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Die SONNTAG-Leserreisen 2018/2019

Bei den SONNTAG-Leserreisen entdecken Sie gemeinsam mit anderen Christen und kompetenten Reisebegleitern neue Länder. Auch 2019 laden wir Sie wieder auf historische, kulturelle und christliche Entdeckungsreisen ein – z.B. nach Israel/Jordanien, Italien oder Polen.

NEU: Als Kundin und Kunde der Reisemission Leipzig haben Sie die Möglichkeit, die unvermeidbaren Treibhausgase der Anreise/Rückreise, der Übernachtungen und der Mobilität vor Ort zu kompensieren und mit dieser Spende emissionsmindernde sowie armutsreduzierende Projekte in Entwicklungs- u. Schwellenländern zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie bei unserem Partner: klima-kollekte.de.

Unsere SONNTAG-Leserreisen sind ein Angebot des Reiseveranstalters ReiseMission.

ReiseMission

 

10 Tage Israel-Jordanien: »Biblisches Kulturland beiderseits vom Jordan«

Reisedatum: 12.05.2019–21.05.2019
Reisebegleitung: Superintendent i.R. Matthias Weismann
Kosten: 1895 € p.P.

-- Anmeldeschluss 15.1.2019 --

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Der liebliche Maien – einmal anders?

Lassen Sie sich einladen zur Begegnung mit den faszinierenden Orten und Geschichten des biblischen Geschehens und ihren Bezügen bis in die Gegenwart. Gemeinsam wollen wir aber auch mit einem fröhlichen Dennoch nach den Quellen unseres Glaubens suchen und schauen ob wir sie für uns beleben können. Gern begleite ich Sie während dieser wunderbaren Reise auf beiden Seiten des Jordans.

Herzliche Grüße,
Ihr Superintendent i.R. Matthias Weismann

Das Heilige Land beiderseits des Jordan: Orte, die Abraham und seine Familie durchzogen haben und Orte, in denen später Jesus in Wort und Tat wirkte und mit seinen Jüngern unterwegs war. Dieses Land wird eines der nächsten Reiseziele unserer Leserreisen sein. Bei einer eindrucksvollen Bootsfahrt über den See Genezareth lernen Sie die biblische Umgebung am Fuße des Berges der Seligpreisungen kennen und machen spirituelle Erfahrungen in Kapernaum, dem Zentrum des Wirkens Jesu. Nazareth gilt als Heimatort und Vaterstadt Jesu und ist heute weithin muslimisch und christlich geprägt. Hier besichtigen Sie u. a. die Verkündigungsbasilika mit der Aufschrift »Hic verbum caro factum est« – »Hier ist das Wort Fleisch geworden«. Die Reise führt aber auch in die Geschichte vergangener Königreiche antiker Völker auf der anderen Seite des Jordans. Das Land der Nabatäer, Ammoniter und Moabiter ist heute vielleicht noch besser als Jordanien bekannt. Die Hauptstadt, die in biblischer Zeit noch Rabbat Ammon hieß, wird heute Amman genannt und besticht mit ihrer langen Geschichte und deren Zeugen, wie z. B. dem Umayyaden-Palast auf dem Qasr (Hügel) der Zitadelle. Von dort geht die Reise weiter zum tiefsten Punkt der Erde, dem Toten Meer. Ca. 420 Meter unter dem Meeresspiegel bekommen Sie Gelegenheit zum Baden im salzhaltigsten See der Welt, dem eine einzigartig wohltuende Wirkung für Leib und Seele nachgesagt wird. Die Reise führt weiter durch landschaftlich reizvolle Wadis und in die sagenumwobene Nabatäerstadt Petra. Der längst vergangene, steingewordene Reichtum und das Erbe der Nabatäer hat in Petra u. a. mit dem »Schatzhaus des Pharao« und dem Felsengrab »Ed-Deir« atemberaubende Sehenswürdigkeiten hinterlassen. Über die Allenby-Brücke geht es zurück nach Israel zur Essener-Siedlung Qumran und in den Geburtsort Jesu nach Bethlehem. Historischer und religiöser Höhepunkt wird für Sie vielleicht die Erkundung Jerusalems sein. Es stehen Besuche der wichtigsten biblischen Bezugspunkte auf dem Reiseplan, wie z. B. der Pater-Noster-Kirche auf dem Ölberg, wo Jesus seinen Jüngern das Vaterunser gelehrt haben soll. Ein Spaziergang auf dem Palmsonntagsweg führt Sie zur Kapelle Dominus flevit (lat. »Der Herr weinte«) und zum Garten Gethsemane. Im Anschluss an die Besichtigung der Klagemauer ist der Besuch des Tempelplatzes geplant, wo sich der Felsendom und die El Aksa Moschee befinden. In der Jerusalemer Altstadt gehen Sie auf der traditionellen Via Dolorosa bis zur Grabeskirche mit dem Berg Golgatha und weiter zur Andacht in der Ev.-Luth. Erlöserkirche mit einem anschließenden Bummel auf dem orientalischen Bazar. In Beit-Jala, ca. 2 km entfernt von Bethlehem, besuchen Sie das Rehabilitationszentrum LIFEGATE, welches von Burghard Schunkert geleitet wird. Abschließend führt Sie die Reise nach Jaffa am Mittelmeer mit seinen ehrwürdigen Gassen oberhalb des Hafens. Im Joppe aus der Apostelgeschichte besichtigen Sie das Haus von »Simon dem Gerber« und die Petruskirche. Wir laden Sie ein, die modernen und historischen Seiten des biblischen Kulturlandes beiderseits des Jordan kennenzulernen. Entdecken Sie die kulturellen und biblischen Schätze. Und lassen Sie sich inspirieren vom Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Religionen. Gehen Sie in der Gewissheit wieder nach Hause, dass die Erfahrungen, die sich in den biblischen Schriften finden, auch unser heutiges Leben verändern können.

8 Tage Italien: »Auf den Spuren der Waldenser«

© Gadis

Reisedatum: 23.04.2019–30.04.2019
Reisebegleitung: Pfarrer i.R. Dietmar Selunka
Kosten: 995 € p.P.

-- Anmeldeschluss 20.1.2019 --

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Ich freue mich, mit Ihnen in Oberitalien verschiedenste Zeugnisse dieser hochmittelalterlichen Reformbewegung kennen zu lernen. Viele Gedanken und Ansichten sind bis heute in den protestantischen Kirchen lebendig. Lassen Sie sich einladen zu dieser Spurensuche.

Herzlich
Ihr Pfr. i.R. Dietmar Selunka

Die Leserreise ins Piemont »Auf den Spuren der Waldenser« führt zu den früheren Rückzugsorten der verfolgten Gemeinde, in die Waldensertäler bei Torre Pellice. Dort ist die Gruppe auch im Gästehaus der Waldenser untergebracht. Der Besuch von bekannten Städten und Sehenswürdigkeiten in Norditalien, wie z.B. Mailand mit dem berühmten Dom, Turin – die Hauptstadt des Piemonts, und die Zisterzienserabtei Staffarda, runden die Reise ab.
Mit Sicherheit lernen Sie bei dieser Reise geschichtliche Fakten sowie Landschaften und Regionen kennen, die nicht jedem bekannt sind. Wir freuen uns, Sie bei dieser kunst- und religionsgeschichtlich besonderen Reise begrüßen zu dürfen und wir versichern Ihnen, dass Sie sich noch lange an diese Reise erinnern werden.

Die Waldenser werden gegenwärtig oft als Vorreiter der Reformation gesehen. Bis dahin führte jedoch ein hunderte Jahre langer Weg der Verfolgung:
Die Geschichte der Waldenser geht auf die siebziger Jahre des 12. Jahrhunderts und Petrus Valdes, einen wohlhabenden Kaufmann aus Lyon, zurück. Petrus Valdes widmete sich dem Bibelstudium und – ähnlich wie Luther in Deutschland – der Bibelübersetzung in die Volkssprache. Nach einem Läuterungserlebnis gab Valdes sein Vermögen und seine Familie auf und widmete sich mit seinen Anhängern der Wanderpredigt auf Französisch. Der daraus entfachte Konflikt mit der katholischen Kirche, die sich das Recht auf Predigt vorbehalten sah und zu große Nähe der Waldenser zur Philosophie der Katharer befürchtete, konnte 1179 nur für kurze Zeit beigelegt werden. 1182/83 wurde Valdes exkommuniziert und seine Gemeinde aus Lyon vertrieben.
So gelangte ein Teil der Waldenser nach Norditalien, wo sie sich mit der Mailänder Armutsbewegung »Humiliaten« verbündeten. Während sie noch bis Mitte des 13. Jahrhunderts Bibelschulen und Versammlungszentren in Norditalien gründeten, so mussten sich die Waldenser schließlich im Zuge der Verfolgung ihre Zuflucht in den Tälern suchen und im Verborgenen agieren.
Nach beinahe 700 Jahre langer Verhetzung als Häretiker, wurden den Waldensern erstmals in Italien im Jahr 1848 die religiösen und bürgerlichen Rechte durch den König von Sardinien-Piemont, Karl Albert I, zugesprochen. Aber auch danach gestaltete sich deren Geschichte im Zuge der historischen Entwicklung in Italien stürmisch. Erst nach dem zweiten Weltkrieg 1948 wurde den italienischen Waldensern die freie Religionsausübung durch die neue Verfassung garantiert. Seit 1975 arbeitet die Waldenser Kirche in Italien auf Basis eines Kooperations-/Integrationspaktes eng mit den Methodisten zusammen. Gleichermaßen wird auch der italien- und weltweite Dialog mit anderen evangelischen Kirchen vorangetrieben. Ein historisch bedeutender Moment ereignete sich erst vor einigen Jahren, als am 22. Juni 2015 Papst Franziskus zu seinem offiziellen Besuch in Turin die Waldenser um Vergebung für die Verfolgungen der katholischen Kirche bat.

7 Tage Polen: Rundreise durch Niederschlesien

© uschenkel – Pixabay

Reisedatum: 24.05.2019–30.05.2019
Reisebegleitung: Pfarrer i.R. Lutz Tauber
Kosten: 1095 p. P.

-- Anmeldeschluss 28.1.2019 --

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Lassen Sie sich herzlich einladen zu dieser Reise durch das ehemalige Schlesien. Ich möchte Sie begleiten. Gemeinsam werden wir diese alte Kulturlandschaft erkunden und einige wichtige Stätten besuchen. Zeugnisse des Glaubens unserer Vorfahren werden wir sehen und erleben wie an diesen Orten heute geglaubt und gehofft wird. Breslau war vor einigen Jahren Kulturhauptstadt Europas – zurecht.
Auf eine Begegnung mit Ihnen freut sich Ihr Lutz Tauber, Pfarrer i.R.

Rundreise durch Niederschlesien: Beeindruckende Schlösser und Burgen, historische Klöster und Kirchen sowie überwältigende Landschaften machen Niederschlesien unverkennbar. Tauchen Sie ein in die Geschichte Süd-Polens und Schlesiens. Ihre Reise führt Sie zur Burg Tzschochau, in der einst Ritter siedelten. Am späten Nachmittag erreichen Sie Breslau, die ehemalige Hauptstadt Polens. Die Dominsel, die Jahrhunderthalle und zahlreiche gotische Kirchen verwandeln Breslau zu einer der schönsten Städte des Landes. In Orten, wie Schweidnitz, Trebnitz und Oppeln, bekommen Sie einen Einblick in die Geschichte und das christliche Leben Polens. Beispielhaft für die kirchliche Entwicklung nach dem 30-järigen Krieg lernen Sie die Friedenskirche in Schweidnitz kennen. Die Friedenskirchen gehören zu den bedeutendsten evangelischen Kirchenbauten in der gesamten Habsburger Monarchie. So ist die Schweidnitzer Kirche eine der drei evangelischen Kirchen, die im Westfälischen Frieden auf Drängen der schwedischen Regierung den protestantischen Schlesiern zugestanden wurden und die gottesdienstliche Versorgung in einem überwiegend protestantischen Gebiet gewährleisten mussten. Sie sind eingeladen an Gottesdiensten teilzunehmen sowie zahlreiche architektonisch bemerkenswerte kirchliche Bauten zu besichtigen. Ein weiterer Höhepunkt Ihrer Reise wird die Fahrt ins Riesengebirge sein, dem höchsten Gebirgszug der Sudeten und dem Reich des Berggeistes Rübezahl. Zwischen malerischen Felsschluchten verbirgt sich der zweithöchste Wasserfall des polnischen Riesengebirges. Neben der atemberaubenden Landschaft des Gebirges erhalten Sie einen kleinen Einblick in die Welt der Kristalle. Entdecken Sie die schönsten Winkel Niederschlesiens und lassen Sie sich von dem einzigartigen polnischen Flair und unseren polnischen Nachbarn verzaubern. Mit ziemlicher Sicherheit wird nach dieser Reise der Wunsch in Ihnen entstehen, eines Tages die Geschichte und Natur unseres Nachbarlandes noch intensiver zu erkunden.

Reiseberichte zu unseren bisherigen Leserreisen:

 

Geheimtipp Georgien

Unsere Reiseleiterin erzählte die Legende mit verschmitztem Lächeln und doch auch mit leichtem Stolz: Als Gott einst den Menschen Land gab, kamen die Georgier zu spät. Doch sie klagten nicht, sondern begannen zu singen und zu tanzen. Das gefiel Gott: Er gab ihnen das Land, das er eigentlich für sich selbst vorgesehen hatte. In der Tat ist das Land so schön, dass es in Reiseberichten oft als »Märchenland« beschrieben wird.
Für die 25 Teilnehmer unserer »Leserreise« im Oktober 2018 schien sich das jeden Tag immer wieder neu zu bestätigen: Sei es angesichts des mächtigen Gebirgsmassives des Kaukasus, der das Land vor den Kaltluftwellen aus dem Norden schützt und es dem Schwarzen Meer erlaubt, das Land zu erwärmen. Sei es im Blick auf die malerischen Wälder, an denen sich der beginnende Herbst versuchte und die immerhin fast die Hälfte des Land bedecken, viele noch in ihrer natürlichen Schönheit. Und nicht zuletzt immer wieder im Anblick der vielen fruchtbaren Ebenen und Täler und Felder mit ihrem Wein- und Obstanbau.
Dieses schöne Land haben die Georgier seit jeher zu »kultivieren« gewusst. Die Weinherstellung mit ihrer 7000 Jahre alten Geschichte ist für sie wie ein nationales Heiligtum und inzwischen als Weltkulturerbe anerkannt. Mit dem Wein verbunden ist die sprichwörtliche Gastfreundschaft. »Ein Gast wird von Gott gesandt«, sagen die Georgier – und so wird er auch behandelt. Denn die Liebe zu Gott soll nun auch durch den Magen der Gäste gehen, wie wir an reich gedeckten Tischen immer wieder erlebten.
Der Glaube an Gott hat jedoch über die Jahrhunderte hinweg noch tiefere Spuren hinterlassen. Vor allem drückte er sich aus im Bau von zahllosen Kirchen und Klöstern, die die Landschaft von Ost nach West wie Perlen durchziehen. Wie so oft waren es auch hier Mönche und Nonnen, die den christlichen Glauben nach Georgien trugen, oft unter Einsatz ihres Lebens: Insbesondere die Heilige Nino mit ihrer überzeugenden Nachfolge Christi, mit der sie auch das Königshaus in Mzcheta gewann, der damaligen Hauptstadt. Auch ihr Cousin, der Heilige Georg, der auf dem Wappen Georgien zu sehen ist. Offiziellen Eingang fand das Christentum in Georgien im Jahre 337 n.Chr. Damit gehört die Georgisch-Orthodoxe Apostelkirche zu den ältesten christlichen Nationalkirchen überhaupt. Über die Zeiten hinweg hat sie die Kultur und die Bildung des Volkes geprägt – auch unter bedrückender Fremdherrschaft, die Georgien auf seinem Weg durch die Jahrhunderte zahlreich erlebt hat. Die Geschichte von Tbilisi jedenfalls lässt sich als eine fortwährende Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau, Verfall und Fortschritt erzählen …
Den Start unserer Rundreise durch Georgien erlebten wir allerdings in einem Gottesdienst der Ev.-Luth. Kirche von Tbilisi, zu dem uns Bischof Markus Schoch eingeladen hatte. Hier erhielten wir auch einen interessanten Einblick in die Geschichte deutscher Siedler in Georgien Anfang des 19. Jahrhunderts, die hier nach einer neuen Heimat suchten, zahlreiche Dörfer und Städte gründeten und ebenfalls bis heute in diesem wunderschönen Land Spuren hinterlassen haben.
Die Teilnehmer der achttägigen Leserreise kehrten mit unvergesslichen Eindrücken und in großer Dankbarkeit wieder nach Hause zurück – nicht zuletzt für die kompetente und umsichtige Begleitung durch Nutsa, unserer georgischen Reiseführerin sowie die exzellenten Fahrkünste unseres Busfahrers Raphael. Und auch mit der Empfehlung: Georgien ist jederzeit eine Reise wert!
Text und Bild: Johannes Berthold

»Auf den Spuren des Apostel Paulus«

Anfang Juni 2018 machten sich 27 Reisemutige aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit dem Reiseveranstalter der ReiseMission Leipzig »auf die Spuren von Apostel Paulus« durch Griechenland. In Begleitung unseres Pfarrers i.R. Dietmar Selunka starteten wir in Leipzig und flogen mit einem Zwischenstop in Wien weiter nach Thessaloniki. Hier erwartete uns unser Bus mit unserem griechischen Reiseleiter Aristidis, der uns eine Woche lang Land und Leute näherbringen sollte. Es stellte sich heraus, daß er eine sehr gut strukturierte und fachkundige Person war und uns detailliert die historischen und kulturellen Hintergründe von der Antike bis zur Gegenwart sowie die Besonderheiten des Christentums in Griechenland vermittelte.

Am ersten Tag durften unsere Männer nach Genehmigung der örtlichen Behörde den »heiligen Berg Athos« betreten und wurden von den Mönchen vor Ort in ihre Klöster begleitet. Hier konnten sie einen Einblick in das Leben und die Arbeit der Mönche erhalten. Eine Vielzahl der Klöster wurde im 10. Jahrhundert errichtet, heute sind nur noch ca. 20 Klöster in Betrieb. Die Frauen durften in einem Boot die Klöster im vorgeschriebenen Abstand von 500 Metern vom Meer aus bestaunen. Am Abend wurden wir von der einheimischen Küche mit diversen Delikatessen des Meeres beköstigt.

Am Sonntagmorgen hatten wir die Gelegenheit eine griechisch orthodoxe Kirche in Thessaloniki zu besuchen. Von unserem Reiseleiter erfuhren wir einige Besonderheiten des Gottesdienstes und der Kirche Griechenlands allgemein. Er beginnt meist 6 Uhr früh am Morgen und endet ca. 10:30 Uhr am Vormittag mit dem heiligen Abendmahl und wird in altgriechischer Sprache gehalten, die an den Schulen noch gelehrt wird. Das Sitzen auf Stühlen ist nur Älteren und Kranken vorbehalten. Familien mit Kleinkindern kommen meist erst zum Abendmahl hinzu. Die Kirchen sind sehr gepflegt und prunkvoll gestaltet. Die Verehrung der »Gottesgebärerin« (wie die Jungfrau Maria genannt wird) und der Heiligen mittels Ikonen stehen im Mittelpunkt eines griechisch orthodoxen Christen. An einem Nachmittag hatten wir die Gelegenheit die Herstellung dieser Ikonen in einer Werkstatt zu besichtigen. Die Kindstaufe hat in der griechisch orthodoxen Kirche einen besonderen Stellenwert und ist zugleich mit der Namensgebung verbunden. Im Alter von ca. 8–12 Monaten wird das Kind getauft und erhält erst hier einen von den Taufpaten und der Mutter erwählten Vornamen, der im Namensregister der griechisch orthodoxen Kirche gelistet sein muß. Bis dahin wird das Kind »Baby« genannt. Der Namenstag wird hier statt des Geburtstages gefeiert.

  

Im weiteren Verlauf unserer Reise besuchten wir die gut restaurierten Meteora-Klöster aus ebenfalls byzantinischer Zeit (10. Jahrhundert), die in einer wunderbaren Landschaft auf Sandsteinfelsen erbaut wurden. Inmitten dieser einzigartigen Natur hörten wir unserer täglichen Andacht durch Pfarrer Dietmar Selunka zu und bestaunten dabei die Schöpfung unseres Herrn.

In Delphi erfuhren wir weitere Hintergründe aus der Antike. Hier trafen sich die zwei Königsadler, die von dem Gott Zeus gen Osten und Westen ausgesandt wurden, um den »Nabel der Welt« zu finden. An diesem Ort wurde das »Orakel von Delphi« um Wegweisung und Weisheit befragt. Dieser Kult hielt bis zum 4. Jhd. n. Chr. an und wurde schließlich vom Kaiser Theodosius I untersagt. Das Christentum breitete sich aus.

  

Aus der Apostelgeschichte 17, 16ff erfahren wir, dass Paulus damals (ca. 62 n.Chr.) die Anbetung dieser Götterwelt kritisierte und auf den einzig wahren »unbekannten« Gott hinwies. Seine Rede auf dem Areopag (dem Versammlungsfelsen der Athener) in Athen konnten wir gedanklich nachvollziehen. Dieser Felsen liegt am Fuße der Akropolis und eine Gedenktafel gibt die Rede des Apostel Paulus wieder. Es ist erstaunlich, wie tief die Mythen der Götterwelt ihre Spuren bis ins frühchristliche Zeitalter hinterlassen haben und sie auch heute noch durchdringen. Touristische Andenken aus der Götterwelt sind sehr beliebt, Wahrsagerei und das Lesen aus Tarot-Karten sind in der Innenstadt auch heute zu finden. Natürlich führten uns die Spuren von Paulus auch nach Alt-Korinth. Auch hier erhielten wir eine Andacht durch Herrn Selunka, der wiedermal den Bogen von der antiken Götterwelt 500 Jahre vor zu Paulus und bis in unsere Gegenwart spannte.

Unsere Woche war eine sehr spannende, anspruchsvolle und informative Zeitreise über mehrere Jahrhunderte bis Jahrtausende. Wir konnten uns dank unseres griechischen Reiseleiters und unseres intensiven Austausches innerhalb der Reisegruppe ein Bild von der Geschichte Griechenlands machen sowie seine Gegenwart besser kennenlernen und verstehen. Wir hatten viel Spaß und Freude untereinander und können solch eine Studienreise mit ReiseMission Leipzig sehr empfehlen.

Text: Antje Sachse

Trip to Persia – Eine Rundreise im Iran

© Katharina Würfel

Eine Gruppe von 20 Leuten aus Mitteldeutschland besuchte im November 2017 den Iran.

Mit vielen offenen Fragen sind wir in den Iran geflogen. Ein mulmiges Gefühl war auch mit dabei. Die Nachrichten sind eher von der politischen Situation geprägt und berichten weniger über die Leute im Iran. Am ersten Tag in Teheran wurden schon alle unsere Zweifel zerstreut. Die Leute empfingen uns herzlich und mit offenen Armen. Überall wurden wir mit »Welcome«-Rufen begrüßt und um gemeinsame Fotos mit Iranern gebeten. Auf die Frage an die Reiseleitung: »Wieso wollen so viele Menschen Fotos mit uns machen?« kam als Antwort: Die iranischen Leute freuen sich über die Besucher aus Europa und begegnen ihnen mit großer Gastfreundlichkeit und Interesse. Diese freundliche Stimmung begleitete uns die gesamte Woche hindurch.
In Teheran durften wir die deutsche evangelische Gemeinde besuchen. Pfarrerin Kirsten Wolandt berichtete uns vom Alltag als Christ in einem überwiegend muslimischen Land. Die Gemeinde wurde 1962 im Nordteheraner Stadtteil Gholhak gegründet. Seitdem ist sie Anlaufstelle für deutschsprachige Christen im Iran. Etwas Besonderes ist das wöchentliche Café Gholhak, was Frauen einen Raum zu offenen Austausch gibt.
Zum Zeitpunkt des Besuchs bereiteten die Gemeindemitglieder Adventskränze für den jährlichen Weihnachtsbasar vor. Bei diesem werden die Türen nicht nur für Gemeindemitglieder, sondern auch für Iraner geöffnet. An diesem Nachmittag erfreuen sich bis zu 800 Leute an deutschen Leckereien aus der Vorweihnachtszeit, wie Lebkuchen, Stollen oder Plätzchen, aber auch an Dingen, die im Iran selten sind, wie Käse oder Wurst.
Die nächsten Tage lernten wir viel über die alte Geschichte von Persien und deren Bewohner. In Yazd besuchten wir die Begräbnisstädte der Zarathustrier und deren Feuertempel. In Persepolis tauchten wir in die Zeit der Archämeniden ab. Die Stadt der Perser, oder Parsa genannt, ließ König Dareios I. als Repräsentationshauptstadt bauen. 330 v. Chr zerstörte Alexander der Große die Stadt, so dass heute nur noch Ruinen die prächtigen Gebäude erahnen lassen. In den täglichen Andachten während der Busfahrten machte uns Herr Ihmels mit den Verbindungen von persischer und israelischer Geschichte vertraut: Der Vorgänger von Dareios, Kyros, ermöglichte durch sein Dekret die Rückkehr Israels aus der Gefangenschaft nach Hause und den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem. Die im Alten Testament im Buch Esther beschriebene Jüdin Esther lebte als Frau von König Xerxes I. in Persepolis.
Der zweitgrößte Platz der Welt beeindruckte uns in Esfahan: der Naqsch-e Dschahan Platz. Er diente als Marktplatz und Polo-Spielfeld. Umgeben ist er von beeindruckenden Bauwerken, wie zwei großen Moscheen, dem Königspalast und einem einladenden Basar. Die Stadt des Weins, der Liebe und der Dichter, Shiraz führte uns in die literarische Seite Persiens ein. Die beiden Dichter Hafis und Saadi sind die Bekanntesten. Ihre Mausoleen sind wundervolle Gärten, die zum Verweilen einladen. Die Ali ebn-e Hamze Moschee beeindruckt durch ihre Innenarchitektur. Der gesamte Kuppelbau ist mit einem Mosaik aus kleinen Spiegeln verkleidet. Die Nasir-ol Molk Moschee bleibt uns durch ihre bunten Fenster und deren Lichtspiel in Erinnerung.
Landschaftlich ist der Iran von Steppen, Wüsten und Gebirgen geprägt. Letztere zeigten sich auch schon leicht verschneit.
Mit vielen neuen Eindrücken und einem Lächeln auf dem Gesicht flogen wir zurück nach Deutschland. Jeder von uns hatte bei Familie und Freunden viele Fragen offen, die man jetzt mit viel Begeisterung für dieses schöne Land beantworten konnte.

Text und Bild: Katharina Würfel

 

Reisebericht SONNTAG-Leserreise Montenegro 2017

Montenegro Stempel

»Schatzkammer montenegrinischer Klöster«

Scheinbar endlos tuckert der Motorkahn am Nordwestufer des Skadarsees entlang. Steil steigt das Karstgebirge bis in die Höhe von 1500 Metern aus dem Wasser auf. In den größten Süßwassersee des Balkans teilen sich zu zwei Dritteln Montenegro, zu einem Drittel Albanien. In der Ferne lassen sich im Dunst der Mittagssonne die mehr als 2500 Meter hohen Gipfel der Albanischen Alpen erkennen. Nach anderthalb Stunden Fahrt taucht eine Felseninsel auf – heute unser erstes Ziel. Geschickt steuern die beiden montenegrinischen Bootsführer die einzige Landestelle des Eilandes an. Ein Pfad führt unter dicht wachsenden buschartigen Bäumen voller unreifer Granatäpfel hindurch zu einer aus wilden Kalksteinbrocken gefügten Mauer. Dahinter verbirgt sich das Reich eines Mönchs, des »Vaters Grigorij.« Nicht jedem öffnet er das große Holztor. Doch uns hat er offensichtlich erwartet. Wir treten ein und vor uns liegt etwas erhöht ein Kirchlein, dazu ein ebenerdiges Wohngebäude, eine kleine Unterkunft für Gäste und die Werkstatt. Auf winzigen Flächen wachsen Gemüse und Blumen, dazwischen Fels, wildes Grün, Gewürze und einzelne Obstbäume. Der kleine drahtige Mann in zerschlissener Mönchskutte mit grauer Kappe, darauf das kleine rote Kreuz, das ihn als Christen kennzeichnet, begrüßt uns freundlich. Wir mögen ruhig alles anschauen, bedeutet er, auch die Kirche, die er wie die anderen Gebäude auf den Grundmauern eines einst zerstörten Gotteshauses in den letzten 25 Jahren eigenhändig aufbaute. Ab und zu kam Hilfe von Nachbarn eines kaum sichtbaren Dorfes zwischen den Bergen am Ufer des Sees. Zuletzt hat ein Kirchenmaler den gesamten Innenraum meisterhaft mit Fresken von Heiligen bestückt. Ikonen und eine kleine Altarwand fehlen nicht.
Was trieb den studierten Elektrotechniker in die Einsamkeit des Sees von Zadar? Wir setzen uns vor das kleine Wohnhaus des Einsiedlers, jeder so, wie er gerade Platz findet. Vater Grigori teilt Becher aus und schenkt jedem von uns aus einem großen Glaskrug Granatapfelsaft ein. Wir stellen Fragen. Sein Alter verrät er uns nicht. Ja, er hat von Martin Luther gehört. Schade dass dieser keine Möglichkeit hatte, der orthodoxen Kirche zu begegnen, meint Grigorij. Er gehe in der Einsamkeit der Frage nach, was es bedeutet, geistlich gesinnt zu sein (Römer 8,5) und er glaubt, bei manchen seiner Besucher den Abglanz des künftigen geistlichen Leibes schon erkennen zu können. Elektrischen Strom gibt es auf der Insel nicht. Auch mit reinem Trinkwasser ist es nicht einfach. Die Bibel, Gebetbücher, theologische Werke, technische Bücher, aber auch gute Literatur aus ganz Europa liest Grigorij mit Interesse und ohne Vorurteile: »Du kannst aus jedem Buch etwas Gutes heraus lesen!« Überhaupt begegnet uns der Mönch als ein sehr wacher und offener Geist. Als Vater Grigorij schildert, wovon er lebt, kommentiert einer von uns, der sein ganzes Leben lang als Arzt tätig war: »Der Mann braucht keinen Arzt, der wird hundert Jahre alt.« Viel Zeit verbringt der Einsiedler mit einem besonderen Handwerk. Er stellt aus verschiedenen Holzsorten Kreuze her, zum Umhängen. Drei Tage bis zu einer Woche arbeitet er an einem Stück. Dann ist ein makelloses Kunstwerke in keltischer Ornamentik fertig. Er gibt die Kreuze gegen eine Spende ab. Vom Ertrag hat er beispielsweise den Ikonenmaler entlohnt, der in der Kirche tätig war.
Für die Gastfreundschaft bedanken wir uns mit einem geistlichen Gesang aus der Communität von Taizé. Wieder im Boot braucht es seine Zeit, das Erlebte zu verarbeiten, hatten wir doch gerade gelebten Glauben in sehr intensiver Form kennen gelernt. Nach einiger Zeit gerät die nächste Klosterinsel, von 16 Nonnen und Novizinnen bewohnt, ins Blickfeld … Im wahrsten Sinne des Wortes auf der Suche nach Schätzen des Glaubens befanden wir – 16 Leserinnen und Leser der Kirchenzeitungen »Der Sonntag« und »Glaube und Heimat« – uns auf unserer Reise durch Montenegro. Die ReiseMission Leipzig hatte den Zeitpunkt gut gewählt. Wir erlebten den »goldenen Herbst« auf unvergessliche Weise, mitten in den Bergen des vom Massentourismus noch weitgehend verschonten Landes. »Der Schöpfer hat unser kleines Land besonders bedacht«, meinte unser montenegrinischer Dolmetscher Ivan, ein Katholik aus der Küstenstadt Bar. Der junge Mann gab ständig Kostproben seines hintergründigen südländischen Humors und kannte scheinbar jeden seiner Landsleute.
Das Gebirgsland Montenegro hat nur knapp 700 000 Einwohner. Diese leben auf einer Fläche von der Ausdehnung des deutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein. Und auf dieser Fläche befinden sich Attraktionen der Natur von unglaublicher Schönheit: Die tiefste und mächtigste Schlucht Europas, der Grand Canyon Europas, der größte Süßwassersee des Balkans oder die Bucht von Kotor, Weltkulturerbe. Diese Bucht windet sich wie ein Fjord Norwegens vom Mittelmeer 30 km in die Bergwelt hinein, umsäumt von steilen Berghängen und uralten Siedlungen. Wahrlich, das Land ist an Reizen der Natur und alter Kulturen reich gesegnet. Ökologischer Umgang mit dem natürlichen Reichtum gehört seit 1991 zur Verfassung des Landes. Die Menschen richten sich danach. »Schmutzecken« wie sonst häufig in südlichen Ländern finden sich in Montenegro kaum. Mehr als 70 % der Einwohner gehören der orthodoxen Kirche an, die meisten von ihnen unter dem Patriarchat der serbischen Orthodoxie. Hinzu kommen Katholiken im Bereich der Küste und Muslime ganz im Norden und im Süden des Landes. »Bei uns läuft es gerade anders herum als bei euch«, meinte Ivan, als er unser Interesse an der religiösen Situation im Lande bemerkte. Er hat einige Zeit in Deutschland verbracht und sich über das mangelnde religiöse Interesse der Deutschen gewundert. In Montenegro nutzen die Menschen ihre Kirchen. Und das nicht nur sonntags. Täglich stehen die Kirchen offen und werden von Jung und Alt in angemessenem Respekt zur persönlichen Andacht genutzt. Montenegro ist eines der ärmsten Länder Europas, doch in der Hauptstadt Podgorica entstand in den letzten Jahren einen neue große und prächtige orthodoxe Kathedrale, allein aus Spendenmitteln finanziert, ausgestattet mit edelsten Materialien. Und das ist nicht der einzige orthodoxe Kirchenneubau. Kirchenmaler haben in diesem von der Orthodoxie geprägten Land wirklich reichlich Arbeit. Ivan stellte uns darüber hinaus nicht ohne Stolz auch neue in moderner Bauweise errichtete katholische Kirchen vor. Meist hatte der Vatikan die Minderheit der Katholiken beim Kirchenbau unterstützt. In der Nähe der albanischen Grenze leuchten weiß die Minarette der Moscheen ins Land, die, so Ivan, vor allem mit Mitteln aus Nahost renoviert oder neu errichtet wurden.
Sieben von Mönchen oder Nonnen bewohnte Klöster besuchten wir im Laufe einer Woche, nur ein Teil der »arbeitenden« Klöster des Landes. Meist verfügen die Klöster über mehrere Kirchen. Wir fanden nicht eine der Kirchen in den Klöstern oder sonst in den kleinen Städten in einem baufälligen Zustand, im Gegenteil, wir entdeckten viele Anzeichen liebevoller Nutzung. Was läuft in Montenegro, in einem der ärmsten Länder des Balkans, religiös anders als bei uns? Eine besondere Staatsnähe im ehemals bewusst nichtreligiös geführten Jugoslawien kann es nicht sein. Die derzeitig Herrschenden sehen etwa die Verbindung zur serbisch-orthodoxen Kirche nicht ohne Vorbehalte. Auch begegnete uns viel Skepsis gegenüber den politisch Mächtigen. Volksverbundenheit dagegen scheint ein Kennzeichen der Kirchen zu sein, insbesondere der Orthodoxie. Anders lässt es sich nicht erklären, dass Gläubige aller Glaubensrichtungen des Landes im Kloster Ostrog, dem »Lourdes des Balkan«, gemeinsam Heilung und Hilfe suchen. Die nötigen Rituale können schon Kinder nachvollziehen. Glaubensstärke wird nicht als Verstandesleistung gemessen. Die Menschen verstehen den Glauben als tiefes Gottvertrauen, das ihnen hilft, den oft ärmlichen und schwierigen Alltag zu meistern. Die Orthodoxen orientieren sich dabei an in erster Linie an Jesus Christus. Im häufig gepflegten Ritual des Bekreuzigens vergewissern sie sich dieser Ausrichtung ihres Glaubens. Der Heiligen der Kirche und besonders des eigenen Volkes gedenken sie in großem Respekt.
Die Besonderheit der »christlichen Reisen«, die von der »ReiseMission« Leipzig organisiert werden, liegt in der Begleitung durch einen Seelsorger oder eine Seelsorgerin. Täglich findet eine Andacht statt, bezogen auf die erlebte Situation und offen gegenüber der geistigen und geistlichen Situation der Menschen in der aufgesuchten Reiseregion. Unser montenegrinischer Reisebegleiter war wie umgewandelt, als er unsere erste Andacht im Freien auf einem Zipfel der traditionsreichen Insel der »Jungfrau vom Felsen« in der inneren Bucht von Kotor miterlebte. Ort und Zeitpunkt der Andacht hatte er selbst bestimmt. Nun ließ er sich hineinblicken in die »montenegrinische Seele« und zu einem guten Teil durch ihn fanden wir Zugang zu den Schätzen des Glaubens Montenegros.

Andreas Stempel, Superintendent i.R.

Reisebericht SONNTAG-Leserreise Armenien 2017

Leserreise Armenien 2017

Armenien – Klöster, Weltkulturerbe und Naturwunder im Kaukasus. Eindrücke von einer zehntägigen Leserreise mit Pfarrer i. R. Dietmar Selunka.

Eine Leserreise des SONNTAG führte im April 2017 Christen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin für 10 Tage nach Armenien, um Klöster, Weltkulturerbe und Naturwunder im Kaukasus kennenzulernen. Armenien ist das erste christliche Land der Welt. Bereits 301 n. Chr. wurde hier das Christentum zur Staatsreligion erhoben. Zahlreiche Kirchen und Klöster, erbaut an landschaftlich eindrucksvollen Orten, geben noch heute eindrucksvoll Zeugnis der weit zurückreichenden christlichen Geschichte des Landes. Zunächst lernten wir die Hauptstadt Jerevan und deren Umgebung kennen, so auch das Zentrum der armenisch-apostolischen Kirche in Edschmiatsin. Als besonders eindrucksvoll bleibt von Jerevan die Kaskade in Erinnerung, von der man die Aussicht auf die ganze Stadt genießen kann sowie die Sammlung wertvoller alter Handschriften im Matenadaran. An der hoch über Jerevan liegenden Genozid-Gedenkstätte Tsitsernakaberd legten wir Blumen für die Opfer des Völkermords 1915/16 nieder, im Museum stellten wir fest, wie viele eigene Wissenslücken es noch zu schließen gilt.

Mit dem Reisebus besuchten wir auch den Süden des Landes auf beschwerlichen Straßen bis zur Stadt Goris an der Grenze zu Berg-Karabach. Durch faszinierende Landschaften fuhren wir auch in den nördlichen Landesteil mit einem der höchst gelegenen Seen der Erde, dem Sewansee auf 1900 m.

Beeindruckend waren immer wieder die Zwischenhalte in imposanten Schluchten, Karawansereien der Seidenstraße, beim bronzezeitlichen Observatorium Zoraz Karer oder dem Friedhof Noratus mit seinen hunderten Kreuzsteinen, die unsere armenische Reiseleiterin äußerst fachkundig erläuterte. Auf unseren Fahrten erfuhren wir von ihr viel über Politik, Wirtschaft, Geschichte des Landes und beobachteten auch das beschwerliche Leben auf dem Land, wo in über 2000 m Höhe Kartoffeln und Weizen angebaut werden.

Die noch sichtbaren Folgen des Erdbebens von 1988, bei dem 25 000 Menschen ihr Leben verloren, ließen uns nicht unberührt. Im Stadtzentrum von Gjumri besichtigten wir den Wiederaufbau. Auch das Kennenlernen der armenischen Küche gehörte zum Reiseprogramm. Die klassische Vorspeise aus Gemüse, Käse und einheimischen Kräutern im armenischen Fladenbrot Lavasch begeisterte uns schnell. Wie dieses Brot im Erdofen gebacken wird, konnten wir selbst beobachten.

Unser Fazit: Armenien ist nicht nur wunderschön, sondern auch hoch interessant – das Land hat unsere Gruppe sehr beeindruckt!

Anne Kupke

Reisebericht SONNTAG-Leserreise Israel 2016

Leserreise Israel 201

Israel – Reise durch ein geteiltes Land. Eindrücke von einer achttägigen Leserreise der Kirchenzeitungen »Der Sonntag« und »Glaube und Heimat« mit Pfarrer i. R. Dietmar Selunka mit Unterstützung des Reiseveranstalters ReiseMission.

Was erwartet ein Studienreisender oder Pilger, wenn er ins Heilige Land reist? Er denkt an die Stätten, an denen Jesus gewirkt hat, an die Geburtsgrotte in Bethlehem, an die Hirten auf dem Felde, den See Genezareth, den Ölberg und Golgatha. Stätten, die ihre eigene spirituelle Atmosphäre entfalten, stille Zeiten in den Kirchen und Andachten an besonderen Orten. Doch auch die Landschaften in Israel und Palästina bieten viel. Da sind die Berge, die Wüste und das Tote Meer, die Stätten, an den der Prophet Elia wirkte oder Ausgrabungen aus längst vergangenen Zeiten. Genau solch ein Reiseprogramm durch Israel von Nord nach Süd, von Ost nach West erwartete die Teilnehmer auf dieser Leserreise. Der palästinensische Reiseleiter Schibli (arabisch »Der kleine Löwe«) war von Anfang an eine große Hilfe für das Verständnis der besonderen Situation zwischen Israel und Palästina. Seine Heimatstadt Bethlehem liegt im palästinensischen Autonomiegebiet. Mit einer acht Meter hohen Mauer über eine Länge von über 600 km manifestieren die Israelis die Teilung. Weitere Gebiete mit palästinensischer Bevölkerung werden durch Israel kontrolliert oder durch die Siedlungspolitik annektiert. Auf Schritt und Tritt erlebten Besucher diese besondere Situation in einem geteilten Land. Die Stille und die Schönheit des Sees Genezareth erlebten die Teilnehmer während einer Bootsfahrt und Andacht und genossenen den Blick auf die beeindruckende Landschaft Galiläas, den Berg der Seligpreisungen und die Golan-Höhen. Der Besuch der heiligen Stätten in der 5000 Jahre alten Stadt Jerusalem zählte zu den absoluten Höhepunkten. Im Hof der Kapelle Dominus flevit (Der Herr weint) mit einem herrlichen Blick über Jerusalem traf sich die Gruppe zu einer Andacht. Kirchen, Synagogen, Moscheen und die Klagemauer in der heiligen Stadt faszinierten nicht nur am Tage, sondern auch während der Nachtstunden. Die Welt-Holocaust-Gedenkstätte in Yad Vashem besuchte die Gruppe am historischen 9. November, dem Gedenktag an die Reichspogromnacht 1938. Die Ausstellung über die Verbrechen an der jüdische Bevölkerung während des Nationalsozialismus und die Mahn- und Gedenkstätte mit den Namen der Vernichtungslager und der ewigen Flamme erfüllten alle mit großer Ehrfurcht. Während Tausende von Pilgern und Besuchern alljährlich in Bethlehem die Geburt des Erlösers feiern, leben große Teile der palästinensischen Bevölkerung an der Armutsgrenze. Daher ist die Frohe Botschaft des Weihnachtsfriedens gerade für diese Region besonders wichtig Mit Liedern und Gebeten gedenkte die Gruppe der frohen Botschaft von der Geburt des Erlösers auf den Hirtenfeldern von Bet-Sahour. Nach einer Mittagsandacht in der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche in Jerusalem trafen die Reisenden Propst Wolfgang Schmidt und erfuhren einiges über das Leben und Wirken der EKD in Jerusalem und im Heiligen Land. In Beit Jala besuchte die Gruppe das christliche Schulungs- und Freizeitzentrum Beit Al Liqa‘. Der Bau begann während der politischen Unruhen 2001. Heute ist das Beit Al Liqa‘ eine Oase des Friedens und ein Haus der Begegnung mit dem lebendigen Gott. »Das Beit Al Liqa‘ wurde für viele Menschen zu einem Zeichen der Hoffnung«, berichtete Johnny Shahwan, Leiter und Gründer der Einrichtung, die von der Deutsche Missionsgemeinschaft (DMG) in Sinsheim unterstützt wird. Reich erfüllt mit Eindrücken von den Wirkungsstätten Jesu und den Bezügen zur Heiligen Schrift, denken alle sehr dankbar an die Zeit in Israel und die gute Reisegemeinschaft in der Gruppe zurück.

Wolfgang Hesse

Reisebericht SONNTAG-Leserreise Norditalien 2015

Die Reise stand unter dem Thema »Frühe christliche Kunst in Norditalien« und dauerte vom 19.–25.5.2016. An ihr nahmen mit mir und meiner Frau 27 Personen teil, die z.T. aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin, relativ zahlreich aber auch aus Thüringen kamen. Sie waren alle christliche Gemeindeglieder, die meisten schon im Rentenalter. Die Reise wurde mit einem Bus durchgeführt (Pelka-Reisen), der einen sehr guten Komfort bot und bei der An- und Abreise vor Stresssituationen (Flughafen) bewahrte. Einige haben wohl die Reise auch deswegen gewählt, weil sie nicht fliegen wollten.

Wir haben in diesen Tagen Verona, Padua, Venedig, Ravenna und Aquilea besucht und diese Städte und viele der jeweiligen lokalen Kunstschätze besichtigt. In Venedig kam es zu einer kurzen Begegnung mit der lutherischen Gemeinde, die wir nachmittags bei ihrem Gottesdienst erlebten. Die ausgewählten Ziele lohnten den Besuch sehr. Für mich bildeten den Höhepunkt der vielen Kunstwerke, die wir sahen, die wunderbaren Mosaiken in Ravenna, angefertigt schon 5. und 6. Jahrhundert, in einer Zeit, in der Ravenna Kaiserstadt und Mittelpunkt des damaligen römischen Reiches war. Die Gruppe war sehr interessiert an dem, was angeboten wurde. Die Busfahrten zwischen den Orten nutzten wir für Andachten oder zum Vortrag von Texten, die die Reisenden schon etwas mit dem kommenden Ort mit seinen Höhepunkten bekannt machten. So hörten wir z.B. auf der Fahrt nach Padua die Biographie des Heiligen Antonius und stellten die Frage, inwiefern »Heiligenverehrung« auch evangelischen Christen gestattet ist.

Prof. Dr. Wolfgang Ratzmann, Leipzig

Reisebericht SONNTAG-Leserreise Andalusien 2015

Reisegruppe Andalusien 2015

Mit 30 anderen Reiseteilnehmern machten wir uns am 16.3.2015 auf, die Kultur und die Geschichte in diesem Teil Spaniens zu entdecken. Wer faszinierende Bauwerke und schöne Gärten gepaart mit südlichem Flair mag, ist in Andalusien richtig. Die Römer, die Westgoten, die Mauren aber auch die spanischen Herrscher Isabella  und Ferdinand sowie der Habsburger Karl der V. haben der Region ihren Stempel aufgedrückt. In der Vergangenheit  war das Zusammenleben der verschiedenen Religionen in Andalusien alles andere als einfach. Gerade hier prallten der Islam und das Christentum  in Europa zusammen, die Juden standen dazwischen und wurden mal geduldet, mal unterdrückt. Geblieben von allen Auseinandersetzungen  ist eine fantastische Architektur, die Alhambra in Granada, die Kathedrale in Cordoba, die Kathedrale und das Königsschloss in Sevilla sind dafür Beispiele. Auch die Seefahrt spielte in Andalusien eine große Rolle, so startete in Sevilla Columbus zur Entdeckung Amerikas. Interessant sind auch die Gebäude der jüngeren Vergangenheit,  so die Bauten zur Ibero - Amerikanische Ausstellung von 1929 und das moderne Spanien. Beides konnten wir entdecken, auf einem Bummel durch die Städte in der Freizeit ohne Protokoll, in der Olivenpresse, der Stierkampfarena (ohne Stier), bei der Flamenco Show, dem Evangelischen Gottesdienst  in der Deutschen Gemeinde Marbella oder dem Langstreckenlauf in Ronda. Abgerundet wurde unsere Reise durch die Andachten mit Pfarrer Selunka, welcher die Reiseleitung  hatte.  Was man nicht planen und auch nicht buchen kann, ist das Wetter. Etwas mehr Sonnenschein  hätte es schon sein können. Trotzdem war die Reise viel zu schnell vorbei, am 23.3. starteten wir wieder mit Air Berlin von Málaga nach Tempelhof. Unser Fazit: Andalusien ist eine Reise wert, wir haben noch lange nicht alles gesehen.

Johannes und Gabriele Schröder, Dresden

Unsere SONNTAG-Leserreisen sind ein Angebot des Reiseveranstalters ReiseMission.

ReiseMission

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Medienbischof der EKD und Kirchenpräsident der EKHN, Dr. Volker Jung, besuchte auf Einladung des EMVD die Frankfurter Buchmesse 2018. Er stellte sein neues Buch »Digital Mensch bleiben« vor.

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