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Mitreißend vertonte Paul-Gerhardt-Texte

Die Doppel-CD »Voller Freud ohne Zeit« des Ensembles »Movimento« versammelt grandios vertonte Paul-Gerhardt-Werke
Hagen Kunze
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In den Jahren 2006 und 2007 nahmen die Alte-Musik-Spezialisten des Ensembles »Movimento« zwei CDs auf, die zwei damals groß gefeierte kirchenmusikalische Jubiläen verbanden – den 300. Todestag des Komponisten Dietrich Buxtehude und den 400. Geburtstag des Choraldichters Paul Gerhardt. »In Traurigkeit mein Lachen« hieß die erste, eher nachdenklich anmutende CD, die zumeist Vertonungen von Paul-Gerhardt-Texten, aber eben auch andere Musiken aus dem 17. Jahrhundert enthielt. »Voller Freud ohne Zeit« nannte sich dann die zweite, etwas fröhlicher gehaltene Scheibe.

Wenn heute, elf Jahre später, beide CDs noch einmal als Doppelalbum unter dem nun gemeinsamen Titel »Voller Freud ohne Zeit« veröffentlicht werden, dann hat das einen einfachen Grund: Bei der Evangelischen Verlagsanstalt veröffentlichte Konrad Klek als Herausgeber im Frühjahr das lesenswerte »Paul-Gerhard-Lesebuch«, das nun mit der Doppel-CD in der gleichen Aufmachung als sinnvolle Einheit vermarktet wird.

Dass aber die auch einzeln erhältliche Doppel-CD allein unvollständig wirkt, liegt jedoch nicht an der durchdachten Kombination mit dem Buch. Sondern daran, dass das CD-Beiheft trotz 36 Seiten Umfangs informations- und lieblos wirkt. Zwar sind darin alle verwendeten Texte abgedruckt (was nicht nötig wäre, weil diese auch im Buch nachzulesen sind), aber Hinweise zu den Kompositionen oder zur Stückauswahl finden sich nicht. So bleibt es am Hörer, zu rätseln, warum auf der ersten CD Ausschnitte aus Buxtehudes genialem, aber eben nicht in Beziehung zu Paul Gerhardt stehendem Werk »Membra Jesu nostri« auftauchen und warum das Ensemble einige Seitensprünge ins 19. Jahrhunderte wagt.

Am musikalischen Gehalt des Aufgenommen aber gibt es keine Abstriche: Das 1992 gegründete Ensemble um die Sopranistin Nele Gramß und den Organisten Christoph Lehmann gehört hierzulande zu den unbekannteren Spezialensembles. Für die kleingliedrige, intime Musik des 17. Jahrhunderts ist das zarte, feinfühlige Timbre nahezu ideal. Auf der ersten CD formt die Sopranistin mit den kongenial begleitenden Instrumentalisten die Vertonungen der Paul-Gerhardt-Texte zu regelrechten Perlen, die jeweils ganz unterschiedlich schimmern.Auf der zweiten CD agiert das dann vergrößerte Ensemble derart mitreißend, dass die gute Laune ansteckend wird – und das nicht nur in Marinis packend musiziertem Gassenhauer »Sonata sopra la Monica«.

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