtungen des Landes im Kloster Ostrog, dem »Lourdes des Balkan«, gemeinsam Heilung und Hilfe suchen. Die nötigen Rituale können schon Kinder nachvollziehen. Glaubensstärke wird nicht als Verstandesleistung gemessen. Die Menschen verstehen den Glauben als tiefes Gottvertrauen, das ihnen hilft, den oft ärmlichen und schwierigen Alltag zu meistern. Die Orthodoxen orientieren sich dabei an in erster Linie an Jesus Christus. Im häufig gepflegten Ritual des Bekreuzigens vergewissern sie sich dieser Ausrichtung ihres Glaubens. Der Heiligen der Kirche und besonders des eigenen Volkes gedenken sie in großem Respekt.
Die Besonderheit der »christlichen Reisen«, die von der »ReiseMission« Leipzig organisiert werden, liegt in der Begleitung durch einen Seelsorger oder eine Seelsorgerin. Täglich findet eine Andacht statt, bezogen auf die erlebte Situation und offen gegenüber der geistigen und geistlichen Situation der Menschen in der aufgesuchten Reiseregion. Unser montenegrinischer Reisebegleiter war wie umgewandelt, als er unsere erste Andacht im Freien auf einem Zipfel der traditionsreichen Insel der »Jungfrau vom Felsen« in der inneren Bucht von Kotor miterlebte. Ort und Zeitpunkt der Andacht hatte er selbst bestimmt. Nun ließ er sich hineinblicken in die »montenegrinische Seele« und zu einem guten Teil durch ihn fanden wir Zugang zu den Schätzen des Glaubens Montenegros.

Andreas Stempel, Superintendent i.R.

Reisebericht SONNTAG-Leserreise Armenien 2017

Leserreise Armenien 2017

Armenien – Klöster, Weltkulturerbe und Naturwunder im Kaukasus. Eindrücke von einer zehntägigen Leserreise mit Pfarrer i. R. Dietmar Selunka.

Eine Leserreise des SONNTAG führte im April 2017 Christen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin für 10 Tage nach Armenien, um Klöster, Weltkulturerbe und Naturwunder im Kaukasus kennenzulernen. Armenien ist das erste christliche Land der Welt. Bereits 301 n. Chr. wurde hier das Christentum zur Staatsreligion erhoben. Zahlreiche Kirchen und Klöster, erbaut an landschaftlich eindrucksvollen Orten, geben noch heute eindrucksvoll Zeugnis der weit zurückreichenden christlichen Geschichte des Landes. Zunächst lernten wir die Hauptstadt Jerevan und deren Umgebung kennen, so auch das Zentrum der armenisch-apostolischen Kirche in Edschmiatsin. Als besonders eindrucksvoll bleibt von Jerevan die Kaskade in Erinnerung, von der man die Aussicht auf die ganze Stadt genießen kann sowie die Sammlung wertvoller alter Handschriften im Matenadaran. An der hoch über Jerevan liegenden Genozid-Gedenkstätte Tsitsernakaberd legten wir Blumen für die Opfer des Völkermords 1915/16 nieder, im Museum stellten wir fest, wie viele eigene Wissenslücken es noch zu schließen gilt.

Mit dem Reisebus besuchten wir auch den Süden des Landes auf beschwerlichen Straßen bis zur Stadt Goris an der Grenze zu Berg-Karabach. Durch faszinierende Landschaften fuhren wir auch in den nördlichen Landesteil mit einem der höchst gelegenen Seen der Erde, dem Sewansee auf 1900 m.

Beeindruckend waren immer wieder die Zwischenhalte in imposanten Schluchten, Karawansereien der Seidenstraße, beim bronzezeitlichen Observatorium Zoraz Karer oder dem Friedhof Noratus mit seinen hunderten Kreuzsteinen, die unsere armenische Reiseleiterin äußerst fachkundig erläuterte. Auf unseren Fahrten erfuhren wir von ihr viel über Politik, Wirtschaft, Geschichte des Landes und beobachteten auch das beschwerliche Leben auf dem Land, wo in über 2000 m Höhe Kartoffeln und Weizen angebaut werden.

Die noch sichtbaren Folgen des Erdbebens von 1988, bei dem 25 000 Menschen ihr Leben verloren, ließen uns nicht unberührt. Im Stadtzentrum von Gjumri besichtigten wir den Wiederaufbau. Auch das Kennenlernen der armenischen Küche gehörte zum Reiseprogramm. Die klassische Vorspeise aus Gemüse, Käse und einheimischen Kräutern im armenischen Fladenbrot Lavasch begeisterte uns schnell. Wie dieses Brot im Erdofen gebacken wird, konnten wir selbst beobachten.

Unser Fazit: Armenien ist nicht nur wunderschön, sondern auch hoch interessant – das Land hat unsere Gruppe sehr beeindruckt!

Anne Kupke

Reisebericht SONNTAG-Leserreise Israel 2016

Leserreise Israel 201

Israel – Reise durch ein geteiltes Land. Eindrücke von einer achttägigen Leserreise der Kirchenzeitungen »Der Sonntag« und »Glaube und Heimat« mit Pfarrer i. R. Dietmar Selunka mit Unterstützung des Reiseveranstalters ReiseMission.

Was erwartet ein Studienreisender oder Pilger, wenn er ins Heilige Land reist? Er denkt an die Stätten, an denen Jesus gewirkt hat, an die Geburtsgrotte in Bethlehem, an die Hirten auf dem Felde, den See Genezareth, den Ölberg und Golgatha. Stätten, die ihre eigene spirituelle Atmosphäre entfalten, stille Zeiten in den Kirchen und Andachten an besonderen Orten. Doch auch die Landschaften in Israel und Palästina bieten viel. Da sind die Berge, die Wüste und das Tote Meer, die Stätten, an den der Prophet Elia wirkte oder Ausgrabungen aus längst vergangenen Zeiten. Genau solch ein Reiseprogramm durch Israel von Nord nach Süd, von Ost nach West erwartete die Teilnehmer auf dieser Leserreise. Der palästinensische Reiseleiter Schibli (arabisch »Der kleine Löwe«) war von Anfang an eine große Hilfe für das Verständnis der besonderen Situation zwischen Israel und Palästina. Seine Heimatstadt Bethlehem liegt im palästinensischen Autonomiegebiet. Mit einer acht Meter hohen Mauer über eine Länge von über 600 km manifestieren die Israelis die Teilung. Weitere Gebiete mit palästinensischer Bevölkerung werden durch Israel kontrolliert oder durch die Siedlungspolitik annektiert. Auf Schritt und Tritt erlebten Besucher diese besondere Situation in einem geteilten Land. Die Stille und die Schönheit des Sees Genezareth erlebten die Teilnehmer während einer Bootsfahrt und Andacht und genossenen den Blick auf die beeindruckende Landschaft Galiläas, den Berg der Seligpreisungen und die Golan-Höhen. Der Besuch der heiligen Stätten in der 5000 Jahre alten Stadt Jerusalem zählte zu den absoluten Höhepunkten. Im Hof der Kapelle Dominus flevit (Der Herr weint) mit einem herrlichen Blick über Jerusalem traf sich die Gruppe zu einer Andacht. Kirchen, Synagogen, Moscheen und die Klagemauer in der heiligen Stadt faszinierten nicht nur am Tage, sondern auch während der Nachtstunden. Die Welt-Holocaust-Gedenkstätte in Yad Vashem besuchte die Gruppe am historischen 9. November, dem Gedenktag an die Reichspogromnacht 1938. Die Ausstellung über die Verbrechen an der jüdische Bevölkerung während des Nationalsozialismus und die Mahn- und Gedenkstätte mit den Namen der Vernichtungslager und der ewigen Flamme erfüllten alle mit großer Ehrfurcht. Während Tausende von Pilgern und Besuchern alljährlich in Bethlehem die Geburt des Erlösers feiern, leben große Teile der palästinensischen Bevölkerung an der Armutsgrenze. Daher ist die Frohe Botschaft des Weihnachtsfriedens gerade für diese Region besonders wichtig Mit Liedern und Gebeten gedenkte die Gruppe der frohen Botschaft von der Geburt des Erlösers auf den Hirtenfeldern von Bet-Sahour. Nach einer Mittagsandacht in der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche in Jerusalem trafen die Reisenden Propst Wolfgang Schmidt und erfuhren einiges über das Leben und Wirken der EKD in Jerusalem und im Heiligen Land. In Beit Jala besuchte die Gruppe das christliche Schulungs- und Freizeitzentrum Beit Al Liqa‘. Der Bau begann während der politischen Unruhen 2001. Heute ist das Beit Al Liqa‘ eine Oase des Friedens und ein Haus der Begegnung mit dem lebendigen Gott. »Das Beit Al Liqa‘ wurde für viele Menschen zu einem Zeichen der Hoffnung«, berichtete Johnny Shahwan, Leiter und Gründer der Einrichtung, die von der Deutsche Missionsgemeinschaft (DMG) in Sinsheim unterstützt wird. Reich erfüllt mit Eindrücken von den Wirkungsstätten Jesu und den Bezügen zur Heiligen Schrift, denken alle sehr dankbar an die Zeit in Israel und die gute Reisegemeinschaft in der Gruppe zurück.

Wolfgang Hesse

Reisebericht SONNTAG-Leserreise Norditalien 2015

Die Reise stand unter dem Thema »Frühe christliche Kunst in Norditalien« und dauerte vom 19.–25.5.2016. An ihr nahmen mit mir und meiner Frau 27 Personen teil, die z.T. aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin, relativ zahlreich aber auch aus Thüringen kamen. Sie waren alle christliche Gemeindeglieder, die meisten schon im Rentenalter. Die Reise wurde mit einem Bus durchgeführt (Pelka-Reisen), der einen sehr guten Komfort bot und bei der An- und Abreise vor Stresssituationen (Flughafen) bewahrte. Einige haben wohl die Reise auch deswegen gewählt, weil sie nicht fliegen wollten.

Wir haben in diesen Tagen Verona, Padua, Venedig, Ravenna und Aquilea besucht und diese Städte und viele der jeweiligen lokalen Kunstschätze besichtigt. In Venedig kam es zu einer kurzen Begegnung mit der lutherischen Gemeinde, die wir nachmittags bei ihrem Gottesdienst erlebten. Die ausgewählten Ziele lohnten den Besuch sehr. Für mich bildeten den Höhepunkt der vielen Kunstwerke, die wir sahen, die wunderbaren Mosaiken in Ravenna, angefertigt schon 5. und 6. Jahrhundert, in einer Zeit, in der Ravenna Kaiserstadt und Mittelpunkt des damaligen römischen Reiches war. Die Gruppe war sehr interessiert an dem, was angeboten wurde. Die Busfahrten zwischen den Orten nutzten wir für Andachten oder zum Vortrag von Texten, die die Reisenden schon etwas mit dem kommenden Ort mit seinen Höhepunkten bekannt machten. So hörten wir z.B. auf der Fahrt nach Padua die Biographie des Heiligen Antonius und stellten die Frage, inwiefern »Heiligenverehrung« auch evangelischen Christen gestattet ist.

Prof. Dr. Wolfgang Ratzmann, Leipzig

Reisebericht SONNTAG-Leserreise Andalusien 2015

Reisegruppe Andalusien 2015

Mit 30 anderen Reiseteilnehmern machten wir uns am 16.3.2015 auf, die Kultur und die Geschichte in diesem Teil Spaniens zu entdecken. Wer faszinierende Bauwerke und schöne Gärten gepaart mit südlichem Flair mag, ist in Andalusien richtig. Die Römer, die Westgoten, die Mauren aber auch die spanischen Herrscher Isabella  und Ferdinand sowie der Habsburger Karl der V. haben der Region ihren Stempel aufgedrückt. In der Vergangenheit  war das Zusammenleben der verschiedenen Religionen in Andalusien alles andere als einfach. Gerade hier prallten der Islam und das Christentum  in Europa zusammen, die Juden standen dazwischen und wurden mal geduldet, mal unterdrückt. Geblieben von allen Auseinandersetzungen  ist eine fantastische Architektur, die Alhambra in Granada, die Kathedrale in Cordoba, die Kathedrale und das Königsschloss in Sevilla sind dafür Beispiele. Auch die Seefahrt spielte in Andalusien eine große Rolle, so startete in Sevilla Columbus zur Entdeckung Amerikas. Interessant sind auch die Gebäude der jüngeren Vergangenheit,  so die Bauten zur Ibero - Amerikanische Ausstellung von 1929 und das moderne Spanien. Beides konnten wir entdecken, auf einem Bummel durch die Städte in der Freizeit ohne Protokoll, in der Olivenpresse, der Stierkampfarena (ohne Stier), bei der Flamenco Show, dem Evangelischen Gottesdienst  in der Deutschen Gemeinde Marbella oder dem Langstreckenlauf in Ronda. Abgerundet wurde unsere Reise durch die Andachten mit Pfarrer Selunka, welcher die Reiseleitung  hatte.  Was man nicht planen und auch nicht buchen kann, ist das Wetter. Etwas mehr Sonnenschein  hätte es schon sein können. Trotzdem war die Reise viel zu schnell vorbei, am 23.3. starteten wir wieder mit Air Berlin von Málaga nach Tempelhof. Unser Fazit: Andalusien ist eine Reise wert, wir haben noch lange nicht alles gesehen.

Johannes und Gabriele Schröder, Dresden

Unsere SONNTAG-Leserreisen sind ein Angebot des Reiseveranstalters ReiseMission.

ReiseMission

Tageslosung

Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem HERRN, deinem Gott.

(1.Könige 2,1-2.3)

Paulus schreibt: Wir lassen nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt und Frucht bringt in jedem guten Werk.

(Kolosser 1,9-10)

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